Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-078

Untypische Gürtelrose nicht erkannt mit anhaltenden Schmerzen

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Gürtelrose am Bein spät erkannt – Folgen für Patienten

Schmerzen entlang eines Beins, Rückenschmerzen und kleine Pusteln: wenn es am Oberkörper gewesen wäre hätte jeder auf Gürtelrose getippt, aber wenn die Entzündung im Lendenwirbelbereich liegt, sind die Beine betroffen.

Hausarzt und Krankenhaus haben es nicht erkannt, sondern eine Pflegekraft.

Hier unbedingt Schulungen anbieten!!! Ich hab immer noch eine Neuralgie wegen des zu späten Therapiebeginns.

Gut gelaufen:

Ein wache Pflegekraft und ein Apotheker, der mir geraten hat zum Bereitschaftsdienst zu gehen.

Schlecht gelaufen:

Diagnose nicht gestellt, Unkenntnis über untypischeres Erscheinungsbild

Verbesserungsvorschläge:

Schulungen

Weitere Infos:

Der Neurologe wollte mich eigentlich auch nicht behandeln, er sei voll und ich würde den Termin seiner Arzthelferin verdanken. Besser gesund bleiben in Deutschland :-(

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Anhaltende Schmerzen ohne klare Ursache sind belastend – besonders dann, wenn mehrere Anlaufstellen aufgesucht werden und die Beschwerden dennoch zunächst ungeklärt bleiben. Eine Gürtelrose (Herpes zoster – eine Reaktivierung des Windpocken-Virus im Nervensystem) zeigt sich nicht immer mit dem bekannten Hautausschlag am Rumpf. Tritt sie im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, können die Schmerzen und Hautveränderungen stattdessen an den Beinen erscheinen – ein Bild, das seltener mit einer Gürtelrose in Verbindung gebracht wird und dadurch schwerer zu erkennen ist.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn Beschwerden trotz mehrerer Arztbesuche ungeklärt bleiben, gibt es Möglichkeiten, aktiv auf eine weitere Abklärung hinzuwirken.

  • Es ist möglich, alle Symptome – auch scheinbar unzusammenhängende – schriftlich festzuhalten und bei jedem Termin vollständig zu schildern. Dazu können Zeitpunkt des ersten Auftretens, genaue Lage der Schmerzen und das Aussehen von Hautveränderungen gehören.
  • Wer das Gefühl hat, dass die bisherigen Erklärungen die Beschwerden nicht vollständig erfassen, kann direkt nachfragen: „Gibt es Erkrankungen, bei denen diese Kombination aus Schmerzen und Hautveränderungen typisch ist?“
  • Auch Apotheker:innen oder Pflegefachpersonen können als erste Anlaufstelle hilfreich sein – wie dieser Fall zeigt. Sie können auf Auffälligkeiten hinweisen und gegebenenfalls empfehlen, eine weitere Stelle aufzusuchen.
  • Bei neu auftretenden Hautsymptomen in Kombination mit starken Nervenschmerzen ist es möglich, gezielt nach einem dermatologischen oder neurologischen Konsil (d. h. einer Zweitmeinung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt eines anderen Gebiets) zu fragen.

Worauf Sie achten können

  • Schmerzen, die entlang einer Körperseite verlaufen – zum Beispiel an einem Bein oder in der Hüftregion –, können auf eine Reizung bestimmter Nervenbahnen hindeuten und sind eine Beschreibung wert.
  • Kleine Bläschen oder Pusteln, auch wenn sie weit entfernt von der eigentlichen Schmerzquelle erscheinen, können ein wichtiger Hinweis sein und lassen sich beispielsweise fotografisch festhalten.
  • Bei einer Gürtelrose ist ein früher Therapiebeginn wichtig, um Folgebeschwerden wie anhaltende Nervenschmerzen (Postzosterische Neuralgie) zu reduzieren – das Einfordern einer raschen Abklärung ist in solchen Situationen sinnvoll.
  • Wer sich in einer Praxis oder Ambulanz nicht ausreichend gehört fühlt, kann nach einer zweiten Meinung fragen oder die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktieren.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung bei Fragen rund um Diagnose, Behandlung und Patientenrechte – erreichbar unter www.patientenberatung.de. Erfahrungen wie diese können außerdem auf mehr-patientensicherheit.de gemeldet werden, damit andere von ähnlichen Situationen erfahren und das Versorgungssystem davon lernen kann.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:sonstiger Bereich, Krankenhaus, Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team