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2025-306

Sepsis nach einer Nierstein-OP nicht erkannt

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Fallbeschreibung:

Urosepsis nach Nierenstein-OP: Frühzeichen übersehen

Nach einer Nierstein-OP verspürte ich sehr starke Schmerzen und Übelkeit. Der Ultraschall erkannte bereits Wassereinlagerungen in und um der/die betreffenden Niere. Trotz von mir geäußerter Bedenken wurde ich ohne Urinuntersuchung und somit ohne Antibiotika 20 Stunden nach der OP entlassen.
Die Symptome verstärkten sich. 14 Stunden nach Entlassung (2 Uhr morgens) suchte ich mit Dauererbrechen und so massiven Schmerzen, dass ich nicht mehr stehen konnte, die Klinik auf. Es wurde eine aktue Urosepsis mit hohem Fieber festgestellt, die Schwestern kämpften zu Beginn damit, mich bei Bewusstsein zu halten. Psychisch kämpfte ich mit den typischen Sepsis Symptomen „Gefühl zu sterben“, hohes Fieber trotz (nicht passendem) Antibiotikum, Erbrechen. Es dauerte 3 Tage bis ein Antibiotikum für den Mulitresistenten Keim gefunden wurde. Ich verblieb 7 Tage in der Klinik.

Gut gelaufen:

Der aufnehmende Notarzt erkannte die Situation und nahm sofort eine Blut- und Urinprobe zur Bestimmung des Erregers und gab umgehend ein Antibiotikum (welches zumindest Schlimmeres verhinderte). Ärzte und Pfleger waren sehr respektvoll und höflich. Nach erneuter Aufnahme wurde ich regelmäßig auf verschiedenste Vitalwerte überprüft und überwacht und nach dem Befinden gefragt. Ich wurde über das weitere Vorgehen: Suche nach passendem Antibiotikum läuft leider noch/ wurde nun gefunden, Fieber sinkt nicht/ sinkt nun, Blutwerte sagen regelmäßig aufgeklärt. Auch das Pflegepersonal wusste über alle Schritte Bescheid.

Schlecht gelaufen:

Bei Entlassung wurden trotz eindeutiger Hinweise -Übelkeit, starke Schmerzen, Wassereinlagerungen- keine Urin- und oder Blutprobe genommen. Es gab bei Entlassung keine Aufklärung darüber, was passieren könnte (wenn Symptome wie Erbrechen auftreten, dann…) und dass ich ggf. regelmäßig Fieber messen sollte. Ich fragte selbst: Was ist, wenn es schlimmer wird? – Antwort: Das kann schonmal vorkommen, zur Not kommen Sie zurück. (Was bedeutet hier „zur Not“? und wie komme ich zurück?) Ich wurde nach Aufnahme nicht darüber aufgeklärt, dass es sich um eine Sepsis handelt (aufgrund meiner Fachausbildung war es mir aber klar, als gesagt wurde: Im Blut sind Keime und sagte irgendwann: Wir sprechen hier von einer Sepsis, korrekt?! – Antwort: Sozusagen.). Ich wurde nicht darauf hingewiesen dass das Gefühl zu sterben Teil der Symptomatik ist.

Verbesserungsvorschläge:

Standardmäßige Urinprobe nach OPs vor Entlassung im urologischen Bereich. Ernst nehmen von genannten Symptomen der Patienten und entsprechendes Handeln. Bessere Aufklärung bei Entlassung zu was bedeutet „zur Not“: Wenn die Schmerzen stärker werden, messen Sie Fieber. Wenn Fieber, Schlaflosigkeit oder Erbrechen auftreten, kommen Sie umgehend zurück. Nutzen Sie den RTW (hätte mir sehr viel Zeit und schnellere Behandlung ermöglicht, mit den Symptomen konnte ich in der Situation nicht bedenken, wie bedrohlich es war und wartete somit auf Verwandte, die mich nachts fahren konnten). Ehrliche Nennung der Diagnose statt Umschreibungen. Entlastung, indem die Symptome eingeordnet werden: „Es kann sich anfühlen als würde man sterben, das liegt an…“ (ich hatte das Gefühl sehr klar und deutlich beschrieben, woraufhin auch ein EEG gemacht wurde).

