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2024-1112

Ärztlicher Psychotherapeut ignoriert Suizidankündigungen

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Fallbeschreibung:

Suizidankündigungen übersehen: Risiken in der Psychotherapie

Mein ärztlicher Psychotherapeut/ Meine ärztliche Psychotherapeutin ignorierte mehrfach Suizidankündigungen.
Mein Psychiater/ meine Psychiaterin hätte bei den Äußerungen, die ich ihm/ ihr geschrieben hatte, längst gehandelt. Der Kontakt war im allgemeinen schon sehr unprofessionell, fand schriftlich über WhatsApp statt.
Ich erhielt Antworten zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ich leide an einer Persönlichkeitsstörung, die schon zu einer Vielzahl von Suizidversuchen führte. Gerade vor diesem Hintergrund, hätte man handeln müssen. Trotz bekannter chronischer Suizidalität wurde kein Antisuizidvertrag geschlossen.

Gut gelaufen:

nichts, hätte auf die Therapiestunden verzichten können. Mit einer Wand zu sprechen, wäre effektiver gewesen.

Schlecht gelaufen:

Die allgemeine Unprofessionalität und das ignorieren meiner damaligen Suizidabsichten.

Verbesserungsvorschläge:

-Patienten sollten ernster genommen werden und entsprechend gehandelt werden -der schriftliche Kontakt sollte nicht per WhatsApp erfolgen. Dies ist bzgl. des Datenschutzes schon schwierig.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn Menschen in einer psychischen Krise Hilfe suchen, ist Vertrauen die Grundlage jeder Behandlung – und es ist sehr belastend, wenn dieses Vertrauen nicht erwidert wird. Der folgende Fall zeigt, wie das Gefühl, nicht gehört zu werden, die Situation einer bereits vulnerablen Person zusätzlich erschweren kann.

In dieser Situation beschreibt eine junge Frau mit einer bekannten psychischen Erkrankung und einer Vorgeschichte von Suizidversuchen, dass ihre wiederholten Äußerungen zu Suizidgedanken in der psychotherapeutischen Behandlung nicht aufgegriffen wurden. Der Kontakt fand überwiegend über WhatsApp statt – zu unregelmäßigen Tages- und Nachtzeiten. Ein strukturiertes Sicherheitsgespräch oder ein sogenannter Antisuizidvertrag (eine formelle Vereinbarung zwischen Therapeut:in und Patient:in, in einer Krise bestimmte Schritte zu unternehmen und sich nicht selbst zu schaden) kam nicht zustande. Es ist wichtig anzuerkennen: In einer Lage wie dieser – mit einer bestehenden psychischen Erkrankung, in aktiver Krise und in einem Behandlungsverhältnis, dem man sich anvertraut hat – sind die Möglichkeiten zum eigenständigen Eingreifen oft sehr begrenzt.

Was Betroffene und Angehörige in einer ähnlichen Situation tun können

Es gibt einige Möglichkeiten, die in vergleichbaren Situationen hilfreich sein können – sowohl für Betroffene selbst als auch für nahestehende Personen.

  • Eine zweite Anlaufstelle kennen: Neben der Psychotherapiepraxis ist es möglich, parallel einen psychiatrischen Facharzt oder eine psychiatrische Fachärztin (Spezialist:innen für psychische Erkrankungen und deren medikamentöse sowie therapeutische Behandlung) in die Versorgung einzubeziehen. Diese können in akuten Krisen auch kurzfristig handeln.
  • Krisenäußerungen dokumentieren: Wenn Suizidgedanken oder -absichten gegenüber einer Behandlungsperson geäußert werden und keine Reaktion erfolgt, kann es helfen, diese Mitteilungen schriftlich festzuhalten – etwa als Screenshot oder in einem persönlichen Tagebuch. Das kann bei einem späteren Therapeut:innenwechsel oder bei einer Beschwerde hilfreich sein.
  • Das Gespräch auf die Kommunikationsform lenken: Wenn der Kontakt zur Therapeut:in ausschließlich über informelle Kanäle wie WhatsApp läuft, ist es möglich, ein strukturiertes Gespräch in der Praxis einzufordern – zum Beispiel: „Ich würde gerne in unserer nächsten Stunde besprechen, wie wir in Krisen am besten miteinander kommunizieren.“
  • Angehörige oder Vertrauenspersonen einbeziehen: Eine nahestehende Person kann – wenn Betroffene das möchten – bei einem Termin begleiten oder bei der Suche nach einer weiteren Fachkraft unterstützen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Krisentelefonnummern sichtbar notieren: Der Notruf 112, die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenlos, 24/7) und der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) sind jederzeit erreichbar – auch wenn die eigene Therapeut:in nicht reagiert.
  • Einen persönlichen Krisenplan erstellen: In ruhigeren Phasen ist es möglich, gemeinsam mit einer Behandlungsperson festzuhalten, welche Schritte in einer Krise unternommen werden – wer informiert wird, wohin man sich wenden kann, was hilft. Diesen Plan kann man auch eigenständig oder mit Unterstützung einer Vertrauensperson erarbeiten.
  • Behandlungsvereinbarungen ansprechen: Bei Erkrankungen mit bekannter Krisengefährdung ist es möglich, zu Beginn einer Therapie offen zu fragen, wie Krisenmomente in der Behandlung konkret gehandhabt werden – etwa: „Wie gehen wir vor, wenn ich Ihnen mitteile, dass ich an Suizid denke?“
  • Bei unzureichender Versorgung Alternativen suchen: Ein Wechsel der Therapeut:in ist möglich. Unterstützung bei der Suche bieten Kassenärztliche Vereinigungen, die Terminservicestellen (Tel. 116 117) sowie psychiatrische Institutsambulanzen an Kliniken.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder sich in einer aktuellen Situation nicht ausreichend versorgt fühlen, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und vertraulich unter 0800 011 77 22. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Versorgung anderer Menschen beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis, Psychotherapiepraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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