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2024-1360

Medikamentenversorgung / Terminschwierigkeiten

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Fallbeschreibung:

Medikamentenmangel & Physio-Engpass nach Knochenbruch

1.
Kein (bisher eingenommenes) Osteoporose-Medikament erhältlich / Lieferschwierigkeiten. Das Ersatz-Medikament war leider von mir nicht verträglich.

2.
Nach Oberarm-Bruch keinen Termin für Physio bekommen / Personalmangel! Als endlich Termine ergattert wurden, waren diese nur 10 Minuten lang (bei immer unterschiedlichen Therapeuten). Bericht gelesen, guten Tag gesagt, Termin war vorbei!

Gut gelaufen:

Nach über 5 Monaten nach Oberarm-OP habe ich endlich eine gute Physio gefundenund fühle mich gut aufgehoben.

Schlecht gelaufen:

Physio nach Oberarm-Bruch. 10 Minuten Physio bei immer unterschiedlichen Therapeuten haben rein gar nichts gebracht! Ich möchte nicht wissen, was das meine Krankenkasse gekostet hat!?

Verbesserungsvorschläge:

Zu 1. Medikamente aus Kostengründen im Ausland zu produzieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich mußte leider auf mein dringend benötigtes Osteoporose-Medikament verzichten. Heute ist das Medikament leider immer noch nicht regelmäßig erhältlich.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Gleich zwei belastende Situationen gleichzeitig zu erleben – eine Versorgungslücke bei einem wichtigen Medikament und langwierige Schwierigkeiten bei der Rehabilitation nach einem Knochenbruch – kann sehr zermürbend sein. Solche Erfahrungen zeigen, wie sehr Versorgungsengpässe und strukturelle Probleme den Alltag von Patient:innen beeinflussen können.

Lieferengpässe bei Medikamenten sind ein bekanntes, systemisches Problem. Wenn ein gewohntes Präparat – etwa ein Medikament gegen Osteoporose (einer Erkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt und das Bruchrisiko steigt) – plötzlich nicht verfügbar ist, kann die Suche nach einer verträglichen Alternative viel Zeit und Kraft kosten. Gleichzeitig ist es nach einer Operation am Oberarm wichtig, zügig und kontinuierlich mit einer geeigneten Physiotherapie zu beginnen – kurze Termine mit wechselnden Therapeut:innen ohne aufeinander aufbauende Behandlung können diesen Prozess deutlich erschweren.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit ähnlichen Hürden konfrontiert ist, kann verschiedene Wege nutzen, um die eigene Versorgung aktiv mitzugestalten.

  • Bei Medikamentenengpässen gezielt nachfragen: Apotheken sind verpflichtet, über Alternativen zu informieren. Es ist möglich, die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt direkt anzusprechen – zum Beispiel: „Mein bisheriges Medikament bekomme ich nicht mehr. Welche Alternativen gibt es, und wie können wir herausfinden, welche ich gut vertrage?“
  • Unverträglichkeiten zeitnah rückmelden: Wenn ein Ersatzpräparat nicht vertragen wird, ist eine möglichst rasche Rückmeldung an die verordnende Ärztin oder den Arzt hilfreich – so kann die Suche nach einer weiteren Alternative früh beginnen.
  • Bei der Physiotherapie Kontinuität einfordern: Es ist möglich, in der Praxis ausdrücklich nach festen Therapeut:innen und ausreichend langen Terminen zu fragen – etwa: „Ist es möglich, dass ich möglichst immer dieselbe Person behandelt und die Termine etwas länger sind?“
  • Praxen vergleichen und wechseln: Wie dieser Fall zeigt, kann die Suche nach einer anderen Physiotherapiepraxis – auch wenn sie Zeit kostet – zu einer deutlich besseren Versorgung führen. Krankenkassen können bei der Suche nach geeigneten Angeboten in der Nähe unterstützen.

Worauf Sie achten können

  • Bei einem Medikamentenwechsel kann es hilfreich sein, Reaktionen und Unverträglichkeiten schriftlich festzuhalten und beim nächsten Arztgespräch mitzubringen.
  • Für die Physiotherapie nach einer Operation ist eine Überweisung mit konkreten Angaben zur Diagnose und zum Behandlungsziel möglich – das erleichtert den Therapeut:innen die gezielte Vorbereitung.
  • Wenn Termine sehr kurz sind oder keine spürbare Verbesserung eintritt, ist ein offenes Gespräch mit der behandelnden Praxis oder der verordnenden Ärztin bzw. dem Arzt eine Möglichkeit, die Situation zu klären.
  • Krankenkassen bieten häufig Beratung zu Versorgungsfragen an – etwa bei der Suche nach Therapeut:innen oder bei Fragen zu Medikamentenalternativen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, unabhängige Beratung bei Fragen rund um Medikamente, Rehabilitation und den Umgang mit Versorgungsproblemen – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie eigene Erfahrungen anonym melden und damit dazu beitragen, dass ähnliche Situationen künftig besser erkannt werden.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Therapeutische Einrichtung (Physio-, Ergo-, Logotherapie, Hebammenhilfe etc.), Ambulante Praxis, Arztpraxis, Apotheke
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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