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2024-016

Ich wurde nicht ernst genommen – Schwangerschaftsvergiftung verspätet erkannt

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Fallbeschreibung:

HELLP-Syndrom verspätet erkannt: Patientenerfahrung

Als ich mit meinem ersten Kind in der 35.Schwangerschaftswoche war ging es mir plötzlich sehr schlecht. Mir war übel, ich hatte Bauchschmerzen und das Gefühl krank zu werden. Weil mein Bauch so schmerzte und ich Sorge hatte, dass das Baby zu früh kommt, bin ich mit meinem Mann am frühen Abend in die Klinik gefahren.
Dort wurden die Herztöne kontrolliert, ein Ultraschall gemacht, ich wurde untersucht, der Urin kontrolliert und es wurde Blut abgenommen. Der Muttermund war wohl geschlossen. Da sehr viel los war, schoben sie mich in einen Überwachungsraum. irgendwann kam der/die Arzt/Ärztin und meinte, dass die Blutwerte in Ordnung seien. Auch eine Entzündung könne man ausschließen.

Mir ging es jedoch immer schlechter und die Schmerzen nahmen zu. Sie meinten, dass sie mich in zur Überwachung da behalten, am nächsten Tag nochmals Blut abnehmen würden, da ein Wert grenzwertig sei und gaben mir eine Tablette mit Paracetamol gegen die Schmerzen.
Wir haben schon gemerkt, dass viel zu tun war und ich versuchte es auszuhalten, obwohl es mir gar nicht gut ging. Wenn ich mich meldete, und untersucht wurde wurde mir gesagt, dass ich warten müsse, bis ich wieder eine Tablette haben könnte. Der Muttermund wäre immer noch zu.

Die ganze Nacht quälte ich mich und fragte dann die Hebamme, die mich morgens übernommen hatte, ob ich nicht ein stärkeres Mittel haben könnte. Sie nahm mich endlich ernst und wunderte sich, warum ich ohne Wehen so starke Schmerzen hatte. Sie gab mir etwas über die Vene, was nur kurz half. Meine Bauchschmerzen wurden immer schlimmer und ich musste mich übergeben. Außerdem sah sie mir an, dass es mir elend ging.

Sie holte eine/n Arzt/Ärztin, es wurde nochmals Blut abgenommen und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Ich bekam einen Kaiserschnitt bei HELLP-Syndrom in Vollnarkose. Meinem Baby ging es gut und mir nach ein paar Tagen auch, aber ich bin enttäuscht, dass es so lange gedauert hat, bis jemand meine Schmerzen ernst genommen hat.
Ich hatte das Gefühl als wehleidig zu gelten, obwohl ich mehrfach gesagt hatte, dass ich sowas nicht kenne und es mir schlecht geht.
Mein Mann war auch sehr besorgt und überfordert, weil er mich noch nie in einem so schlechten Zustand gesehen hat. Er hat versucht mir zu helfen und immer wieder Wärmekissen besorgt, aber das hat nicht geholfen.
Außerdem war es eine unschöne Erfahrung so schnell einen Kaiserschnitt zu bekommen.
Wir hätten gerne ein wenig Zeit gehabt uns darauf vorzubereiten.

Gut gelaufen:

Die Hebamme, die zum Tagdienst kam hat mich ernst genommen und sich engagiert.

Schlecht gelaufen:

Ich wurde nicht ernst genommen und sie dachten, dass ich Senkwehen habe.

Verbesserungsvorschläge:

Genau zuhören & Patienten und Angehörige ernst nehmen

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Schwangerschaft, die plötzlich lebensbedrohlich wird – das ist eine Situation, die Betroffene und ihre Angehörigen tief erschüttert. Wenn starke Schmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl in der Spätschwangerschaft auftreten, kann es sein, dass ernste Komplikationen wie ein HELLP-Syndrom dahinterstecken – eine schwere Form der Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie), bei der Leber, Blutgerinnung und rote Blutkörperchen betroffen sind und die sich manchmal schleichend oder untypisch entwickelt.

Solche Verläufe stellen auch erfahrenes medizinisches Personal vor diagnostische Herausforderungen, weil die Symptome zunächst unspezifisch wirken können. Gleichzeitig wissen Betroffene selbst oft am besten, dass etwas nicht stimmt – dieses Körpergefühl ist eine wichtige Information.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer das Gefühl hat, dass die eigenen Beschwerden nicht ausreichend wahrgenommen werden, kann verschiedene Wege nutzen, um sich Gehör zu verschaffen.

  • Es ist möglich, die eigenen Symptome klar und wiederholt zu benennen – auch wenn man sich dabei unwohl fühlt. Formulierungen wie „Ich kenne mich, und dieses Gefühl ist für mich ungewöhnlich – ich mache mir ernsthafte Sorgen“ können helfen, den eigenen Eindruck deutlich zu machen.
  • Eine Begleitperson kann die eigene Stimme verstärken – wenn es möglich ist, jemanden mitzunehmen, der die Wahrnehmung von außen schildern kann: „Ich kenne sie gut, und ich habe sie noch nie in einem solchen Zustand erlebt.“
  • Es ist möglich, direkt nach dem aktuellen Stand der Untersuchungsergebnisse zu fragen und sich erklären zu lassen, warum ein Wert als „grenzwertig“ eingestuft wird – und wann eine erneute Kontrolle geplant ist.
  • Wenn sich der Zustand trotz Behandlung verschlechtert, kann man ausdrücklich darum bitten, nochmals untersucht zu werden – auch wenn kurz zuvor schon eine Untersuchung stattgefunden hat.

Worauf Sie achten können

  • Starke Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen in der Spätschwangerschaft können auf eine ernste Schwangerschaftskomplikation hinweisen – auch wenn der Muttermund noch geschlossen ist und (noch) keine Wehen spürbar sind.
  • Wenn sich Beschwerden trotz Schmerzbehandlung nicht bessern oder sogar verschlechtern, ist das eine wichtige Information, die das medizinische Team kennen sollte.
  • Angehörige können in solchen Situationen aktiv werden – als ruhige, beobachtende Stimme, die eigene Wahrnehmungen benennt und bei Bedarf nochmals das Gespräch mit dem Personal sucht.
  • Wer sich nicht ernst genommen fühlt, kann – sofern möglich – ausdrücklich nach einer weiteren Einschätzung fragen, zum Beispiel durch eine andere Fachperson im Dienst.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Geburt, Kreißsaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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