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2025-164

Notfallpatienten bekommen kein Zimmer und liegen im Gang rum

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Fallbeschreibung:

Notaufnahme ohne Zimmer: Patient 4 Stunden auf dem Gang

Ich war mit einer Entzündung im KH nach OP und es war klar, daß ich noch am gleichen Tag operiert werden muss. Es gab kein Zimmer oder Raum, wo ich in der Zwischenzeit meinen Ruhe hatte. Ich stand mit meiner Liege 4 Stunden auf dem Gang vor dem Behandlungszimmer in der Notaufnahme.

Ununterbrochen kommen nicht nur Ärzte und Patienten vorbei, sondern auch Reinigungspersonal, Handwerker und andere Beschäftigte des KH. Ich kam mir vor, wie ein Affe im Zoo. Ich hatte Fieber, eine entzündete große Operationswunde, Schmerzen, Angst vor der erneuten OP, aber keine Ruhe!

Gut gelaufen:

Im dieser Situation nicht viel. Außer das die Krankenschwester regelmäßig nach mir geschaut hat, obwohl sie eigentlich genug andere Sachen zu run hatte. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Ärzte sehr schnell reagiert habe und versucht haben mir zu helfen. Allerdings war es für sie nicht möglich mich auf eine Station zu bekommen oder mir ein Zimmer zu geben oder wenigstens eine ruhige abgeschirmt Ecke.

Schlecht gelaufen:

Man liegt als Notfallpatient stundenlang im Weg und hat keine Ruhe. Wenn es einem richtig schlecht geht, ist das unzumutbar.

Verbesserungsvorschläge:

Für Notfallpatienten muss es andere Möglichkeiten geben bis zur OP außer auf den Krankenhausgängen im Weg zu liegen und ständig bei Seite geschoben zu werden. Zimmer oder abgeschirmt Bereiche müssen für Notfalpatienten zu Verfügung stehen um die Zeit bis zur OP zu überbrücken. Das ist menschenverachtend!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Stunden auf einer Liege im Krankenhausgang zu warten – mit Fieber, Schmerzen und Angst vor einer bevorstehenden Operation – ist eine Situation, die körperlich und emotional außerordentlich belastend ist. Das Gefühl, mitten im Betrieb zu liegen, beobachtet zu werden und keine Rückzugsmöglichkeit zu haben, ist schwer auszuhalten.

Solche Wartezeiten entstehen häufig dann, wenn Notaufnahmen überlastet sind und keine freien Zimmer oder abgeschirmten Bereiche verfügbar sind – ein strukturelles Problem, das Betroffene nicht zu verantworten haben. In einer Situation wie dieser ist der Spielraum für Betroffene sehr begrenzt: Wer Fieber hat, Schmerzen leidet und auf eine Operation wartet, kann nicht erwarten, selbst die nötigen Rahmenbedingungen herzustellen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn eine nahestehende Person in einer ähnlichen Situation ist, können Begleitpersonen auf verschiedene Weisen unterstützen:

  • Eine Begleitperson kann das Pflegepersonal oder die diensthabende Ärztin bzw. den diensthabenden Arzt gezielt ansprechen und nach einer ruhigeren Wartemöglichkeit fragen – zum Beispiel: „Gibt es einen Bereich, wo meine Angehörige etwas geschützter warten könnte? Der Gang ist sehr belebt.“ Auch wenn dies nicht immer möglich ist, signalisiert die Frage den Bedarf.
  • Eine Begleitperson kann als Puffer wirken: durch ruhige Anwesenheit, das Abschirmen des Sichtbereichs durch ein Laken oder eine Decke – soweit das Personal zustimmt – und das Fernhalten unnötiger Ablenkungen.
  • Praktische Hilfe ist möglich: Wasser, Kopfhörer mit ruhiger Musik, eine vertraute Hand – kleine Maßnahmen, die das Warten erträglicher machen können.
  • Wenn die betroffene Person nicht selbst sprechen kann oder möchte, kann die Begleitperson stellvertretend Symptome wie zunehmende Schmerzen oder Schwindel beim Personal ansprechen und um eine Einschätzung bitten.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenbrief (ein kurzes Dokument mit wichtigen medizinischen Informationen, Medikamenten und persönlichen Wünschen) können im Ernstfall dafür sorgen, dass eine Vertrauensperson offiziell für die betroffene Person sprechen und entscheiden kann.
  • Es ist möglich, im Vorfeld mit vertrauten Personen zu besprechen, wer im Notfall als Begleitperson zur Verfügung steht – und dieser Person zu erklären, wie man sich Unterstützung wünscht.
  • Rückmeldungen über belastende Versorgungsbedingungen – wie stundenlanges Warten auf einem belebten Gang – lassen sich nach dem Aufenthalt beim Patientenfürsprechenden des Krankenhauses oder bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) einbringen. Das kann zur Verbesserung der Bedingungen für andere Betroffene beitragen.
  • Wer möchte, kann Erlebnisse wie dieses auch anonym auf mehr-patientensicherheit.de berichten – solche Berichte helfen dabei, strukturelle Schwachstellen sichtbar zu machen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung für Menschen, die Fragen zu ihren Rechten oder zu erlebten Versorgungssituationen haben – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Auf mehr-patientensicherheit.de können Erfahrungen anonym geteilt werden, damit solche Situationen nicht unsichtbar bleiben.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, innerklinischer Transport
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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