2024-1255
Verzögerte Behandlung eines entzündeten Atheroms durch unklare Zuständigkeiten
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Ich habe an einem Mittwochvormittag in einer chirurgischen Praxis angerufen, weil ich ein offenes und entzündetes Atherom auf dem Kopf hatte und ein Lymphknoten am Hals extrem geschwollen war. Ich bekam einen Termin für Freitagmorgen mit Wartezeit. Nachdem ich am Freitagvormittag fast 2 Stunden im Wartezimmer gesessen hatte, wurde ich vom Chirurgen untersucht und mir wurde mitgeteilt, dass ich mich in die Notaufnahme begeben muss, damit es dort schnellstmöglich herausgeschnitten wird. Der Chirurg wollte es nicht selbst machen, weil ja schon Freitagmittag war und eine Nachsorge von ihm am nächsten Tag nicht erfolgen kann, da die Praxis samstags geschlossen ist.
Nach mehr als einer Stunde Wartezeit in der Notaufnahme wurde mir von dem anwesenden Chirurgen im Krankenhaus mitgeteilt, dass er die OP angeblich nicht durchführen darf, weil dies ein Kiefer- und Gesichtschirurg machen muss. Der nächste wäre in einem Krankenhaus mehr als 50 km entfernt und ob der jetzt dort anwesend ist, wäre fraglich. Es könnte gut sein, dass ich dort umsonst hinfahre. Ich wurde also mit einem Arztbrief entlassen, ohne dass die Wunde überhaupt behandelt wurde, keine Desinfektion, keine entzündungshemmenden Behandlungen, nichts!
Anfang der Woche habe ich wieder den Chirurgen in der Praxis angerufen und einen Termin für den kommenden Tag bekommen. Jetzt wollte der Chirurg aber auch nicht mehr operieren, weil im Arztbrief stand, dass der Kieferchirurg operieren soll. Dann musste ich mir einen Termin beim Kieferchirurgen holen. Der hat sich das Ende der Woche angeschaut, gemeckert, dass die anderen beiden Chirurgen die OP auch hätten machen können, und mir die folgende Woche einen Termin zur OP gegeben. Nach 2 Wochen (!) wurde das entzündete Atherom endlich herausgeschnitten, der Lymphknoten ist daraufhin auf Normalgröße zurückgegangen … 2 Wochen wurde die Entzündung auf dem Kopf nicht versorgt und behandelt.
Eine Entzündung, die sich sichtbar verschlimmert und mit geschwollenen Lymphknoten einhergeht, ist belastend – körperlich und emotional. Wenn man dabei von einer Stelle zur nächsten verwiesen wird, ohne dass eine Behandlung erfolgt, kann das zusätzlich zermürbend und verunsichernd sein.
In manchen Situationen im Gesundheitssystem entstehen Verzögerungen, weil Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Einrichtungen und Fachrichtungen nicht eindeutig geregelt sind oder unterschiedlich ausgelegt werden. Betroffene geraten dabei manchmal unbeabsichtigt zwischen diese Zuständigkeiten – ohne dass eine einzelne Person dafür verantwortlich gemacht werden kann.
Wer sich in einer vergleichbaren Situation befindet, hat verschiedene Möglichkeiten, aktiv nach Unterstützung zu suchen.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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