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2024-1425

Mangelnde Therapie/Versorgung nach leichtem Schlaganfall bei Hochbetagter in Frühreha

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Fallbeschreibung:

Schlaganfall-Reha: Mangelnde Versorgung einer Hochbetagten

Meine betagte Mutter lebte mit mir zusammen in einem Haus. Sie versorgte sich selbst, lebte gesund und war für ihr Alter unglaublich fit.

Eines Abends erlitt sie einen Schlaganfall. Ich rief sofort den Rettungswagen, der auch ziemlich schnell kam. Aufgrund der Pandemie-Regeln durfte ich nicht mit. Noch am gleichen Abend rief mich die zuständige Ärztin der Stroke-Unit an und teilte mir mit, dass es sich um einen leichten Schlaganfall handele und dass Schluckstörungen entstanden sind, aber keine weiteren Ausfälle.

In dieser Klinik arbeiteten sehr gute Ärzte, Physiotherapeuten und Logopäden. Schon nach einigen Tagen ging meine Mutter flott am Rollator, zeigte gute Ergebnisse bei den Schluckübungen und wirkte insgesamt optimistisch.
Die zuständige Ärztin meldete, in Rücksprache mit meiner Schwester und mir, unsere Mutter für eine Reha an.
Doch leider war nirgendwo ein Platz frei und unsere Mutter sollte so lange irgendwo „geparkt“ werden und wir Töchter sollten entscheiden, ob sie nach Hause kommt oder in die Frühreha.
Leider entschieden wir uns für die Frühreha.

Als unsere Mutter in diese Klinik verlegt wurde, merkten wir schnell, dass sowohl die Stationsärzte, das Pflegepersonal als auch die Therapeuten unprofessionell und empathielos waren.
Schon in der zweiten Woche ging es der Mutter schlechter. Man ließ, warum auch immer, meine Mutter fast 6 Wochen nur im Bett liegen. Physiotherapie fand überwiegend im Bett statt. Schluckübungen wurden kaum gemacht.

Weder ich noch meine Schwester wurden in die Therapie einbezogen. Für einen Termin mit den Stationsärzten musste ich 2 Wochen warten.
Schon in diesem ersten Gespräch stellte sich heraus, dass meine Mutter zu viele Tabletten bekam. 16 Tabletten, während sie auf der Stroke Unit unter 10 Tabletten bekam.
Meine Fragen, warum meine Mutter nur im Bett liegt und sie so viele Medikamente bekam, wollten die Stationsärzte nicht beantworten. Auch meine Angst vor Neben- und Wechselwirkungen, gerade im Hinblick auf ihr Alter, nahmen sie nicht ernst und lachten mich regelrecht aus.

Ich besuchte meine Mutter täglich, da ich mir Sorgen machte.
Da sie nicht aus dem Bett durfte, machte ich mit ihr einige Übungen und stellte fest, dass sie immer noch sehr beweglich war.
In ihren letzten Tagen fragte sie oft traurig, warum sie immer noch im Bett liegen muss und wann sie endlich nach Hause könnte.
Meine Traurigkeit verbarg ich und tröstete sie, dass sie noch etwas Geduld bräuchte.

Ich wurde weder vom Pflegepersonal noch von den Ärzten informiert, dass sich der Zustand meiner Mutter dramatisch verschlechtert hatte, denn spät abends kam dann der plötzliche Anruf, dass meine Mutter verstorben wäre.

Dort angekommen fragte ich den Stationsarzt, woran sie gestorben wäre, doch er zuckte nur mit den Achseln. Auch fragte ich, warum er nicht reanimiert hätte. Es sei doch der Wunsch meiner Mutter gewesen, was auch in der Patientenverfügung stand. Doch er meinte, er würde bei über 80-Jährigen grundsätzlich keine Reanimation vornehmen, da dann das Gehirn geschädigt sei. Außerdem hätte sich meine Mutter entschieden, zu gehen.

Daraufhin ließ ich mich juristisch beraten und der Anwalt sagte, es läge ein Straftatbestand vor, aber wir hätten so gut wie keine Chance, gegen diesen Stationsarzt zu klagen.
Was uns sehr traurig macht, ist die Tatsache, dass unsere Mutter noch leben könnte, wenn wir nicht einverstanden gewesen wären, dass sie in diese Klinik kommt.

Gut gelaufen:

In dieser Klinik lief leider gar nichts gut.

