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2024-254

Diagnose und Ursache für jahrelangen Bluthochdruck zu spät erhalten

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Fallbeschreibung:

Phäochromozytom jahrelang übersehen – Bluthochdruck richtig abklären

Im Alter von Mitte 30 Jahre erhielt ich die Diagnose Bluthochdruck. Diese Diagnose wurde wiederholt von verschiedenen Ärzten in verschiedenen Städten wiederholt. Symptome die ich beschrieb, wie massive Schweißausbrüche in Schlaf, wurde nicht beachtet und bagatellisiert (Wechseljahre, Lebenswandel umstellen, trotz ausreichen Schlaf, Idealgewicht, kein Alkohol, usw.).

Im Alter von 50 Jahren wurde dann zum Bluthochdruck, eine Sklerose der Blutgefäße diagnostiziert vom Nephrologen. Auch dies war eine Fehldiagnose. Erst der Radiologe / die Radiologin stellte fest, dass bei mir ein Phäochromsytom (Grösse Tischtennisball) vorhanden war, was die Ursache für den jahrelangen Bluthochdruck war. Große Bauch OP in einer Klinik. Nach Operation (6 Std.) Neuralgie in den Füßen.

Dazu zwei Wochen später nach der ersten Entlassung noch eine geplatzte Gallenblase. Wurde vom dem Hausarzt / von der Hausärztin und von den Rettungssanitäten nicht erkannt (Einlieferung in ein Krankenhaus nur nach massiver Forderung von mir), genauso wenig vom dem aufnehmenden Arzt / vor der aufnehmenden Ärztin im Krankenhaus. Bis zur Gallen OP ging die Ärzte von der Entfernung der Gallenblase aus und OP geschah Tage nach der Aufnahme. Nach der OP „schimpften“ die Ärzte mit mir, da es im Bauchraum nur noch eine geplatzte Gallenblase gab und die OP 4 1/2 Stunden dauerte, um den Bauchraum zu säubern.

Krankenkasse hat es null interessiert und Reha abgelehnt. Beratung zur falschen Behandlung? Nix, nada, niente!

Spätfolgen: weiterhin Neuropathies, dauerhaft Medikamente, usw.

Ich bin froh all das überlebt zu haben, aber Vertrauen zu Ärzten und ihren Diagnosen haben ich nur sehr beschränkt. Darf jetzt wohl auf den Schlaganfall warten.

Gut gelaufen:

Wochenlange gute Vorbereitung auf die OP zur Entfernung des Phäochromosytom durch die Endokrinologen der Klinik und ihr in die Schranken weisen der Operateure, die innerhalb kürzester Zeit operieren wollten, obwohl dies bei der Erkrankung null angezeigt ist! OP wäre wohl gelungen, aber wie die Endokrinologen anmerkten, wohl schlecht für mein Leben.

Schlecht gelaufen:

Mangelhafte Diagnostik über Jahre hinweg durch verschiedene Ärzte in zwei Städten, trotz regelmäßiger Untersuchungen aufgrund des Bluthochdrucks. (Kontrolle der Medikamente und Langzeitblutdruckmessungen, mit wohl atypischen Verläufen trotz Medikamenten).

Verbesserungsvorschläge:

Genauere Diagnostik, die das besondere zunächst ausschließt und dann vielleicht mal generalisiert. Im übrigen sind mir weitere Fälle bekannt, bei denen diese besondere Erkrankung (Phäochromosytom) massiv verspätet erkannt wurden und bei der Diagnostik nicht mal in Erwägung gezogen! Krankenkassen sollten von sich aus auf Patienten mit möglichen Behandlungsfehlern zu gehen. Sie sehen doch die Rechnung!

Weitere Infos:

Es ist immer noch ein Skandal, dass trotz der Sozialwahlen, im Bundesausschuss Krankenkassen und Ärzte Entscheidungen treffen und wir Beitragszahler nur beratende Funktion, obwohl unsere Krankenkassenbeiträge das System stützen. Motto scheint zu sein, was interessiert uns der Patient. Er kostet dich nur.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Fall zeigt, wie belastend es ist, wenn körperliche Beschwerden über viele Jahre hinweg nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen. Die betroffene Person hat einen langen, kräftezehrenden Weg hinter sich – mit mehreren Fehldiagnosen, schweren Operationen und ernsthaften Komplikationen.

Ein Phäochromozytom (ein meist gutartiger Tumor der Nebenniere, der unkontrolliert Stresshormone ausschüttet und dadurch unter anderem starken Bluthochdruck verursacht) ist eine seltene Erkrankung. Seltene Erkrankungen werden im medizinischen Alltag statistisch gesehen seltener in Betracht gezogen – auch dann, wenn Symptome wie nächtliche Schweißausbrüche und schwer einstellbarer Bluthochdruck Hinweise geben könnten. Hinzu kamen in diesem Fall weitere schwerwiegende Komplikationen, darunter eine geplatzte Gallenblase, die zunächst nicht erkannt wurde. Dass die betroffene Person trotz allem auf eine Krankenhauseinweisung bestand, war in dieser Situation entscheidend.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer unter Bluthochdruck leidet, der sich trotz Medikamenten und gesundem Lebensstil nicht gut einstellen lässt, kann aktiv nachfragen, ob mögliche Ursachen systematisch abgeklärt wurden.

  • Es ist möglich, die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt direkt zu fragen, ob seltene Ursachen für den Bluthochdruck bereits ausgeschlossen wurden – zum Beispiel: „Gibt es Erkrankungen, die Bluthochdruck verursachen können und bei mir noch nicht untersucht wurden?“
  • Wer das Gefühl hat, dass seine Symptome nicht vollständig gehört werden, kann eine Zweitmeinung einholen. Gesetzlich Versicherte haben darauf in vielen Situationen einen Anspruch.
  • Ein persönliches Symptomtagebuch kann helfen, Muster sichtbar zu machen – zum Beispiel: wann Schweißausbrüche auftreten, wie oft und in welcher Intensität. Konkrete Aufzeichnungen erleichtern das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.
  • Bei unklaren oder neu auftretenden starken Beschwerden – besonders nach einer Operation – ist es möglich, auf einer umgehenden Abklärung zu bestehen, auch wenn eine erste Einschätzung beruhigend ausgefallen ist. Eine Formulierung wie „Ich mache mir ernsthafte Sorgen und möchte, dass das gründlich untersucht wird“ kann dabei helfen, Gehör zu finden.

Worauf Sie achten können

  • Bluthochdruck, der trotz Medikamenten und gesundem Lebensstil schwer kontrollierbar bleibt, kann ein Hinweis auf eine körperliche Ursache sein – eine weiterführende Diagnostik ist in solchen Fällen anfragbar.
  • Symptome wie wiederkehrende nächtliche Schweißausbrüche, Herzrasen oder starke Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Bluthochdruck lassen sich gezielt ansprechen und dokumentieren.
  • Nach einer Operation ist es möglich, die Entlassungsunterlagen sorgfältig zu lesen und bei neu auftretenden Beschwerden frühzeitig ärztliche Hilfe zu suchen – auch wenn kurz zuvor bereits eine Entlassung stattgefunden hat.
  • Bei Ablehnung von Reha-Maßnahmen oder anderen Leistungen durch die Krankenkasse ist ein Widerspruch möglich. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unterstützt dabei kostenlos und neutral.

Sie sind nicht allein

Wer nach einer belastenden Behandlungserfahrung Orientierung sucht, kann sich kostenlos und unabhängig an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, Erfahrungen anonym zu teilen und damit dazu beizutragen, dass ähnliche Situationen in Zukunft besser erkannt werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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