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2026-114

Respektloses. menschenunwürdiges Verhalten

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Fallbeschreibung:

Würde auf der Intensivstation: Patientenrechte im Fokus

vor einigen Wochen Patient auf der Intensivstation, Pflegepersonal größtenteils nett und fürsorglich, aber einige spezielle Fälle lassen zu Wünschen übrig.
– keine Wahrung Intimsphäre
– abfällige Kommentare über Angehörige
– Klingeln werden weggenommen
– lautstarkes reden und Diskutieren über andere Patienten und herabbuttern selbiger
– grobes und aus meiner Sicht vorsätzliches Verhalten bei Pflege (lange in Stuhlgang und anderen Absonderungen liegen gelassen werden)
– mehrfach kein Essen bekommen, auch nicht auf Nachfrage (man kann vom Zimmer aber gut sehen wie Pflegekräfte sich selber am Essen bedienen, da der Wagen gegenüber des Zimmers am Schwesternplatz steht)

Gut gelaufen:

– einige sehr freundliche Ausnahmen im Personal die wirklich bemüht sind aber nicht alle Fehler beheben können (aber mit kleinen Nettigkeiten wie Wassereis, Limo, Kaffee schon eine Freude bereiten können) – freundliche, engagierte Ärztin (hat viel Stress aber nimmt sich dennoch viel Zeit, spricht auf Augenhöhe mit Menschen) – Auszubildene werden gut durch Pflege begleitet

Schlecht gelaufen:

-90% des Pflegepersonals einfach unbrauchbar im Umgang mit Menschen – leider auch 75% der Ärzte unbrauchbar, Visite findet vor verschlossener Tür statt (Nachbarpatient erfährt Visite am Bett, privatversichert vielleicht?)

Verbesserungsvorschläge:

Blick weg vom Patient als notwendiges Übel zur Generierung von Geld wieder hin zur Menschlichkeit

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist für Betroffene häufig eine der belastendsten Erfahrungen ihres Lebens – körperlich wie emotional. Wenn in dieser Situation das Gefühl entsteht, nicht mit Würde behandelt zu werden, kann das zusätzlichen Stress verursachen und das Vertrauen in die Versorgung erschüttern. Gleichzeitig gibt es auf Intensivstationen oft auch Pflegende und Ärztinnen oder Ärzte, die trotz hoher Belastung mit großem Engagement arbeiten – beides kann in derselben Einrichtung nebeneinander existieren.

Auf Intensivstationen sind Patient:innen in einem besonders abhängigen Zustand: Sie können sich oft nicht frei bewegen, sind auf Unterstützung bei Grundbedürfnissen angewiesen und haben eingeschränkte Möglichkeiten, auf Probleme hinzuweisen. Das schränkt den eigenen Handlungsspielraum erheblich ein – das ist wichtig anzuerkennen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer solchen Situation nicht respektvoll behandelt fühlt, ist nicht ohne Möglichkeiten – auch wenn diese in einem geschwächten Zustand schwerer wahrnehmbar sind.

  • Angehörige oder Vertrauenspersonen einbeziehen: Wenn es möglich ist, kann eine Begleitperson ansprechen, was aufgefallen ist – sowohl im direkten Gespräch mit dem Pflegeteam als auch gegenüber der Stationsleitung. Ein ruhiges, konkretes Ansprechen ist dabei oft wirkungsvoller als eine allgemeine Beschwerde. Möglich ist zum Beispiel: „Ich habe beobachtet, dass meine Angehörige heute Mittag kein Essen erhalten hat. Können wir gemeinsam schauen, wie das künftig sichergestellt werden kann?“
  • Patientenfürsprache in Anspruch nehmen: Viele Krankenhäuser haben eine Patientenbeauftragte oder einen Patientenfürsprecher (eine unabhängige Person, die die Interessen von Patient:innen vertritt). Diese Stelle ist häufig über das Pflegepersonal, den Sozialdienst oder die Krankenhauswebseite erreichbar.
  • Wahrnehmungen festhalten: Wer dazu in der Lage ist – oder dessen Angehörige – kann konkrete Beobachtungen mit Datum und Uhrzeit notieren. Das erleichtert spätere Gespräche mit der Stationsleitung oder dem Beschwerdemanagement erheblich.
  • Das Beschwerdemanagement des Krankenhauses nutzen: Krankenhäuser sind verpflichtet, ein Beschwerdemanagement vorzuhalten. Eine Rückmeldung dort – auch nach dem Aufenthalt – ist möglich und kann dazu beitragen, dass andere Patient:innen künftig besser versorgt werden.

Worauf Sie achten können

  • Klingelruf oder eine andere Möglichkeit, Hilfe zu rufen, steht jederzeit zur Verfügung – das Entfernen oder Unerreichbarmachen einer Klingel kann angesprochen oder gemeldet werden.
  • Grundbedürfnisse wie Essen, Körperpflege und Intimsphäre gehören zur Grundversorgung – ein Ansprechen gegenüber der Stationsleitung ist bei Nichterfüllung jederzeit möglich.
  • Gespräche über den eigenen Gesundheitszustand finden im Rahmen der Visite (Arztbesuch am Patientenbett) idealerweise unter Wahrung der Privatsphäre statt – bei Wunsch nach einem Einzelgespräch ist das nachfragbar.
  • Positive Erfahrungen mit einzelnen Pflegenden oder Ärztinnen und Ärzten können ebenfalls rückgemeldet werden – das stärkt engagierte Mitarbeitende und ist ein ebenso wertvoller Beitrag wie eine Beschwerde.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt das Gefühl haben, nicht angemessen behandelt worden zu sein, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an – telefonisch, online und in vielen Sprachen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, ähnliche Erfahrungen anonym zu melden, finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de – jeder Bericht kann dazu beitragen, die Versorgung für andere zu verbessern.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Intensivstation
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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