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2025-209

Ehemann verstorben – Aneurysma trotz Befund in Klinik ignoriert

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Fallbeschreibung:

Bauchaortenaneurysma übersehen: Patient verstorben

Ehemann bricht Freitags 2022 morgens zu Hause mit massiven Oberbauchschmerzen zusammen, RTW wird gerufen. Vor Ort wird mit EKG Herzrasen festgestellt, dieses wird auf die starken Schmerzen geschoben, mein Mann war zu dem Zeitpunkt vor Schmerzen schweißgebadet. Man stellt Verdacht auf Gallenkolik, nimmt ihn mit ins nächstgelegene KH. Ich selbst durfte nicht mitfahren aufgrund der noch geltenden Coronamaßnahmen. Also schnell zum Test, meine Vermieter fuhr mich das ins KH. Ich bin ca. 3 Stunden nach Aufnahme dort eingetroffen.
Mein Mann lag auf Zimmer am Schmerztropf, immer noch mit massiven Schmerzen, dazu Durchfall und dauerndes übergeben. Dieses hat er mehrfach ans Pflegepersonal gemeldet, da er nicht einmal Wasser bei sich behalten konnte. Ein Arzt war nicht aufzufinden, als ich mit diesem sprechen wollte, meine Mann berichtet, das er diesen auch noch nicht zu Gesicht bekommen haben. ich selbst fuhr gegen Abend nach Hause, bis Dato war kein Arzt greifbar.
Mein Mann berichtet mir Samstag morgens via Whatsapp, das mal kurz ein Ärztin bei ihm war, die fragte, ob er noch Hause gehen könne. Er schilderte seine Beschwerden, daraufhin wurde Stuhlprobe entnommen. Ohne das ein Ergebnis vorlag, wurde ihm mitgeteilt, er habe den Norovirus. Quarantänemaßnahmen wurden nicht getroffen.
Als ich gegen Mittag im KH an kam, gab es nicht wie üblich, irgendeinen Hinweis, das man das Zimmer nur mit Maske ect. wegen Ansteckungsgefahr betreten dürfe.
Mein Mann hatte weiterhin Durchfall und Erbrechen, teilweise schon mit Galle. Auch hier wieder kein Arzt greifbar. Da er schlafen wollte, fuhr ich wieder heim.
Sonntag morgen berichtete er wieder über WhatsApp, das die Ärztin da gewesen wäre, man ihm trotzt Schmerzen den Tropf entfernt hätte und er wieder gefragt wurde, ob er nach Hause könne. An diesem Tag kein Besuch durch mich, da er versuche wolle, irgendwie zu schlafen, wenn möglich.
Montags wurde er von der behandelnden Ärztin quasi rausgeschmissen, da er ja nur Magenprobleme habe. Schmerzen und Übelkeit nach wie vor vorhanden. Ergebnis der Stuhlprobe nach wie vor nicht vorliegend. Gewichtsverlust Freitag bis Sonntag lag bei 12 kg, festgestellt durch eigene Waage, die mein Mann täglich benutzte.
Nach Entlassung ging er direkt zu unserem Hausarzt, der erst einmal ein großes Blutbild für den nächsten Morgen(Mittwoch) veranlasste und einen Ultraschalltermin ansetzte. Weiterhin bekam er erst einmal eine Mittel gegen die Magenbeschwerden und starke Schmerzmittel.
Mein Mann war dann einige Tage zu Hause, mit massiven Schmerzen, die in den Rücken ausstrahlten. Pendelte in der Zeit zwischen Couch und Bett hin und her, da er nicht richtig liegen konnte. Weiterhin konnte er nach wie vor kaum etwas zu sich nehmen, ohne zu Erbrechen oder Durchfall zu haben. Großer Flüssigkeitsverlust, der an den Füßen ersichtlich war, Haut komplett ausgetrocknet und rissig.
Schonkost gekocht, diese konnte er ab Donnerstag ohne Erbrechen zu sich nehmen, auch Getränke bleiben wieder drin. Durchfall ging langsam zurück.
Übers Wochenende auf leichte Schmerzverbesserung.
Dann Anruf durch Hausarzt, er solle sich sofort wieder ins KH begeben ,Blutwerte haben einsetzendes akutes Nierenversagen ergeben. Wir sollen Notfalleinweisung abholen, Notwendigkeit CT wurde mitgegeben. Sollen uns ins selbe KH begeben, da O-Ton Hausarzt, diese es versaut haben und wieder zu richten haben.
Wir begaben uns wieder ins KH, dort warteten wir 4 Stunden in der Notaufnahme, bei meinem Mann setzten aufgrund des langen Sitzens wieder massive Schmerzen ein, die ich mehrfach meldete, aber ignoriert wurde. Ich wurde dann auch lauter, so das man meinen Mann zumindest in einen Raum legte, so das er sich hinlegen konnte. Ich bat darum, sofort informiert zu werden, sobald ein Arzt sich ihn anschaut. Dieses verweigerte man mir wegen Coronamaßnahmen, auch hier musste ich lauter werden und erklären, das ich meinem Mann nach dem letzten Wochenende nicht mehr allein mit einem Arzt lassen werde.
