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2024-220

Der Versuch eines Arztes, ein zwei jähriges Kind wie einen erwachsenen zu behandeln…

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Fallbeschreibung:

Kinderuntersuchung beim HNO: Wenn Kleinkinder überfordert werden

Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne möchte ich Ihnen ein Feedback zu der Behandlung meiner Tochter geben.
Es war für meine zwei jährige Tochter der erste Termin beim einem HNO Arzt, was ich auch zu Anfang schon erwähnt hatte. Der Arzt verwies mich mit meiner Tochter auf den Untersuchungsstuhl und wollte direkt beginnen. Ich fühlte mich irgendwie überrumpelt, da ich damit gerechnet hatte, dass der Arzt erstmal mit meiner Tochter auf Augenhöhe geht, sich ihr vorstellt, ihr die Geräte die er zur Untersuchung benötigt zeigt und eventuell auch zumindest kurz bei sich oder bei mir einmal vormacht, was er mit dem Gegenstand bei ihr vor hat ( es handelte sich um ein Otoskop…)
Aber nein…er zeigte klar und deutlich seine Ungeduld…Kein:,, hallo kleine, ich bin der Doktor und möchte dir in die Ohren sehen“, sondern : ,,klemmen Sie die Beine Ihres Kindes fest zwischen die Beine, halten sie die Hände zurück und drücken sie den Kopf an Ihre Brust“. Es war ein sehr bestimmender Ton und naja…man tut erstmal, was ein Arzt von einem verlangt. Das hat man so gelernt…ich saß mit meiner Tochter auf dem Behandlungsstuhl und versuchte sie mit einem ganz unschönen Gefühl in meinem Bauch irgendwie so zu fixieren, wie der Arzt es in der Sekunde von mir verlangt hatte. Meine Tochter begann natürlich direkt an zu schreien, als sie merkte, dass man sie aus einem für sie selbst nicht verständlichen Grund, bewegungsunfähig machen wollte…ich habe meine Tochter natürlich nicht so fest gehalten, dass es ihr weh tut, sondern so, dass sie es noch geschafft hat sich zu befreien. Der Arzt reagiert wie folgt darauf: er hebt meine Tochter ohne Vorwarnung von meinem Schoß und führt durch, wie er möchte, dass ich es bei ihr mache…ohne auch nur ein wenig Mitgefühl für meine Tochter zu zeigen…meine Tochter hatte von Anfang an deutlich zu verstehen gegeben, dass sie gerade nicht weiß was vor sich geht und sie in totaler Panik war. Als der Arzt sie dann auch noch ohne Vorwarnung griff, war es ganz vorbei bei ihr, wie auch bei mir…offen für Vorschläge meinerseits war der Arzt nach der extrem stressigen Situationen für alle Beteiligten nun leider auch nicht mehr… Er hat sich wirklich keine einzelne Sekunde Zeit für meine Tochter genommen, obwohl eine Investition von vielleicht zwei oder drei Minuten sich durchaus gelohnt hätten…naja nun habe ich in vier Wochen wieder einen Termin für einen neuen Versuch, weil der Arzt vollkommen angenervt von meiner Tochter die Behandlung ohne wirkliche Ergebnisse abgebrochen hat…
ich verstehe, dass es für keinen Arzt momentan einfach ist…ich arbeite seit einigen Jahren in der Pflege, da sieht es nicht besser aus… Aber egal welche Umstände die Arbeit erschweren, ist es für mich kein Grund Gewalt anzuwenden, um meine Arbeit machen zu können.

Schlechte Arbeitsbedingungen und deren Auswirkungen sind die eine Sache…aber das ein Arzt eine Mutter dazu nötigt, dem eigenen Kind so etwas antun zu müssen, um seine Arbeit schnell durchführen zu können und dann auch noch selbst übergriffig wird ?!.. es war schrecklich…

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Die mangelnde oder Teils nicht vorhandene Kommunikation zwischen Arzt und uns

Verbesserungsvorschläge:

-Mehr Aufklärung für Eltern, wie man sein Kind auf solch einen Untersuchungstermin besser vorbereiten kann? – Schulungen für Ärzte, wie man mit Kleinkindern bei Untersuchungen umgeht?

