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2024-159

Fixierung aus Knie nicht entfernt – Folge bleibender Schaden & permanente Schmerzen im Knie

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Fallbeschreibung:

Implantat im Knie vergessen: Dauerhafte Schmerzen nach Knochenbruch

Ich wurde auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto angefahren und erlitt einen Wadenschienbeinbruch, der im Krankenhaus behandelt wurde (Marknagel, Fixierung mit Befestigung im Knie). Es kam zu einer Entzündung im Knie mit Not-OP und einem bleibenden Schaden im Knie.

Ein Stück der Fixierung wurde nicht entfernt und konnte Jahre später wegen vermutlich bevorstehender größerer Beschädigung am Knie nicht mehr entfernt werden. Im Rahmen der anschließenden Behandlung durch den Hausarzt/ die Hausärztin wurden die entsprechenden Unterlagen vom Krankenhaus angefordert. Dort gab es angeblich keine Akte mehr, weil man sie mir angeblich ausgehändigt hatte, was nicht stimmte.

Ich war damals Anfang 20, jung und naiv. Ich ließ es auf sich beruhen. Heute bin ich Anfang 50 alt und habe permanente Schmerzen und immer wieder Entzündungen im Knie. Angeblich hätte ich schon längst ein neues Knie benötigt, bin aber angeblich noch zu jung dafür.

Gut gelaufen:

Nichts

Schlecht gelaufen:

Der Krankenhausmitarbeiter, die mich in den Wochen nach der Operation mehrfach untersuchte, sagte mir, dass alles in Ordnung sei, obwohl ich Schmerzen/Beschwerden hatte. Der/ Die Chirurgin, der/die die Abschlussuntersuchung machte, sah das angeschwollene Knie und veranlasste eine Not-OP, nachdem zuvor Flüssigkeit entzogen wurde. Angeblich ist meine Behandlungsakte nicht mehr auffindbar.

Verbesserungsvorschläge:

Alles

Weitere Infos:

Das ist eigentlich ein Fall für die Berufsgenossenschaft, aber ohne Akte und Beweise…

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Unfall, eine Operation, und dann jahrelange Schmerzen – das ist eine außerordentlich belastende Erfahrung, die das Leben nachhaltig verändern kann. Dieser Fall zeigt, wie sich scheinbar kleinere Versäumnisse in der Nachsorge über viele Jahre hinweg zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen auswachsen können.

Nach einer Operation mit Marknagel (einem Metallstab, der im Knochen verankert wird, um einen Bruch zu stabilisieren) verbleiben manchmal Befestigungsteile im Körper, die zu einem späteren Zeitpunkt entfernt werden. Wenn dabei Teile zurückbleiben und dies nicht dokumentiert oder kommuniziert wird, können Betroffene diese Information nicht in ihre weitere Versorgung einbringen. Hinzu kommt: Wenn Krankenhausunterlagen nicht auffindbar sind, erschwert das spätere Behandlungen erheblich – und kann auch rechtliche Ansprüche, etwa gegenüber einer Berufsgenossenschaft (einer Einrichtung, die Arbeitsunfälle und deren Folgen absichert), praktisch unmöglich machen.

In einer Situation wie dieser – jung, frisch verletzt, im Krankenhaus angewiesen auf die Einschätzung des Fachpersonals – gab es für die Betroffene keinen realistischen Spielraum, alle notwendigen Informationen einzufordern oder die Vollständigkeit der Unterlagen zu überprüfen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Auch wenn Betroffene selbst in einer solchen Situation kaum handeln konnten, können Angehörige oder Vertrauenspersonen eine wichtige unterstützende Rolle übernehmen:

  • Es ist möglich, gemeinsam mit der betroffenen Person nach Operationen gezielt nach einem Entlassungsbrief und einem Operationsbericht zu fragen und sich Kopien aushändigen zu lassen. Diese Dokumente gehören der Patientin oder dem Patienten.
  • Angehörige können helfen, Fragen zu formulieren – zum Beispiel: „Welche Materialien wurden eingebracht, und was passiert damit langfristig?“
  • Wenn jemand nach einer Operation anhaltende Schmerzen oder Schwellungen beschreibt, können Begleitpersonen dabei unterstützen, auf eine erneute ärztliche Untersuchung zu bestehen – und das Anliegen klar und ruhig zu benennen.
  • Alle eingesammelten Dokumente lassen sich gut geordnet aufbewahren – etwa in einem einfachen Heftordner, den die betroffene Person selbst mit sich führt.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eigene Patientenakte anlegen: Nach jeder Operation oder stationären Behandlung ist es möglich, Kopien der wichtigsten Unterlagen (Operationsbericht, Entlassungsbrief, Röntgenbilder) anzufordern und selbst aufzubewahren. Das Recht dazu ist in Deutschland gesetzlich verankert (§ 630g BGB).
  • Implantate und Fremdmaterial dokumentieren: Wenn bei einer Operation Metall oder anderes Material eingebracht wird, kann man gezielt fragen: „Was genau wurde implantiert, und gibt es dazu einen Implantatpass?“ Viele Einrichtungen stellen heute standardmäßig einen Implantatpass aus.
  • Berufsgenossenschaft frühzeitig informieren: Bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz ist es ratsam, so früh wie möglich Kontakt zur zuständigen Berufsgenossenschaft aufzunehmen – sie kann eigene Unterlagen anfordern und den Fall begleiten.
  • Unabhängige Beratung in Anspruch nehmen: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung an – auch wenn Fragen zu Behandlungsverläufen oder fehlenden Unterlagen bestehen.

Sie sind nicht allein

Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder Fragen zu Behandlungsverläufen und Patientenrechten hat, kann sich kostenlos und unabhängig an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden. Weitere Informationen und anonymisierte Fallberichte finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de – weil jede geteilte Erfahrung dazu beitragen kann, die Versorgung für alle zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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