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2025-349

Spießrutenlauf Fehldiagnosen und Versorgungslücke bei komplexer neuroimmunologischer Erkrankung

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Fallbeschreibung:

Ich lebe nach komplexen onkologischen Vorerkrankungen im Jugendalter und in Folge im Erwachsenenalter mit diversen Therapieschäden und habe im Zuge dessen eine bisher nicht diagnostizierte neuroimmunologische Grunderkrankung entwickelt, die irgendwo zwischen Rheumatologie und Neuroimmunologie angesiedelt ist. Die Art der Erkrankung zieht es nach sich, dass sie durch Impfungen verschlimmert wird, hierzu gibt es objektive Befunde (Entzündungswerte, Autoantikörper) aber trotzdem werde ich stets weggeschickt und eine Diagnose wird verweigert. Darüber hinaus wurde ich, wie so viele andere Patienten, schnell in die „Psychoschiene“ gesteckt, so dass sich im Laufe der Jahre die Erkrankung weiter verschlechtert hat. Nach dem sich ein Verdacht auf virale Reaktivierung (bei meiner Vorgeschichte und Autoimmunität nicht so ungewöhnlich) durch einen erfolgreichen Behandlungsversuch erhärtet hat, wurde nach einer weiteren Nervenwasseruntersuchung mit verschlechtertem Befund weder ein Befundbrief noch eine Weiterüberweisung erstellt, sodass ich nach wie vor nicht versorgt bin. Ich habe bereits von 2 Praxen schriftlich, dass ich mich nicht wieder vorstellen soll bzw. das eine Weiterüberweisung an eine Uniklinik verweigert wird. Eine klar vorliegende rheumatologische Diagnose (Leitlinie der Gesellschaft für Immunologie) wurde verweigert, trotz erfüllter Diagnosekriterien. Nur auf Drängen sowie wiederholte Wiedervorstellungen wurde schlussendlich ein Mittel verordnet. Allerdings wurde vorher ein Mittel vorgeschlagen, welches aufgrund der onkologischen Vorgeschichte klar kontraindiziert ist. Die komplette Last (Befunde studieren, Studien lesen, Befunde interpretieren) sowie die Suche nach einer geeigneten Anlaufstelle liegen auf mir als Patientin sowie auf dem Hausarzt, der jedoch auch nicht erfolgreich ist. Die Krankheit an sich ist eine Belastung, aber die fehlende Versorgung sowie das aus meiner Sicht mangelnde Verantwortungsbewusstsein der Ärzte erzeugen nicht nur unnötige Kosten, sondern führen zu einer Verschlechterung, die meine Erwerbsfähigkeit bedroht.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Fehlende Aufklärung, vorschnelle Psychosomatik-Diagnose ohne ausreichende diagnostische Abklärung, in Folge Verschlechterung der Symptomatik und Verlust der Mobilität sowie Einschränkung Leistungsfähigkeit, Verlust der Lebensqualität. Vorschlag eines krebserregenden Mittels bei onkologischer Vorbelastung.

Verbesserungsvorschläge:

Wenn ein Arzt überfordert ist oder nicht weiter weiß, ist es das geringste, den Patienten bei der Suche nach einer geeigneten Anlaufstelle zu unterstützen. Es kann nicht die Last bzw. Verantwortung des Patienten sein, jede Verordnung auf Kontraindikationen zu prüfen. Es muss klare Versorgungstrukturen für Patienten mit seltenen Erkrankungen geben und die Stellung einer psychosomatischen Diagnose darf nur nach Abklärung von organischen Ursachen erfolgen.

Weitere Infos:

Ich bin mir sicher, dass durch Digitalisierung sowie strukturierte digital gestützte Diagnosestellung in Zukunft viele Fehldiagnosen sowie Behandlungs- und Versorgungsfehler vermieden werden können. Hier kann bspw. die KI helfen, da sie aufgrund Ihrer Funktionsweise fachübergreifende Fallbetrachtungen anstellen kann. Ärzte müssen wieder stärker auf strukturierte Diagnostik und weniger auf Recht haben ausgerichtet sein. Ärzte sind oft nicht in der Lage, objektive Befunde in Ihre Einschätzung einzuarbeiten, da sie sich von Ihrer vorgefertigten Meinung nicht verabschieden wollen, bzw. die neue Evidenz nicht einarbeiten wollen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), Krankenhaus, Normalstation
Geschlecht: weiblich

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