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2024-1480

Senioren sind verloren – keine Interdisziplinäre Zusammenarbeit

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Fallbeschreibung:

Fehlende Schnittstellenkommunikation gefährdet älteren Patienten

Mein Vater 82 geht zur LeistenhernienOp in die Klinik. Plan eine Übernachtung. In der Nacht kommt es zum internistischen Notfall Verlegung auf chir. Intensivstation. Dort u.a Verwirrtheitszustand über Tage (Delir). Pfleger erklärt mir, dass das eine beginnende Demenz sei und das vor meinem Vater! Nach Stabilisieren der Lunge, Herz und Nieren Verlegung auf Innere Station. Dort findet man in einer Herzkatheteruntersuchung eine Verengung. Kann man wegen schlechter Nierenwerte nicht per Stent behandeln. Nach 1 Woche, wo nix passiert ( Personalmangel) findet endlich ein Belastungs-EKG statt und auch ein Demenztest ( apropos neg).

Seit über 2 Wochen wurde kein Verband gewechselt, hat keiner die Wunde angesehen oder meinem Vater bei der Körperpflege geholfen! Auf Rückfrage bezüglich Verbandswechsel reagiert die Krankenschwester mit: Welcher Verband? Welche Op? Sie seien schließlich eine innere Station! Ich wollte vermeiden, dass eine Infektion entsteht… Ich bin selbst Krankenschwester, wohl „Alte Schule“. Da hat man noch mitgedacht und sich um den Pat. bemüht.

Telefonische einfache Auskünfte werden mit Datenschutz abgewiesen. Der Arzt hat keine Sprechzeit und man soll ihn eben suchen wenn man Besuch macht.

Gut gelaufen:

Nix.

Schlecht gelaufen:

Siehe oben Plus keine Empfehlung auf eventuelle Diät und auch Verhalten bezüglich der Op.

Verbesserungsvorschläge:

Kümmern. Desinteresse ablegen. An Überarbeitung auf der nur halb belegten Station kann es nicht gelegen haben.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein älterer Mensch nach einer Operation unvorhergesehen länger im Krankenhaus bleibt und mehrere Stationen durchläuft, kann die Situation für Betroffene und ihre Angehörigen schnell unübersichtlich und belastend werden. Besonders dann, wenn das Gefühl entsteht, dass wichtige Informationen nicht weitergegeben werden und der Mensch als ganzer Patient aus dem Blick zu geraten droht.

Solche Situationen entstehen häufig an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Fachabteilungen – also zum Beispiel zwischen einer chirurgischen und einer internistischen Station. Jede Abteilung ist in erster Linie für ihren eigenen Zuständigkeitsbereich ausgerichtet. Informationen über vorausgegangene Eingriffe, Wunden oder besondere Pflegebedürfnisse kommen dabei nicht immer vollständig an. Das ist ein bekanntes strukturelles Problem in der stationären Versorgung, das Betroffene und Angehörige in eine schwierige Lage bringen kann.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Angehörige kennen den betroffenen Menschen oft am besten – und können, wenn sie möchten, eine wichtige Brückenfunktion übernehmen.

  • Es ist möglich, beim Stationswechsel aktiv darauf hinzuweisen, welche Vorbehandlungen, Wunden oder Pflegebedürfnisse das neue Team kennen sollte. Ein einfacher Satz kann dabei helfen: „Mein Vater hatte eine Operation – der Verband wurde zuletzt vor dem Stationswechsel gewechselt. Wer ist auf dieser Station dafür zuständig?“
  • Wenn unklar ist, wer für bestimmte Aufgaben verantwortlich ist, kann man direkt nachfragen: „Welche Pflegeperson ist heute für meinen Vater zuständig? An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe?“ So lässt sich eine konkrete Ansprechperson benennen.
  • Beobachtungen wie eine nicht versorgte Wunde oder ein veränderter Bewusstseinszustand können schriftlich festgehalten und dem Pflegepersonal oder dem ärztlichen Dienst mitgeteilt werden – als ruhige, sachliche Information, nicht als Vorwurf.
  • Wenn telefonische Auskünfte mit Datenschutzgründen abgelehnt werden, ist es möglich, direkt in der Klinik eine schriftliche Schweigepflichtentbindung zu beantragen. Damit erteilen Patient:innen der behandelnden Einrichtung ausdrücklich die Erlaubnis, bestimmten Angehörigen Auskunft zu geben.

Worauf Sie achten können

  • Beim Wechsel zwischen Stationen oder Abteilungen kann es hilfreich sein, gezielt zu fragen, ob alle relevanten Informationen – einschließlich vorangegangener Operationen und Wundversorgung – im neuen Team bekannt sind.
  • Ein kurzes, selbst geführtes Notizbuch mit Datum, Beobachtungen und gestellten Fragen kann helfen, den Überblick zu behalten und Gespräche mit dem Behandlungsteam vorzubereiten.
  • Bei älteren Patient:innen, die sich möglicherweise nicht selbst äußern können oder wollen, ist es möglich, als Angehöriger ausdrücklich um regelmäßige, kurze Informationsgespräche zu bitten – idealerweise zu einem festen Zeitpunkt während des Besuchs.
  • Wenn das Gefühl entsteht, dass Hinweise nicht ernst genommen werden, ist es möglich, das Patientenfürsprecherbüro (eine in vielen Kliniken vorhandene unabhängige Anlaufstelle für Patient:innen und Angehörige) um Unterstützung zu bitten.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und neutrale Beratung für Patient:innen und Angehörige – auch in schwierigen Versorgungssituationen. Weitere Informationen und Erfahrungsberichte finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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