In der Zwischenzeit kam kurz eine Schwester, die mit mitteilte, das man meinem Mann Blut abgenommen habe und er dabei ohnmächtig geworden ist, es aber alles nicht schlimm wäre, das passiere schon mal.
Nach weiteren 2 Stunden Wartezeit durfte ich zu ihm, es war ein Arzt anwesend, der einen oberflächlichen Ultraschall machte, seiner Meinung nach nichts sah, aber die Aufnahme wegen dem Nierenverdacht veranlasste.
Wieder 2 Stunden Wartezeit, bis mein Mann auf Station aufgenommen war. Von einem Arzt weit und breit nichts zu sehen. Mich wollte man rauswerfen, da die Besuchszeit schon zu Ende sei. Ich entgegnete, das ich das KH nicht verlasse, solange nicht ein Arzt bei meinem Mann. Dieses eskalierte, nach innerhalb einer Stunde 3 Schwestern mit vor die Tür setzen wollten, mir sogar mit dem Sicherheitsdienst drohten. Ich habe im Gegenzug mitgeteilt, das könne man gerne versuchen, ich werde dann die Polizei rufen. Man sollte doch bitte dafür sorgen, das endlich ein Arzt bei meinem Mann erscheine.
Dieses dauerte nochmals eine Stunde, Stationsärztin erschien mit 2 Assistenzärzten. Tropf mit AB und Elektrolyte wurde veranlasst. Meine Anfrage zum CT wurde abgeschmettert, das brauche man nicht.
Nach dem mein Mann endlich versorgt war und auch sehr ko, fuhr ich nach Hause. Er berichtet mir abends, das er das erste AB nicht vertragen habe, ein neues erhalte, er sich aber besser fühle und jetzt schlafen würde.
Einen Tag später meldetet er sich morgen gegen 9 Uhr, das er sich besser fühle und gleich einen Ultraschall des Bauchraums habe. Gegen 9:30 teilte er mir mit, man habe nichts auffälliges gefunden, er haben aber stechende Rückenschmerzen in Höhe des Brustbeins und dagegen Ibuprofen erhalten.
Ich machte mich gegen 12 Uhr auf den Weg zum KH, inklusive Coronatest und Einkauf gewünschter Getränke meines Mannes.
Gegen 14:30 traf ich am KH ein, da Besuchszeit erst ab 15 Uhr, musste ich draußen warten. Ich kontrollierte mein Handy auf Anrufe und Nachrichten, dabei sah ich, das das KH um 13:30 Uhr angerufen hat, ich habe diese überhört, da ich in der Bahn saß. Also zurückgerufen, man teilte mir mit, ich solle sofort auf die Intensivstation kommen. Dort angekommen, wurde ich in einen Warteraum verfrachtet, wo mich ca. 15 Minuten später die behandelnden Ärzte vom Vortag abholten.
Mir wurde mitgeteilt, das mein Mann um 13:35 Uhr aufgrund eines gegen 12:30 beim Schlucken des Mittagessens geplatzten Bauchaortenaneurysmas verstorben sei. Man habe ca. eine Stunde wiederbelebt, ohne Erfolg. Ich war erst einmal im Schockzustand, Verwandte informiert ect.
Einen Tag später vormittags Anruf der Kripo. Das KH habe unbekannte Todesursache angegeben, daher wurde diese eingeschaltet, man wolle, wenn es mir möglich ist, eine Schilderung der Ereignisse. Nach Schilderung wurde mir mitgeteilt, das es aufgrund dessen nun eine Untersuchung und Obduktion geben werde.
Kurz danach Anruf der behandelnden Ärztin im KH, die mir mitteilte, das man beim Ultraschall nur eine 1 mm Erweiterung der Aorta gesehen haben, was nicht auffällig ist. Gleiches wurde auf Wunsch auch meinem Schwager telefonisch so erklärt.
Nach abklingen des Schockzustands bei mir habe ich um ein Gespräch mit allen behandelnden Ärzten gebeten, da alles sehr undurchsichtig war. Ein Bekannter begleitete mich als Zeuge.
Das Gespräch habe ich nach 15 Minuten abgebrochen, da weder einfach Fragen wie z.B. das Ergebnis der Stuhlprobe beantwortet wurde, als auch, das mich die erst behandelnde Ärztin auslachte, weil man keine Fehler machen würde in einem KH.
Daraufhin schaltete ich einen Anwalt ein. Anforderung sämtlicher Unterlagen musste 2x gemacht werden, da die ersten Zusendung unleserlich war.
Nach 2. Anforderung war ersichtlich, das man morgens im Ultraschall ein Aneurysma der Bauchaorta in Höhe des Brustbeins festgestellt hat, aber keine weiteren Maßnahmen ergriffen habe. Weiterhin war im Ergebnis der Stuhlprobe ersichtlich, das diese 24 Stunden später vorlag und kein Norovirus nachgewiesen wurde.
Außerdem war ersichtlich, das mein Mann nicht über das Aneurysma informiert wurde, was man schon als grob fahrlässig hinstellen kann.

