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2025-024

Nicht ernst genommen – seit 2 Jahren mit starken Schmerzen ohne Diagnose & Behandlung

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Fallbeschreibung:

Verdauungsbeschwerden 2 Jahre undiagnostiziert – Patientenbericht

Ich war in 4 renommierten Kliniken wegen schwerer Verdauungsstörungen mit starken Luftansammlungen.

Immer wieder wurde nach der Bauchspeicheldrüse geschaut. Ich bat um Darmuntersuchungen, auf die nicht eingegangen wird. Heute liege ich seit 2 Jahren im Bett. Habe starke Schmerzen im gesamten Bauch, Gelenke und hab eine Gangunsicherheit entwickelt, die mich an jeglichen Bewegungen hindert.

Leben ist was anderes. Aber es kümmert keinen. Dafür hat man sein ganzes Berufsleben in die Kassen eingezahlt. Am Ende verreckt man tatsächlich jämmerlich.

Gut gelaufen:

In einem KH war zumindest der menschliche Aspekt sehr zufrieden stellend.

Schlecht gelaufen:

Abfertigung. Kurze Befragung der sinnlosesten Aspekte, körperliche Untersuchungen rar

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn Beschwerden über lange Zeit anhalten und trotz mehrerer Krankenhausaufenthalte keine Diagnose gefunden wird, ist das eine außerordentlich belastende Erfahrung – körperlich wie emotional. Dass Untersuchungen, die Betroffene selbst für wichtig halten, nicht durchgeführt werden und Symptome sich dabei weiter verschlechtern, kann das Vertrauen in die medizinische Versorgung tief erschüttern.

Solche Situationen entstehen aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren: Zeitdruck in Notaufnahmen, unterschiedliche klinische Einschätzungen und die Komplexität von Beschwerden, die mehrere Organsysteme betreffen. Das erklärt nicht alles – aber es hilft zu verstehen, wie es zu solchen Verläufen kommen kann.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer über längere Zeit ohne klare Diagnose bleibt, hat verschiedene Möglichkeiten, den eigenen Versorgungsweg aktiv mitzugestalten.

  • Beschwerden schriftlich dokumentieren: Ein kurzes Tagebuch mit Datum, Art der Symptome, Intensität und Auslösern kann helfen, Muster sichtbar zu machen – und erleichtert es dem medizinischen Personal, die Situation vollständiger einzuschätzen. Es ist möglich, dieses Dokument bei jedem Arzttermin mitzubringen.
  • Eigene Fragen und Wünsche direkt ansprechen: Es ist möglich, konkrete Untersuchungen aktiv anzufragen und nach der Begründung zu fragen, wenn sie nicht durchgeführt werden. Eine Formulierung könnte lauten: „Ich habe Schmerzen, die ich bisher nicht einordnen kann – wäre eine Darmspiegelung in meinem Fall eine Option?“
  • Eine Zweitmeinung einholen: Bei unklaren oder langanhaltenden Beschwerden kann eine zweite oder dritte ärztliche Einschätzung neue Perspektiven eröffnen. Der Wechsel zu einem anderen Fachbereich – etwa von der Gastroenterologie (Magen-Darm-Spezialisten) zur Neurologie oder Rheumatologie – ist dabei ebenfalls möglich.
  • Hausärztliche Koordination nutzen: Eine Hausärztin oder ein Hausarzt kann die Gesamtschau über alle Befunde übernehmen und gezielt Überweisungen koordinieren – das ist besonders hilfreich, wenn Befunde aus verschiedenen Häusern vorliegen und noch nicht zusammengeführt wurden.

Worauf Sie achten können

  • Alle Befunde, Arztbriefe und Untersuchungsergebnisse sammeln und geordnet aufbewahren – idealerweise in einer Mappe oder digital, die bei jedem Termin mitgenommen werden kann.
  • Bei Terminen eine Vertrauensperson mitnehmen, die zuhört, Fragen stellt und später hilft, Informationen einzuordnen.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktieren: Die UPD berät kostenlos und unabhängig zu Patientenrechten – auch bei unklaren Diagnosen oder dem Gefühl, nicht ausreichend versorgt zu werden (www.patientenberatung.de).
  • Die eigene Wahrnehmung ernst nehmen: Wenn das Gefühl besteht, dass wichtige Symptome nicht vollständig berücksichtigt werden, ist es möglich, das klar und ruhig zu benennen – und auf einer vollständigeren Abklärung zu bestehen.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese können auf mehr-patientensicherheit.de anonym gemeldet werden – damit andere von ähnlichen Situationen erfahren und das Gesundheitssystem aus solchen Verläufen lernen kann. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet darüber hinaus kostenlose, vertrauliche Beratung für Menschen, die sich in ihrer Versorgung nicht ausreichend gehört fühlen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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