Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-163

Keine Rücksicht auf Unverträglichkeiten bei Nahrungsmitteln in Krankenhäusern

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Krankenhaus: Risiken durch Essensplanung

Es ist leider immer noch so, dass in den Krankenhäusern auf Unverträglichkeiten bei Nahrungsmitteln keine Rücksicht genommen wird. Das Essenbestellsystem ist zu unflexibel. Als neuer Patient auf Sattion bekommt man ca 11/2 Tage das Essen, was ein Patient davor bestellt hat. Nach einer OP Essen zu essen, auf das man definitiv reagiert ist für die Heilung kontraproduktiv.

Nicht immer kann mann nach OP schnell zur Toilette, oder fühlt sich unwohl auf Grund von Bauchschmerzen o.ä. Also isst der Patient gar nichts, was ebenfalls kontraproduktiv ist. Das System der Bestellung ist er danach anpassbar an den aktuellen Patienten. Allerdings wird auch bei den wählbaren Essen kaum Rücksicht auf Unverträglichkeiten genommen.

Das Essen was dann kommt ist auch nicht sonderlich appetitlich, sieht unappetitlich aus. Wenn ich es Essen von meinem Vorgänger zum Beispiel Blutwurst oder Leber gibt, bleibt vielen nur zu hungern, da diese Gerichte doch sehr speziell sind. Ein anderes Essen bekommt man nicht. Es interessiert aber auch niemanden, ob man ist oder nicht. Das Essen wie leiser aus viele andere Sachen sind hauptsächlich an der älteren Bevölkerung ausgerichtet, es gibt aber auch viele jüngere Patienten. Das essen ist auch teilweise ungesund und qualitativ schlecht.

Zum Frühstück und Abendessen gibt es billiges Toastbrot und das billigste Mischbrot beides nicht wirklich gesundheitsfördernde und hoch allergenpotent. Dann liegt alles übereinander, Wurst auf Käse und alles auf dem Brot und das stundenlang bevor es zum Patienten kommt. Gerade im Krankenhaus sollte gesundes Essen Priorität haben und es sollte die Gelegenheit genutzt werden, gesundes Essen und gesunde Ernährung dem Patienten näher zu bringen.

Viele Krankheiten werden von ungesunden Ernährung gefördert. Bei dem Essen im Krankenhaus wird auch eher die Gesundheit geschädigt, als gefördert. Und gesundes Esser wie ein schöner gemischter Salat, werden nicht freiwillig angeboten, obwohl er verfügbar ist. Er wurde mir dann Gott sei dank auf Nachfrage angeboten und der Salat war vorzüglich. Den anderen Patienten wurde er auch nicht angeboten, immer nur das billige Mischbrot zum Abendessen. Kaffee ist on der Regel auch nicht schmackhaft.

Gut gelaufen:

Auf penetrante Nachfrage nach gesundes Essen zum Abendbrot kam ein wirklich sehr leckeres, gesunder und ansprechender Salat, auf den ich mich dann ab dem 3. Tag freuen konnte. Viele Patienten sind allerdings am 3. Tag schon wieder zu Hause.

Schlecht gelaufen:

– Keine Rücksicht auf Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten! – Keine Änderung der Essenbestellung, wenn man neu auf Station kommt, man bekommt das bestellte Essen vom Vorgänger. – Kaum wirklich gesundes frisches Essen in Form von Gemüse oder Obst. – frisches Obst gibt es kaum, auf den Komfortstationen liegt es in Massen rum. Nur kann sich ein normaler Patient diese Station nicht leisten. – Auf Komfortstationen ist gesundes Essen und auch eine Auswahl in Form von Buffet möglich. Auf normal Stationen wird an gesundem Essen gespart!!

Verbesserungsvorschläge:

Vor einen geplanten Aufenthalt im KH muss ich mich Anmelden. Hier müssen bereits auf Allergien und Unverträglichkeiten eingegangen und dies auch aufgenommen werden. Es ist nicht gesundheitsfördernd, wenn man 2 Tage nicht Essen kann, weil das Essen vom Vorgänger nicht passt. Zwingend frisches Obst und Gemüse anbieten. Um Beispiel Obstkorb auf Station wo der Patient zugreifen kann. Das Essen muss ausgewogener, appetitlicher und vorallem geändert werden, auch und gerade auf Normalsttionen!! Es darf keine Essensunterschiede zu Komfortstationen geben, denn hier ist gesunde Ernährung, Auswahl usw. so wie es sein sollte. Der Preisunterschied, darf nicht im Essen sein!! Gesundes Essen muss allen Patienten zugänglich sein und nicht nur denen, die ein dickes Portemonnaie haben. Das ganze Essenssystem muss flexibler werden, zum Bestellen in Form von Buffet Angeboten zum Frühstück und Abendbrot und Obstgarten auf Station. Es bringt mir nichts, wenn die OP geglückt ist ich danach aber wochenlang mit Magen-Darm Problemen zu tun habe oder anderen Symptomen von Allergien oder Unverträglichkeiten.

