Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-242

Oberschenkelhalsbruch verspätet erkannt – starke Schmerzen

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Oberschenkelhalsbruch spät erkannt – 10 Tage Schmerzen

Ich ging mit sehr starken Schmerzen in der linken Leiste zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Ich berichtete ihm, dass ich weder laufen kann, noch Tabletten gegen die Schmerzen helfen. Der Arzt diagnostizierte Oberschenkel. Arthrose stellte mir ein Rezept für Tabletten aus und schickte mich wieder nach Hause. Ich ging weitere zehn Tage körperlich arbeiten und hatte dabei unendlich starke Schmerzen. Die Schmerzen waren 24/7 vorhanden. Abends weinte ich mich in den Schlaf. Nach weiteren elf Tagen hielt ich es körperlich und seelisch nicht mehr aus und ging ins Krankenhaus. Dort wurde ein Oberschenkelhalsbruch diagnostiziert und ich wurde sofort operiert.

Gut gelaufen:

Trotz Aufforderung zum Röntgen, sagte der Arzt, dies sei nicht nötig.

Schlecht gelaufen:

Alles

Verbesserungsvorschläge:

Die Patienten und ihre Schmerzen ernster zu nehmen

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Starke, anhaltende Schmerzen sind körperlich und seelisch extrem belastend – und es ist verständlich, wenn man sich in einer solchen Situation nicht gehört oder ernst genommen fühlt. Ein Oberschenkelhalsbruch (ein Bruch des Knochens zwischen Hüfte und Oberschenkel) kann mitunter schwer von anderen Erkrankungen wie einer Hüftarthrose (Gelenkverschleiß) zu unterscheiden sein – besonders dann, wenn keine bildgebende Untersuchung, etwa ein Röntgenbild, durchgeführt wird. In manchen Fällen kann dadurch eine ernste Verletzung zunächst unentdeckt bleiben.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit starken Schmerzen in die Versorgung geht und das Gefühl hat, dass etwas Wesentliches übersehen wird, hat die Möglichkeit, aktiv nachzufragen – das ist ein legitimes Anliegen, kein Misstrauensausdruck.

  • Es ist möglich, gezielt nach einer bildgebenden Untersuchung zu fragen, wenn Schmerzen sehr stark sind oder sich nicht erklären lassen. Eine Formulierung könnte sein: „Könnte ein Röntgenbild oder eine andere Untersuchung helfen, um einen Knochenbruch auszuschließen?“
  • Wenn Schmerzmittel (Tabletten) nicht helfen und die Schmerzen sich nicht bessern oder sogar verschlechtern, kann das ausdrücklich kommuniziert werden – zum Beispiel: „Die Schmerzen lassen sich mit den verschriebenen Mitteln nicht kontrollieren. Was kann ich als nächsten Schritt tun?“
  • Es ist möglich, bei anhaltendem Verdacht eine zweite ärztliche Meinung einzuholen – in einer anderen Praxis, einer Notaufnahme oder bei einer Fachärztin bzw. einem Facharzt für Orthopädie.
  • Eine Begleitperson kann dabei helfen, Symptome zu schildern und im Gespräch nachzufragen – gerade dann, wenn man selbst vor Schmerzen kaum sprechen kann.

Worauf Sie achten können

  • Starke Schmerzen, die sich trotz Schmerzmitteln nicht bessern, sind ein Signal, das ärztlich weiter abgeklärt werden kann – ein erneuter Arztbesuch oder eine Notaufnahme ist in solchen Fällen eine sinnvolle Option.
  • Bei Schmerzen in Hüfte oder Leiste nach einem Sturz oder einem Unfall – aber auch ohne erkennbaren Auslöser – kann ein Röntgenbild helfen, einen Knochenbruch sicher auszuschließen.
  • Es ist möglich, Symptome schriftlich festzuhalten: Wann begannen die Schmerzen? Wie stark sind sie auf einer Skala von 1 bis 10? Was macht sie besser oder schlechter? Diese Informationen können bei einem Arztbesuch hilfreich sein.
  • Wenn das Gefühl besteht, mit einem Anliegen nicht ausreichend gehört worden zu sein, ist es möglich, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) zu kontaktieren – sie berät kostenlos und unabhängig.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Bereitschaftsdienstpraxen, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team