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2024-752

Menschen mit Sprachbarriere sind im Gesundheitswesen massiv benachteiligt

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Fallbeschreibung:

Sprachbarriere im Krankenhaus: Wenn kein Dolmetscher da ist

Es ist eine Katastrophe und ein riesiger Missstand im Gesundheitssystem, dass Menschen, die die deutsche Sprache nicht beherrschen massiv benachteiligt sind.
Sie werden aufgefordert mit Dolmetscher zur Behandlung und den Vorgesprächen zur OP zu kommen. Wo sollen die Leute den die Dolmetscher her nehmen? Laufen die auf der Straße herum? Gibt es irgendwo einen Pool für medizinische Dolmetscher, wo ich mir jemanden herausangeln kann?
Ganz ehrlich, es kann nicht sein, dass Menschen, alte Menschen nach Hause geschickt werden und mit ihren Leiden und Schmerzen alleine gelassen werden, nur weil sie keinen Dolmetscher haben.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

– Hilfebedürftige wurden ohne Behandelt zu werden nach Hause geschickt, nur weil sie den Aufnahmebogen nicht ausfüllen konnten. – Kinder werden als Dolmetscher eingesetzt.

Verbesserungsvorschläge:

– Aufnahmebögen in verschiedenen Sprachen. – Internet nutzen, z.B. Google Übersetzer zur Kommunikation mit den Hilfebedürftigen. – Orientierung in Krankenhaus in verschiedenen Sprachen. – Personal in interkulturellen Kompetenzen schulen. Insbesondere ein Verständnis für Sprachbarrieren entwickeln (z.B. indem praktisch in einer Simulationsübung ausprobiert wird, wie es sich anfühlt, zu versuchen sich medizinische Hilfe zu holen, ohne Sprachkenntnisse). – „Bündnis Sprachmittlung“ unterstützen, zur Aufnahme von Sprachmittlungsleistungen in den Katalog der GKV bzw. ins SGB V und in weiteren Gesetzen, z.B. AsylbLG; https://transver-berlin.de/wp-content/uploads/2022/11/Positionspapier-Buendnis-Sprachmittlung_Kurzversion.pdf

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wer in einer medizinischen Notlage keine ausreichenden Deutschkenntnisse hat, steht vor einer enormen Herausforderung – ohne eigenes Verschulden. In Situationen wie der hier geschilderten kann es dazu kommen, dass Menschen ohne Behandlung nach Hause geschickt werden, weil die Verständigung scheitert – obwohl sie dringend Hilfe benötigen.

In einer solchen Lage gibt es für Betroffene keinen realistischen Spielraum, selbst einzugreifen. Das ist wichtig anzuerkennen: Die Verantwortung für eine funktionierende Kommunikation liegt nicht allein bei den Patient:innen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Wer jemanden mit Sprachbarriere zu einem Arzttermin oder in die Notaufnahme begleitet, kann vorab klären, ob die Einrichtung Zugang zu einem Telefondolmetscherdienst – also einer Übersetzungsunterstützung per Telefon oder Video – hat. Einige Krankenhäuser und Praxen nutzen solche Dienste bereits.
  • Es ist möglich, selbst einfache Übersetzungshilfen vorzubereiten, etwa eine kurze schriftliche Beschreibung der Beschwerden in der Sprache der Einrichtung – zum Beispiel mithilfe von Online-Übersetzungsprogrammen wie DeepL oder Google Übersetzer.
  • Wenn Kinder als einzige verfügbare Übersetzungsperson dabei sind, ist es sinnvoll zu wissen: Das Übersetzen medizinischer Inhalte ist für Kinder eine große Belastung und kann zu Missverständnissen führen. Eine erwachsene Begleitperson ist, wenn irgend möglich, vorzuziehen.
  • Angehörige können bei der Aufnahme direkt nachfragen: „Gibt es hier die Möglichkeit, eine Sprachmittlung – also Übersetzungsunterstützung – zu nutzen?“ Manche Einrichtungen haben solche Angebote, ohne dass sie aktiv darauf hinweisen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine sogenannte Notfallkarte – eine kurze Karte mit den wichtigsten Gesundheitsinformationen und einer Kontaktnummer – lässt sich in mehreren Sprachen vorbereiten und im Portemonnaie mitführen.
  • Wichtige Begriffe zu bekannten Erkrankungen oder regelmäßig eingenommenen Medikamenten können vorab schriftlich in beiden Sprachen festgehalten werden – das erleichtert die Kommunikation in der Praxis erheblich.
  • Es ist möglich, sich vorab bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zu informieren, welche Rechte Menschen mit Sprachbarriere im deutschen Gesundheitssystem haben. Die UPD ist kostenlos erreichbar unter 0800 011 77 22.
  • Erfahrungen mit mangelnder Sprachmittlung lassen sich auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden – solche Berichte helfen dabei, auf systemische Probleme aufmerksam zu machen und Verbesserungen anzustoßen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät kostenlos und auf Wunsch auch in mehreren Sprachen – sie ist erreichbar unter 0800 011 77 22 oder unter www.patientenberatung.de. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, Erfahrungen wie diese anonym zu teilen und damit zu einem sichereren Gesundheitssystem für alle beizutragen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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