Weitere Infos:

Das Thema mulitresistenter Keime wird in Deutschland generell sehr nachlässig in Kliniken gehandhabt, ich kenne viele weitere Fälle auch mit tödlichem Ausgang. Nie wurde vor Entlassung eine Urin- und oder Blutprobe auf Keime genommen. Unklar ist, über welchen Weg der Keim (der zuvor nicht in meinem Urin war) übertragen wurde (hier hatten Klinik und ich abweichende Theorien). Dies ist jedoch irrelevant für die früh mögliche Feststellung bei Entlassung. Gibt es hier Sorgen der Kliniken? Wenn ja, sollte auch den Kliniken Sicherheit und Schutz geboten werden. Dies ist auch der Grund warum ich nicht „In der Einrichtung erworbene Infektion“ ankreuze, es ist schlicht nicht nachzuhalten.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation, nach der man sich schlechter statt besser fühlt – und das Gefühl, mit den eigenen Bedenken nicht gehört zu werden: Das ist eine zutiefst belastende Erfahrung. Eine Urosepsis (eine lebensbedrohliche Infektion, die von den Harnwegen ins Blut übergeht) kann sich nach einem urologischen Eingriff, also einem Eingriff an Niere, Blase oder Harnleiter, rasch und mit heftiger Wucht entwickeln – besonders dann, wenn beteiligte Keime gegen gängige Antibiotika unempfindlich, also multiresistent, sind.

In dem hier beschriebenen Fall gab es bei der Entlassung aus der Klinik Warnsignale – darunter starke Schmerzen, Übelkeit und Wassereinlagerungen an der operierten Niere –, die von der betroffenen Person klar benannt wurden. Eine Urin- oder Blutuntersuchung fand vor der Entlassung nicht statt. Klare Hinweise darauf, wann ein sofortiges Wiederaufsuchen der Klinik notwendig ist, wurden nicht gegeben. Vierzehn Stunden nach der Entlassung wurde eine akute Urosepsis festgestellt, die eine einwöchige stationäre Behandlung erforderte.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einem urologischen Eingriff aus dem Krankenhaus entlassen wird und sich dabei unwohl fühlt, kann auf bestimmte Informationen und Handlungsmöglichkeiten zurückgreifen.

  • Konkrete Entlassungsinformationen einfordern: Es ist möglich, vor der Entlassung gezielt zu fragen, welche Symptome ernst genommen werden müssen und wann ein sofortiges Zurückkehren notwendig ist. Eine hilfreiche Formulierung kann sein: „Ich verstehe, dass ich wiederkommen soll, wenn es schlimmer wird – aber ab wann genau? Was sind die Zeichen, bei denen ich sofort handeln muss?“
  • Fieber als Frühwarnzeichen kennen: Fieber ist eines der wichtigsten Warnsignale für eine Infektion nach einer Operation. Wer nach dem Eingriff noch kein Fieberthermometer zuhause hat, kann darum bitten, vor Entlassung darüber aufgeklärt zu werden, welcher Temperaturwert als bedenklich gilt und was dann zu tun ist.
  • Den Notruf oder Rettungswagen aktiv einplanen: Bei starken Beschwerden mitten in der Nacht – Erbrechen, hohes Fieber, Unfähigkeit zu stehen – ist es möglich, den Notruf 112 zu wählen, statt auf eine Begleitperson zu warten. Der Rettungsdienst kann nicht nur transportieren, sondern beginnt bereits auf dem Weg mit der Behandlung. Das kann Zeit und damit Gesundheit sparen.
  • Eigene Wahrnehmung deutlich benennen: Es ist möglich, Symptome so zu beschreiben, wie sie sich anfühlen – auch wenn sie ungewöhnlich klingen. Eine Formulierung wie „Ich habe das Gefühl, dass mit mir etwas ernsthaft nicht stimmt“ kann helfen, die eigene Einschätzung klar zu kommunizieren.

Worauf Sie achten können

  • Erhalten Sie bei der Entlassung schriftliche oder mündliche Hinweise, bei welchen Symptomen Sie sofort medizinische Hilfe aufsuchen sollen – zum Beispiel bei Fieber über 38,5 °C, anhaltendem Erbrechen oder sich verstärkenden Schmerzen?
  • Wissen Sie, wie Sie im Ernstfall zurück in die Klinik kommen – auch nachts und ohne eigenes Auto? Der Notruf 112 ist immer eine Option.
  • Fühlen sich Ihre Beschwerden nach einer Operation binnen weniger Stunden deutlich schlimmer an als direkt nach dem Eingriff? Das ist ein Zeichen, das ärztliche Aufmerksamkeit verdient – auch wenn Sie gerade erst entlassen wurden.
  • Haben Sie das Gefühl, eine Diagnose oder Einschätzung Ihrer Lage nicht vollständig erhalten zu haben? Es ist möglich, direkt zu fragen: „Wie lautet die Bezeichnung für das, was bei mir vorliegt?“

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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