Weitere Infos:

Ich werde auch in vier Wochen den Termin wieder wahr nehmen, da mir mit meiner Tochter, die die Untersuchung benötigt, keine andere Wahl bleibt. Ich habe bereits andere Ärzte abtelefoniert…vor Juni oder Juli war nichts mehr zu machen. Aber dieses Mal bin ich besser vorbereitet, da ich weiß, was wieder geschehen könnte… Ebenfalls habe ich einen Kinderspielzeug-Arztkoffer besorgt und werde in der Zwischenzeit mit meiner Tochter die Situation etwas üben.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Einen Arzttermin mit einem Kleinkind zu erleben, das sichtlich Angst hat und sich nicht beruhigen lässt, ist für Eltern eine belastende Erfahrung – besonders dann, wenn man das Gefühl hat, selbst zwischen dem Kind und den Anforderungen der Untersuchung zu stehen. Situationen wie diese zeigen, wie entscheidend es für kleine Kinder ist, behutsam an eine Untersuchung herangeführt zu werden.

Bei Kleinkindern – insbesondere beim ersten Kontakt mit einer medizinischen Untersuchung – reagiert das Kind oft mit Angst oder Abwehr, wenn es die Situation nicht einordnen kann. Das ist eine normale Schutzreaktion, keine Schwierigkeit des Kindes. Die Untersuchung mit einem Otoskop (einem kleinen Gerät zum Einblick in den Gehörgang) ist für Kinder erst dann weniger bedrohlich, wenn sie wissen, was gleich passiert.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer ein Kleinkind zu einer HNO-Untersuchung (Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung) begleitet, kann sich und das Kind auf verschiedene Weisen auf den Termin vorbereiten.

  • Es ist möglich, das Kind vor dem Termin spielerisch mit dem Ablauf vertraut zu machen – zum Beispiel mit einem Spielzeug-Arztkoffer, indem man gemeinsam „Doktor spielt“ und dabei Ohren, Nase und Mund „untersucht“. So wird die Situation für das Kind etwas weniger fremd.
  • Zu Beginn des Termins kann ein kurzes Gespräch mit der Praxis oder dem Arzt hilfreich sein – etwa mit dem Hinweis: „Das ist der erste HNO-Termin meiner Tochter – könnten Sie ihr kurz zeigen, wie das Gerät aussieht, bevor Sie beginnen?“ Viele Praxen reagieren auf solche Bitten positiv, wenn sie rechtzeitig geäußert werden.
  • Es ist möglich, beim Anmeldegespräch oder telefonisch vor dem Termin darauf hinzuweisen, dass das Kind noch sehr klein ist und möglicherweise Zeit zur Gewöhnung braucht – manche Praxen planen dann mehr Zeit ein.
  • Wenn sich eine Situation so entwickelt, dass das Kind in starker Panik ist und die Untersuchung keinen sinnvollen Fortgang nimmt, kann es eine Option sein, die Untersuchung zu unterbrechen und einen neuen Termin zu vereinbaren – das ist kein Scheitern, sondern manchmal der sinnvollste nächste Schritt.

Worauf Sie achten können

  • Eine kinderfreundliche Praxis nimmt sich bei Kleinkindern kurz Zeit, um das Kind anzusprechen und die Untersuchungsgeräte vorzustellen – das muss keine langen Minuten dauern.
  • Eltern können bei einem neuen Termin offen sagen, was beim letzten Mal schwierig war – das gibt dem Behandlungsteam die Möglichkeit, anders vorzugehen.
  • Wenn ein Kind während einer Untersuchung sehr starke Angst zeigt und die Situation eskaliert, ist es möglich, als Elternteil ruhig aber bestimmt eine kurze Pause einzufordern.
  • Wer das Gefühl hat, dass eine Praxis grundsätzlich nicht auf Kleinkinder eingestellt ist, kann gezielt nach Praxen mit Erfahrung in der Behandlung von Kleinkindern suchen – manchmal lohnt sich auch eine Nachfrage bei der Kinderarztpraxis nach einer Empfehlung.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 1-4 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

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