Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-166

Zerbrechen einer Tablette mit Retardwirkung

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Retardtablette geteilt: Risiken bei Quetiapin-Mangel

Arzt hat aufgrund eines Medikamentenmangels (Quetiapin XR) vorgeschlagen die Behandlung mit dem Medikament durch Teilen der Tablette und Einnahme der beiden Hälften an zwei Tagen auszudehnen. Damit ist die Retardwirkung des Medikaments nicht mehr sichergestellt.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Engpässe bei Medikamenten sind eine reale Herausforderung im Gesundheitssystem – und sie können dazu führen, dass nach Lösungen gesucht wird, die auf den ersten Blick praktisch erscheinen. In diesem Fall wurde vorgeschlagen, eine Tablette zu teilen und die Hälften an zwei verschiedenen Tagen einzunehmen, um das verfügbare Medikament zu strecken.

Bei dem Medikament handelte es sich um Quetiapin XR – ein Präparat mit sogenannter Retardwirkung. Das bedeutet: Der Wirkstoff ist so in der Tablette eingeschlossen, dass er gleichmäßig und über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird. Wird die Tablette geteilt, ist dieser Mechanismus zerstört – der Wirkstoff kann auf einmal freigesetzt werden oder die gleichmäßige Wirkung bleibt aus. Beides kann medizinisch bedeutsam sein.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn ein Medikament nicht verfügbar ist, gibt es manchmal mehrere mögliche Wege – und es lohnt sich, diese gemeinsam mit dem Behandlungsteam zu besprechen.

  • Bei Tabletten mit Retardwirkung – erkennbar an Zusätzen wie „XR“, „retard“, „SR“, „CR“ oder „LA“ im Medikamentennamen – ist es möglich, gezielt nachzufragen, ob das Teilen der Tablette ausdrücklich erlaubt ist. Viele dieser Präparate dürfen nicht geteilt werden, weil dadurch die Wirkungsweise verändert wird.
  • Es ist möglich, um eine schriftliche Erläuterung zu bitten, warum diese Vorgehensweise als sicher eingestuft wird – zum Beispiel: „Können Sie mir erklären, was durch das Teilen dieser Tablette passiert und ob das unbedenklich ist?“
  • Bei Zweifeln kann eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden – etwa bei einer anderen Praxis oder einer Apotheke. Apotheker:innen sind Fachleute für Arzneimittel und können oft schnell einschätzen, ob eine solche Maßnahme riskant ist.
  • Angehörige, die jemanden bei Arztgesprächen begleiten, können diese Fragen stellvertretend oder gemeinsam einbringen – besonders wenn die betroffene Person selbst im Moment nicht alle Informationen aufnehmen kann.

Worauf Sie achten können

  • Tabletten mit Bezeichnungen wie „XR“, „retard“, „SR“, „CR“ oder „LA“ sind in der Regel nicht zum Teilen oder Zerkauen geeignet – außer der Beipackzettel oder das Fachpersonal bestätigt es ausdrücklich.
  • Bei Medikamentenmangel ist es möglich, in der Apotheke nach gleichwertigen Alternativen zu fragen – manchmal gibt es wirkungsgleiche Präparate anderer Hersteller.
  • Veränderungen in der Einnahme eines psychiatrisch wirksamen Medikaments – wie Quetiapin – können sich auf das Wohlbefinden auswirken. Es kann hilfreich sein, Veränderungen im Befinden zu beobachten und zeitnah mit der Praxis Rückkontakt aufzunehmen.
  • Angehörige können bei komplexen Situationen rund um Medikamente die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos kontaktieren, um sich eine neutrale Einschätzung einzuholen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team