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2024-1183

Fehlbehandlung mit einem Fluspirilen-haltige Medikamente über ein ganzes Jahr

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Fallbeschreibung:

Falsche Medikation bei Angsterkrankung: Fluspiril ein Jahr lang

Ich wurde ein Jahr lang von einem Arzt/ einer Ärztin mit einem Fluspirilen-haltige Medikamente (Spritze) behandelt, obwohl ich mit einer ordentlichen Medikation und Psychotherapie vielleicht heute wieder im Arbeitsleben stehen könnte und meine schwere Angsterkrankung und daraus resultierenden Traumata sich nicht so ausgeprägt hätten.

Gut gelaufen:

Nichts

Schlecht gelaufen:

Der Arzt/ Die Ärztin hat mich, egal was ich ihm/ ihr berichtete (Psychosen, ständig schlimmer werdende Ängste, Suizidgedanken und -versuche, schwere Depressionen und ständige Panikattacken), nie ernst genommen und sagte mir immer wieder nur: „Es wird alles und gebe Ihnen heute die Spritze und nächste Woche sehen wir wieder“. Das ging genau 1 Jahr und jede Woche aufs Neue. Bis ich endlich mal eine Vertretungsärztin aufsuchen musste, weil der Arzt/ die Ärztin im Urlaub war. Diese Ärztin hat mir das Leben gerettet.

Verbesserungsvorschläge:

Dass diesem Arzt/ dieser Ärztin die Approbation entzogen wird. Denn egal wen ich danach gesprochen habe, berichtet ähnliches von diesem Arzt/ dieser Ärztin.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Jahr lang Woche für Woche zur Behandlung zu gehen, sich dabei immer schlechter zu fühlen – und dennoch nicht gehört zu werden: Das ist eine außerordentlich belastende Erfahrung. Wenn Symptome wie schwere Ängste, Panikattacken oder Suizidgedanken wiederholt geschildert werden, ohne dass die Behandlung daraufhin angepasst wird, kann das für Betroffene eine tiefe Erschöpfung und das Gefühl der Hilflosigkeit hinterlassen.

Fluspirilen ist ein Antipsychotikum (ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Psychosen entwickelt wurde) und wird heute nur noch selten eingesetzt. Seine Anwendung bei Angsterkrankungen gilt in der modernen Psychiatrie als umstritten. Wenn Symptome sich trotz laufender Behandlung deutlich verschlechtern, ist eine Überprüfung der Therapie medizinisch angezeigt – das ist ein allgemein anerkannter Grundsatz.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Es gibt Möglichkeiten, die eigene Situation aktiv einzuschätzen und bei Bedarf Unterstützung einzufordern – auch dann, wenn man sich bereits in einer laufenden Behandlung befindet.

  • Eine zweite Meinung einholen: Bei jeder psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung ist es möglich, ohne Angabe von Gründen eine zweite ärztliche Meinung zu suchen – zum Beispiel bei einer anderen Fachpraxis, einer psychiatrischen Institutsambulanz oder einer Universitätsklinik. Das ist kein Vertrauensbruch, sondern ein legitimes Recht.
  • Symptomveränderungen konkret benennen: Es kann helfen, Veränderungen des eigenen Befindens schriftlich festzuhalten und beim nächsten Termin gezielt anzusprechen – etwa: „Meine Angstzustände haben sich in den letzten Wochen deutlich verschlechtert. Ich würde gern besprechen, ob die aktuelle Behandlung noch passend ist.“
  • Behandlungsziele erfragen: In einem Gespräch lässt sich nachfragen: „Was soll diese Behandlung bei mir bewirken – und woran würden wir merken, dass sie wirkt?“ Klare Ziele helfen dabei, den Verlauf besser einzuschätzen.
  • Bei akuten Krisen zusätzliche Hilfe in Anspruch nehmen: Bei Suizidgedanken oder -impulsen ist es möglich, sich jederzeit an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos, 24 h), eine psychiatrische Notaufnahme oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) zu wenden – unabhängig von der laufenden Behandlung.

Worauf Sie achten können

  • Werden Ihre Beschwerden bei jedem Termin aktiv erfragt und ernst genommen – auch wenn sie sich seit dem letzten Besuch verändert haben?
  • Wird die Behandlung angepasst, wenn sich Ihre Symptome trotz laufender Therapie verschlechtern?
  • Erhalten Sie nachvollziehbare Erklärungen dazu, warum ein bestimmtes Medikament für Sie eingesetzt wird und welche Alternativen es geben könnte?
  • Haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern – und wird darauf inhaltlich eingegangen?

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine belastende Behandlungserfahrung gemacht haben und nicht wissen, welche Schritte möglich sind, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und neutrale Beratung an – telefonisch, online und in vielen Städten auch vor Ort.

Ihre Erfahrung kann anderen Menschen helfen: Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, Erlebnisse wie dieses anonym zu melden und so dazu beizutragen, dass Schwachstellen im Versorgungssystem sichtbar werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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