Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-1554

Nicht ernst genommen: mit starken Schmerzen nach Hause geschickt!

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Nierenkolik: Schmerzen nicht ernst genommen – CIRS-Fall

Ich bin Ende 2024 in ein örtliches Krankenhaus gekommen mit Nierenkolik! Bei der Notaufnahme habe ich 5 Stunden gewartete, bevor ich ein Zimmer bekommen habe. Und am nächsten Tag haben die mich mit starken Schmerzen nach Hause geschickt!

3 Tage später bin ich zum Hausarzt gegangen, weil ich die Schmerzen nicht mehr aushalten konnte und dieser hat mir eine Einweisung gegeben ins Krankenhaus. Dann bin ich mit dem Taxi in die nächste Stadt gefahren (in ein anderes Krankenhaus). Die haben Urin genommen. Ultraschall gemacht und haben gesagt, dass bei mir alles gut ist und auch mich nach Hause geschickt!

Und dass ich sehr starke Schmerzen habe, wollen alle irgendwie nicht hören! Ich habe da gesessen und geweint, und der Arzt hat mich allein im Zimmer gelassen ca. für 45 Minuten…..

Was ist mit unsere Medizin los?! Wieso hilft keiner?! Die alle haben mir soo viel Schmerzmittel gegeben, aber das Problem ist, diese Tabletten helfen mir nicht! Ich sitze jetzt zu Hause und weiß nicht was ich machen soll! Wo soll ich mir die Hilfe holen?!

Gut gelaufen:

Im örtlichen Krankenhaus nach 3 Stunden in der Notaufnahme haben sie mir eine Schiene reingelegt und die Nierenkolik weggemacht.

Schlecht gelaufen:

Dass beide Krankenhäuser mich mit starken Schmerzen nach Hause geschickt haben!

Verbesserungsvorschläge:

Die Nierenstein muss sofort raus behandelt und nicht mit starken Schmerzen Monate warten!

Weitere Infos:

Ich bin verwirrt und ich weiß nicht was ich machen soll!:(

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Starke, anhaltende Schmerzen sind eine enorme körperliche und emotionale Belastung – besonders dann, wenn man das Gefühl hat, damit nicht gehört zu werden. Eine Nierenkolik (Schmerzen im Rücken- und Flankenbereich, die durch einen Nierenstein ausgelöst werden) gehört zu den stärksten Schmerzen, die Menschen erleben können. Es kann vorkommen, dass Betroffene trotz fortbestehender Beschwerden nach Hause entlassen werden – zum Beispiel, weil Untersuchungsergebnisse im Moment der Behandlung keine akute Gefahr zeigen, die Schmerzwahrnehmung aber individuell sehr unterschiedlich ist und nicht immer ausreichend in die Entscheidung einfliest.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer anhaltende Schmerzen trotz Behandlung erlebt, kann auf verschiedene Wege aktiv werden, um besser gehört zu werden und weitere Unterstützung zu erhalten.

  • Es ist möglich, Schmerzen so konkret wie möglich zu beschreiben – zum Beispiel auf einer Skala von 0 bis 10 und mit Angabe, seit wann sie bestehen und ob sie stärker werden. Eine direkte Aussage kann helfen: „Meine Schmerzen haben sich seit gestern verschlechtert und ich komme damit im Alltag nicht zurecht.“
  • Wenn die verschriebenen Schmerzmittel (Medikamente gegen Schmerzen) nicht wirken, kann das ausdrücklich angesprochen werden – etwa: „Die Tabletten helfen mir nicht. Ich habe weiterhin starke Schmerzen.“ Das ist eine wichtige medizinische Information, auf die das Behandlungsteam reagieren kann.
  • Eine Begleitperson kann dabei helfen, Beschwerden zu schildern und darauf zu bestehen, dass sie dokumentiert werden – besonders dann, wenn man selbst vor Schmerzen oder Erschöpfung kaum sprechen kann.
  • Bei anhaltenden oder wiederkehrenden starken Schmerzen nach einer Entlassung ist es möglich, erneut eine Notaufnahme aufzusuchen oder den hausärztlichen Notdienst (unter der Rufnummer 116 117 erreichbar) zu kontaktieren – auch mehrfach, wenn sich die Situation nicht bessert.

Worauf Sie achten können

  • Schmerzen lassen sich vor dem Arztgespräch kurz notieren: Wann begannen sie? Wie stark sind sie (0–10)? Wo genau? Was hilft – was nicht?
  • Es ist möglich, ausdrücklich zu fragen: „Was soll ich tun, wenn die Schmerzen nach der Entlassung nicht besser werden oder sich verschlimmern?“ – und die Antwort schriftlich festzuhalten oder aufzuschreiben.
  • Wenn das Gefühl besteht, nicht ausreichend versorgt zu sein, kann eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden – zum Beispiel bei einem anderen Krankenhaus oder einem Facharzt für Urologie (Spezialist für Harnwege und Nieren).
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung bei Fragen zur eigenen Versorgung: 0800 011 77 22 (kostenfrei, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr).

Sie sind nicht allein

Wer eine solche Erfahrung gemacht hat, kann sich jederzeit an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – dort wird vertraulich und kostenlos beraten. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, Erlebnisse wie dieses anonym zu berichten und damit dazu beizutragen, dass solche Situationen in der Gesundheitsversorgung besser erkannt werden.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Ihre Meinung hilft uns!
Bitte helfen Sie mit das Portal weiter zu verbessern, damit unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit noch mehr Menschen erreichen.

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Zurücksetzen

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Zurücksetzen
Ihre Meinung 2/2

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Zurücksetzen

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Zurücksetzen

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team