Anfang des Jahres bin ich aufgrund von akuten Stress körperlich zusammengebrochen. Ich habe Familie, habe Stunden in der Arbeit erhöht und hatte dann 2024 eine Corona Erkrankung. Nachdem ja Home-Office das neue krank ist, habe ich mit Medikamenten über Wasser gehalten und schön brav weitergearbeitet. Das ging zwei Monate gut, bis dann der körperliche Crash kam. Ich bin zu meiner Hausärztin. Mein Mann hat mich gefahren. Ich konnte kaum Autofahren und mich bewegen. Ziemlich schnell wurde ich in die Richtung Psychiatrie weitergeleitet beziehungsweise ich habe wochenlang alle Kraft aufgewandt, um überhaupt jemanden ans Telefon zu bekommen. Ich hatte dann eine tolle Psychiaterin gefunden, die ME/CFS ziemlich schnell ins Spiel gebracht hat. Dennoch bin ich dann in eine psychiatrische Tagesklinik und die Symptome wurden auch besser. Definitiv war infolge auch eine Depression im Spiel. Als diese langsam weg ging, merkte ich trotzdem, dass ich kaum belastbar bin jetzt nach zwei weiteren Crashs, die mich tagelang ans Bett fesseln, ist es klar, dass ME/CFS bei mir vermutlich der Auslöser ist für diese Erschöpfung. Nun kämpfe ich dagegen an, nachdem die Krankenkasse mich zur Rehabilitation drängt, dass eine psychosomatische Rehabilitation absolut das falsche bei diesem Krankheitsbild ist und eine Aktivierung fatal sein kann. Ich bin mit diesem Thema komplett auf mich allein gestellt – vermittle zwischen der Rentenversicherung, Krankenkasse und Rehaklinik. Es gibt keine Chance, an einen Arzt zu kommen, der dieser Sache auf die Ursache geht. Mehr als ein großes Blutbild in der Tagesklinik gab es bisher nicht. Ich habe jetzt fast ein Jahr lang körperliche Symptome, die sich natürlich sehr auf die Psyche auswirken und wurde noch nicht einmal körperlich untersucht. Diese Krankheit muss endlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Nicht nur Gelder in der Forschung sind wichtig, sondern auch, dass die ersten Ansprechpartner, die Ärzte der Patienten darüber Bescheid wissen Und es auch Stellen gibt, an die man sich wenden kann. Auch wenn es nicht heilbar ist, ist es doch essenziell. Wichtig rauszufinden was der Auslöser war nicht nur anhand der Erklärung der Symptome, sondern an Werten. Es kann Epstein Barr, Corona oder sonstiges sein aber auf Dauer hilft da keine Psychotherapie. Meine Ärztin rät immer, ich soll nicht so viel Geld in Nahrungsergänzung stecken, aber vielleicht wäre es mal interessant, wie meine Mineralstoffversorgung aussieht, mein Hormonspiegel etc. da kann ja was nicht in Ordnung sein. Interessiert nur keinen. Wenn ich nicht diese super tolle Ärztin hätte, würde ich weiter versuchen meinen Körper zu aktivieren, damit ich aus meiner angeblichen Depression rauskomme und denkbar wie es dann weitergehen würde. Aber es kann nicht sein, dass es in Deutschland nur eine handvoll Ärzte gibt, die diese Diagnose kennen.
Ich hatte das riesige Glück, dass meine Psychiaterin sich weiterbildet und auch auf Studien der Charité in Berlin verwiesen hat. Das sollte Pflicht für Ärzte sein, sich über dieses Krankheitsbild weiterzubilden und die Patienten ernst zu nehmen.
Macht das Publik
Viele Menschen haben keine Kraft sich selbst zu helfen, werden als psychisch krank abgestempelt und kommen in extrem schlimme existenzielle Lagen und haben keine Mittel, sich selbst um alles zu kümmern
Art der Einrichtung:Rehaeinrichtung, ambulant, Ambulante Praxis, Arztpraxis