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2024-142

Fehlende Kinderarztpraxen auf dem Land

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Fallbeschreibung:

Kinderärztemangel auf dem Land: Versorgungslücke gefährdet Kinder

Ich wohne zusammen mit meinen 2 Kindern (4 und 8 Jahre) auf dem Land.
Leider sieht die ärztliche Behandlung in unserer Region sehr schlecht aus.
Es gibt nur noch eine Kinderarztpraxis, die alle Kinder in dieser Region betreuen soll. Aufgrund von Personalmangel kann die Praxis nur 4 Tage in der Woche geöffnet haben.

Wird dann ein/e Kinderarzt/ Kinderärztin gebraucht muss man weite Wege in Kliniken mit einer Kinderabteilung auf sich nehmen. Ich bekomme für meine Tochter nicht rechtzeitig einen Termin für die wichtige U- Untersuchung. Der Grund ist – keine Zeit- zu viele Termine. Der Andrang in der Praxis ist riesig. Eltern und ihre Kranken Kinder stehen bis auf die Straße in einer Schlange, um sich von einem Kinderarzt/ einer Kinderärztin behandeln zu lassen.

Trotz Beschwerden und Bitten ist die Kassenärztliche Vereinigung der Meinung, dass für unsere Region genügend Kinderärzte vorhanden sind??? Ich frage mich, wie man zu diesem Entschluss kommt? Die Arztpraxis tut was sie kann, das Problem liegt an der Institution, die festlegt wie viele Ärzte in welcher Region praktizieren dürfen! Hier herrscht vor allem im ländlichen Bereich dringender Handlungsbedarf!!

Gut gelaufen:

Die Kinderarztpraxis tut was sie kann und ist bemüht, kann jedoch dem Arbeitspensum in keinster Weise gerecht werden.

Schlecht gelaufen:

Ländliche Versorgung durch Kinderärzte

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Kassenärzrliche Sitze auf dem Land aufbauen. Medizinische Versorgung auf dem Land genauer unter die Lupe nehmen. Alternativen aufzeigen. In der Großstadt gibt es keine Probleme mit der Versorgung durch Kinderärzte. In unserer Region werden Patienten abgewiesen, die Hilfe benötigen!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn in einer Region zu wenige Kinderärztinnen und Kinderärzte für die Anzahl der Kinder zur Verfügung stehen, geraten Familien in eine belastende Lage – ganz ohne eigenes Zutun. In diesem Fall schildert eine Mutter, wie schwer es ist, selbst wichtige Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kinder zeitnah wahrnehmen zu können, obwohl die einzige Praxis vor Ort ihr Möglichstes tut.

In einer Situation wie dieser gibt es für Betroffene keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – das strukturelle Problem liegt außerhalb des Einflusses einzelner Familien. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Eltern und Begleitpersonen dennoch tun können

  • Es ist möglich, die Praxis gezielt nach der Warteliste für U-Untersuchungen (das sind die gesetzlich vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder) zu fragen und sich frühzeitig vormerken zu lassen – auch wenn ein Termin noch weit entfernt liegt.
  • Bei akuter Erkrankung eines Kindes kann der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktiert werden – dieser ist bundesweit rund um die Uhr erreichbar und kann einschätzen, ob und wo eine Behandlung möglich ist.
  • Es kann hilfreich sein, bei der Praxis nach Telefonsprechstunden oder Videosprechstunden zu fragen – manche Anliegen lassen sich so klären, ohne einen Vor-Ort-Termin zu benötigen.
  • Für nicht dringende Fragen ist es möglich, Kinderärztinnen oder Kinderärzte in umliegenden Städten anzufragen – manche Praxen nehmen auch Patientinnen und Patienten von weiter entfernt auf, wenn die Versorgungslage es erfordert.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Notfallkarte für jedes Kind anlegen, auf der Blutgruppe, Allergien, Medikamente und wichtige Vorerkrankungen vermerkt sind – das erleichtert die Behandlung in einer unbekannten Einrichtung.
  • Die nächstgelegene Klinik mit Kinderabteilung vorab heraussuchen und Adresse sowie Telefonnummer griffbereit aufbewahren.
  • Sich über die Möglichkeit informieren, Beschwerde bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des eigenen Bundeslandes einzureichen – Patientinnen und Patienten können dort auf Versorgungslücken aufmerksam machen. Die KV ist die zuständige Organisation, die die ambulante ärztliche Versorgung plant und sicherstellt.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenlos) kann dabei helfen, Rechte zu kennen und Wege aufzuzeigen, wenn die Versorgung nicht ausreicht.

Sie sind nicht allein

Viele Familien in ländlichen Regionen sind von ähnlichen Versorgungsproblemen betroffen – Ihre Erfahrung ist kein Einzelfall. Auf mehr-patientensicherheit.de können Situationen wie diese anonym geschildert werden, damit strukturelle Probleme sichtbar werden und zu Verbesserungen beitragen können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 1-4 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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