2025-229
Wechselwirkung und Dosiserhöhung versch. Medikamente – Folge Selbstmord
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Mein Freund befand sich nach einem Klinikaufenthalt, vor vielen Jahren, in einer Langzeittherapie mit Quetiapin. Eine sehr belastende Mobbingsituation und hoher Stress auf seiner Arbeitsstelle führten zu einem Ausnahmezustand, infolgedessen er Verfolgungswahn entwickelte. In der Klinik wurde Ihm das genannte Medikament verabreicht. Seine Situation stabilisierte sich über die Jahre und seine begleitende Gesprächstherapie wurde mit dem Fazit beendet, dass er diese nicht mehr nötig hatte, das Quetiapin wurde reduziert und sollte ausgeschlichen werden.
Als im letzten Jahr die Belastung auf der Arbeit zunahm und er hohem Stress ausgesetzt war, suchte er wieder seinen Therapeuten auf und schilderte dies, seine Dosis wurde auf Anhieb von 50mg auf 150mg erhöht.
Er entwickelte starke Symptome, wie Schlafstörungen, Angstzustände, Herzrasen, das Gefühl innerlich zu brennen, ständigen Bewegungsdrang. Ich riet ihm nochmal zum Arzt zu gehen und dies abklären zu lassen. Ihm wurde ein weiteres Medikament verschrieben, ein Beruhigungsmittel, das er zusätzlich einnehmen sollte.
Mein Freund hat sich das Leben genommen.
Dieser Bericht beschreibt den Verlust eines geliebten Menschen – eines Partners, Vaters, Sohnes und Freundes. Die Trauer und der Schmerz, der hinter diesen Zeilen steht, ist tief, und es braucht großen Mut, diese Erfahrung zu teilen, damit andere davon lernen können.
Der Fall zeigt, wie komplex die medizinische Begleitung von Menschen sein kann, die gleichzeitig mehrere Medikamente einnehmen und von verschiedenen Ärztinnen und Ärzten behandelt werden. Quetiapin ist ein Medikament, das zur Gruppe der Antipsychotika gehört und unter anderem bei psychotischen Zuständen eingesetzt wird. Wie viele Wirkstoffe dieser Gruppe kann es – insbesondere bei Dosisveränderungen – Nebenwirkungen hervorrufen, die eine engmaschige Beobachtung erfordern. Werden gleichzeitig weitere Medikamente hinzugefügt, können Wechselwirkungen entstehen, die den Zustand eines Menschen erheblich beeinflussen. Wenn mehrere Behandelnde an der Versorgung beteiligt sind, ohne sich miteinander abzusprechen, kann der Überblick über das Gesamtbild verloren gehen – mit schwerwiegenden Folgen.
Angehörige befinden sich oft in einer besonders schwierigen Position: Sie nehmen Veränderungen wahr, haben aber keinen direkten Einfluss auf medizinische Entscheidungen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie nahestehende Menschen in solchen Situationen unterstützend tätig werden können.
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger einen solchen Verlust erlebt haben und Fragen zu medizinischen Abläufen oder Ihren Möglichkeiten haben, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 kostenlose Beratung an.
Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Erfahrungen wie diese anonym melden – jeder Bericht trägt dazu bei, dass das Gesundheitssystem sicherer wird, und dass das, was Ihrem Freund widerfahren ist, nicht vergessen wird.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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