Weitere Infos:

Es muss sich schnell etwas ändern beim Essen in Krankenhäusern!!

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele Menschen ohnehin eine belastende Situation – wenn dann die Mahlzeiten nicht zu den eigenen Unverträglichkeiten oder Allergien passen, kann das die Genesung zusätzlich erschweren. Der geschilderte Fall zeigt, wie unflexible Essenssysteme dazu führen können, dass Patient:innen nach einer Operation hungern oder Speisen erhalten, auf die sie körperlich reagieren.

In vielen Krankenhäusern wird das Essen für neue Patient:innen zunächst auf Basis der Bestellung der vorherigen Person ausgegeben, weil das Bestellsystem nicht sofort umgestellt wird. Eigene Unverträglichkeiten oder Allergien sind dabei oft nicht automatisch bekannt – selbst wenn sie im Aufnahmegespräch erwähnt wurden. Gleichzeitig ist das verfügbare Angebot nicht immer transparent: Alternativen wie frische Salate können vorhanden sein, werden aber nicht aktiv angeboten.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich vorbereiten möchte, kann bereits vor dem Krankenhausaufenthalt aktiv werden – und auch während des Aufenthalts nachfragen.

  • Bei einer geplanten Aufnahme ist es möglich, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (also Stoffe, auf die der Körper negativ reagiert) bereits bei der Voranmeldung schriftlich mitzuteilen – zum Beispiel per E-Mail an die Patientenaufnahme oder mit einem ausgefüllten Formular. Eine kurze Notiz wie „Ich habe eine dokumentierte Unverträglichkeit gegenüber [Lebensmittel X] – bitte vermerken Sie das in meiner Akte“ kann helfen, dass diese Information im System ankommt.
  • Am ersten Tag auf der Station ist es möglich, das Pflegepersonal oder die Stationsleitung direkt anzusprechen und zu fragen, wie das Bestellsystem funktioniert und wie schnell eine Anpassung an die eigenen Bedürfnisse möglich ist.
  • Wenn das angebotene Essen nicht verträglich ist, kann man nachfragen, ob Alternativen vorhanden sind – etwa Salat, Obst oder ein anderes Gericht. Eine Formulierung wie „Gibt es heute Abend noch eine andere Option? Ich vertrage das aktuelle Gericht leider nicht“ ist sachlich und klar.
  • Es ist außerdem möglich, für die ersten Tage kleine, verträgliche Lebensmittel selbst mitzubringen – sofern der Gesundheitszustand und die Behandlung das erlauben. Eine kurze Rückfrage beim Behandlungsteam, was nach der Operation erlaubt ist, empfiehlt sich dafür im Vorfeld.

Worauf Sie achten können

  • Allergien und Unverträglichkeiten schriftlich festhalten und bei der Krankenhausanmeldung sowie beim Aufnahmegespräch aktiv ansprechen – und nachfragen, ob sie in der Patientenakte vermerkt wurden.
  • Auf Station nachfragen, ab wann die Essensbestellung auf die eigenen Angaben umgestellt wird und was in der Zwischenzeit möglich ist.
  • Bei unklarem oder unpassendem Angebot aktiv nach Alternativen fragen – nicht alle verfügbaren Optionen werden automatisch angeboten.
  • Erfahrungen mit dem Verpflegungssystem – ob positiv oder negativ – im Anschluss an den Aufenthalt zurückmelden, zum Beispiel über das Patientenfeedback des Krankenhauses oder auf mehr-patientensicherheit.de.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt das Gefühl haben, dass Ihre Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt wurden, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und vertraulich. Ihre Erfahrungen können Sie außerdem auf mehr-patientensicherheit.de melden und damit dazu beitragen, die Versorgung für andere Patient:innen zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team