Darauf wurde durch meine Anwältin versucht, ein Gutachten über die Ärztekammer erstellen zu lassen, das KH verweigerte dabei sowohl die Mitarbeit als auch die anteilige Kostenübernahme. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel war die Erstellung privat nicht möglich.

Zwischenzeitlich wurde aufgrund der Kripountersuchung ein Gutachten durch die Staatsanwaltschaft erstellt, welches mir durch meine Anwältin mitgeteilt wurde. Der Gutachter der Staatsanwaltschaft stellte eindeutig fest, das aufgrund der Feststellung des Aneurysmas mein Mann umgehend in die nächstgelegene Uniklinik mit Herzzentrum verlegt werden müssen, da das behandelnde KH darüber nicht verfügte. Auch das nicht stattgefundene CT wurde bemängelt, da man damit das Aneurysma schon beim ersten Aufenthalt hätte feststellen und Maßnahmen hätte ergreifen können. Bemängelt wurde vor allem, das man keine Rettung versucht hat, da unter Umständen diese möglich gewesen wäre. Letztendlich aufgrund fehlender Mitwirkung des KH nicht möglich, gegen diese vorzugehen.

Gut gelaufen:

Nur die Behandlung durch den Hausarzt, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten um meinen Mann bemüht hat.

Schlecht gelaufen:

Alles, was das KH betrifft. Man hat sich weder gekümmert, noch Diagnosen ernst genommen, im Gegenteil, die Angehörigen wurden wissentlich belogen, das KH verweigerte Mitarbeit an Aufklärung.

Verbesserungsvorschläge:

Alles. Die Ärzte waren absolut ignorant, es wurde keinerlei präventive Maßnahmen ergriffen, die unter Umständen lebensrettend gewesen wäre.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Fall beschreibt den Verlust eines Ehemanns – eine Erfahrung, die kaum in Worte zu fassen ist. Was die Betroffene erlebt hat: massive, anhaltende Beschwerden ihres Mannes, das Gefühl, nicht gehört zu werden, und am Ende eine Diagnose, die zu spät kam. Solche Situationen – in denen ein medizinischer Befund vorliegt, aber keine weiteren Schritte folgen und Angehörige keinen Zugang zu Informationen erhalten – können vorkommen, auch wenn sie selten sind. Für Betroffene und Angehörige ist es wichtig anzuerkennen: In einer Situation wie dieser lagen die wesentlichen Entscheidungen und Informationen beim medizinischen Personal. Für die betroffene Person selbst und ihre Angehörigen gab es nur begrenzten Spielraum zum Eingreifen – das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen in ähnlichen Situationen tun können

  • Präsenz zeigen und einfordern: Angehörige können – wie in diesem Fall geschehen – beharrlich darauf bestehen, bei ärztlichen Gesprächen dabei zu sein. Eine mögliche Formulierung: „Ich möchte beim nächsten Arztgespräch anwesend sein. Wann findet dieses statt?“
  • Symptome schriftlich festhalten: Es ist möglich, Beschwerden, deren Verlauf und Zeitpunkte in einem einfachen Notizbuch oder auf dem Smartphone zu dokumentieren – einschließlich Datum, Uhrzeit und konkreter Symptome. Diese Aufzeichnungen können bei Gesprächen mit dem medizinischen Personal hilfreich sein.
  • Nachfragen zu vorliegenden Befunden: Angehörige können gezielt fragen, ob Untersuchungsergebnisse vorliegen und was diese bedeuten – zum Beispiel: „Gibt es bereits Ergebnisse aus dem Ultraschall? Was wurde dabei festgestellt?“
  • Eine zweite Meinung einfordern: Wenn Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlechtern, ist es möglich, ausdrücklich nach einer Verlegung oder einer fachärztlichen Zweitmeinung zu fragen – das ist ein legitimes Recht von Patient:innen und Angehörigen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenverfügung (ein Dokument, in dem man im Voraus festlegt, welche medizinischen Maßnahmen man wünscht oder ablehnt) können dafür sorgen, dass Angehörige im Ernstfall rechtlich abgesichert handeln und Informationen erhalten können.
  • Eine Notfallkarte mit wichtigen Vorerkrankungen, Medikamenten und dem Namen einer Vertrauensperson kann die Kommunikation in der Notaufnahme erleichtern – besonders wenn Betroffene selbst nicht mehr sprechen können.
  • Es ist möglich, sich bereits im Vorfeld zu informieren, welche Kliniken in der Region über spezialisierte Abteilungen – etwa ein Herz- oder Gefäßzentrum – verfügen. Diese Information kann im Notfall wertvoll sein.
  • Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler gibt es kostenfreie Anlaufstellen: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 berät vertraulich zu Rechten und möglichen nächsten Schritten.

Sie sind nicht allein

Wer eine ähnliche Erfahrung gemacht hat oder Fragen zu Patientenrechten hat, kann sich jederzeit an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und anonym. Weitere Informationen und Berichte aus der Praxis finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis, Krankenhaus, Normalstation, Notaufnahme
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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