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2024-238

Fehldiagnose führt zu ernsthaften Suizidgedanken

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Fallbeschreibung:

Fehldiagnose Skabies: Wenn Juckreiz psychisch krank macht

Unerträgliches Jucken über mehrere Wochen. Der heiße Sommer hat das Jucken befeuert. Lebensphase war davon abgesehen durchweg positiv. Hausarzt / Hausärztin und Hautarzt / Hautärztin haben das Jucken für Psychosomatik gehalten. Hinweise von mir auf die positive Lebensphase und die dringende Bitte weiterhin infektiöse Ursachen in Betracht zu ziehen wurden abgetan. Irgendwann war ich psychisch wirklich am Ende und hatte ernsthafte Suizidgedanken.

Nach mehreren Wochen unerträglichen Juckens hat sich das Hautbild gewandelt, idealtypische Milbenhügel haben sich aus den zuvor diffus geröteten Stellen gebildet. Damit war selbst meinem Hausarzt / meiner Hausärztin klar: es war Skabies incognita, die sich in eine idealtypische Skabies gewandelt hatte. Einmal behandelt, ein paar Tage gewartet, alles gut gewesen.

Zwei Jahre später: eine mittelgradige Depression machte Therapie notwendig und führte in die Erwerbsminderung. Hausarzt / Hautärztin hat die Therapie aber nicht empfohlen, das musste ich selbst einfordern.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Vertrauen in Schulmedizin war zerstört. Psychologische Diagnosen wurden zuerst missbraucht aus Bequemlichkeit und dann als sie notwendig waren nicht angesprochen seitens Hausarzt / Hausärztin.

Verbesserungsvorschläge:

Psychosomatische Grundversorgung lernen die meisten Hausärzte. Das dort vermittelte Halbwissen scheint für einige Hausärzte bzw. deren Patienten gefährlich zu sein.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wochenlang unter starkem Juckreiz zu leiden und dabei nicht ernst genommen zu werden – das ist eine Erfahrung, die Menschen körperlich und seelisch an ihre Grenzen bringen kann. Der hier beschriebene Fall zeigt, wie belastend es sein kann, wenn körperliche Beschwerden vorschnell als psychisch bedingt eingeordnet werden und eigene Hinweise auf mögliche andere Ursachen kein Gehör finden.

Skabies incognita ist eine besondere Verlaufsform der Krätze (Skabies), bei der die typischen Hautveränderungen zunächst ausbleiben oder untypisch aussehen – was eine Diagnose erheblich erschwert. Wenn körperliche Symptome über längere Zeit unklar bleiben und die Situation psychisch belastend wird, können sich ernsthafte seelische Krisen entwickeln. Beides – die körperliche und die seelische Belastung – verdient gleichermaßen Aufmerksamkeit.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen und die bisherigen Erklärungen sich nicht stimmig anfühlen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die eigene Versorgung aktiv mitzugestalten.

  • Es ist möglich, gezielt eine zweite ärztliche Meinung einzuholen – bei einer anderen Hautarztpraxis oder einer Universitätsklinik mit dermatologischer Abteilung. Ein Anspruch darauf besteht gegenüber der Krankenkasse, und eine Nachfrage kostet nichts.
  • Eigene Beobachtungen lassen sich schriftlich festhalten: Wann tritt der Juckreiz auf? Gibt es Muster? Hat sich das Hautbild verändert? Fotos von Hautveränderungen können bei der Konsultation helfen. Ein Satz wie „Ich habe meine Symptome dokumentiert und möchte Ihnen das zeigen“ kann dazu beitragen, das Gespräch zu strukturieren.
  • Wenn eigene Einschätzungen im Gespräch nicht aufgegriffen werden, ist es möglich, nachzufragen: „Welche anderen Ursachen wurden bereits ausgeschlossen, und wie?“ – das ist eine sachliche Frage, die weitere Abklärung anstoßen kann.
  • Wenn körperliche Beschwerden zunehmend psychisch belasten, kann es hilfreich sein, dies offen anzusprechen – und gleichzeitig klarzustellen, dass die seelische Belastung eine Folge der ungeklärten Situation ist, nicht deren Ursache. Beides lässt sich parallel verfolgen.

Worauf Sie achten können

  • Anhaltende Beschwerden, die sich trotz Behandlung nicht bessern oder verändern, können ein Anlass sein, die bisherige Diagnose überprüfen zu lassen.
  • Wenn körperliche Symptome als psychisch bedingt eingeordnet werden, ist es möglich nachzufragen, welche körperlichen Ursachen zuvor aktiv ausgeschlossen wurden.
  • Ernsthafte Suizidgedanken sind ein Notfall – unabhängig von ihrer Ursache. Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
  • Wenn nach einer belastenden Erkrankungsphase psychische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit fortbestehen, ist es möglich, von sich aus eine Überweisung zu einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Fachkraft anzusprechen – auch wenn das Thema von ärztlicher Seite nicht eingebracht wird.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

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