Schlecht gelaufen:

Kommunikation fand kaum statt. Den Hochbetagten wurden zu viele Medikamente verabreicht, ohne auf Neben- und Wechselwirkungen zu achten. Laut Aussage des Stationsarztes findet Reanimation an Hochbetagten grundsätzlich nicht statt.

Verbesserungsvorschläge:

In dieser Klinik müsste so viel verbessert werden. Austausch der Stationsärzte und Physiotherapeuten.

Weitere Infos:

Vielleicht sollte man mal untersuchen, warum in dieser Klinik so viele Hochbetagte versterben.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Bericht schildert den Verlust einer Mutter unter Umständen, die für die gesamte Familie tief erschütternd waren. Was die Angehörigen in dieser Zeit erlebt haben – die wachsende Sorge, die fehlende Kommunikation, das abrupte Ende – verdient aufrichtige Anerkennung.

Nach einem Schlaganfall (einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn) ist die Weiterbehandlung in einer Rehabilitationseinrichtung ein wichtiger Schritt. Wenn in dieser Phase die Kommunikation zwischen Einrichtung und Angehörigen nicht funktioniert, Therapiemaßnahmen ausbleiben und Fragen zu Medikamenten unbeantwortet bleiben, können Angehörige in eine Situation geraten, in der sie zwar anwesend sind, aber kaum Einfluss nehmen können. In einem solchen Fall war es die begleitende Tochter, die die Verschlechterung des Zustands ihrer Mutter wahrnahm – lange bevor das Fachpersonal reagierte.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn Angehörige das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, gibt es Möglichkeiten, frühzeitig zu handeln:

  • Beobachtungen schriftlich festhalten – zum Beispiel, ob eine Person weniger mobil wird, weniger isst oder trinkt oder sich stimmungsmäßig verändert – kann helfen, Veränderungen konkret zu benennen. Diese Notizen lassen sich im Gespräch mit dem Behandlungsteam einbringen: „Mir ist aufgefallen, dass meine Mutter seit einer Woche nicht mehr aufsteht – können Sie mir erklären, was der Grund dafür ist?“
  • Bei unklarer Medikation – also wenn sich die Anzahl oder Art der verschriebenen Mittel verändert – ist es möglich, ausdrücklich nach einer schriftlichen Übersicht zu fragen und nachzufragen, warum bestimmte Medikamente hinzugekommen sind. Gerade bei älteren Menschen können Wechselwirkungen (das Zusammenspiel mehrerer Medikamente) eine wichtige Rolle spielen.
  • Wenn ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt oder der zuständigen Ärztin nicht zustande kommt oder Fragen nicht ernst genommen werden, ist es möglich, den Kontakt zur Patientenfürsprecherin oder zum Patientenfürsprecher der Einrichtung zu suchen. Diese Stelle ist in vielen Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen verpflichtend vorhanden und kann vermitteln.
  • Wenn die Situation in einer Einrichtung sich trotz Nachfragen nicht verbessert, kann eine Verlegung in eine andere Einrichtung angefragt werden. Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin, aber auch die Krankenkasse, kann dabei unterstützen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht besprechen und aufbewahren: Eine Patientenverfügung legt fest, welche medizinischen Maßnahmen – zum Beispiel Wiederbelebung – gewünscht oder abgelehnt werden. Es empfiehlt sich, diese Dokumente gut erreichbar aufzubewahren und sicherzustellen, dass Angehörige wissen, wo sie sich befinden und was darin steht.
  • Bevollmächtigte Person benennen: Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Vertrauensperson rechtlich verbindlich für eine erkrankte Person sprechen und Entscheidungen treffen – auch gegenüber medizinischem Personal.
  • Einrichtungen im Vorfeld vergleichen: Wenn Zeit vorhanden ist, können Bewertungen von Rehabilitationseinrichtungen – zum Beispiel über den Qualitätsbericht der Krankenkassen – einen ersten Hinweis geben. Eine persönliche Besichtigung oder ein Vorgespräch ist ebenfalls möglich.
  • Unabhängige Beratung kennen: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und neutrale Beratung zu Patientenrechten, auch in schwierigen Versorgungssituationen. Sie ist erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr).

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese – mit dem Gefühl, trotz aller Bemühungen nicht gehört worden zu sein – belasten Angehörige oft noch lange nach dem Verlust. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, solche Erlebnisse anonym zu schildern, damit andere davon lernen können und Schwachstellen im System sichtbar werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:sonstiger Bereich, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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