Fallbeschreibung:
Mein Vater war in der neurologischen Abteilung untergebracht. Nach Medikamenteneinnahme litt er unter Halluzinationen und hat auch randaliert. Daraufhin wurde die Polizei verständigt und diese lieferte ihn sofort in die Psychiatrische Klinik auf dem gleichen Gelände ein. Dort war er, nachdem das Medikament nachließ, natürlich völlig falsch. Die behandelnde Ärztin sah das anders. Sogar ein Vormund wurde gerichtlich bestellt. Mein Vater hat extrem unter der psychischen Belastung so einer Abteilung gelitten. Wir Angehörige haben alles in Bewegung gesetzt, um unseren ansonsten völlig „normalen“ Vater wieder aus der Psychiatrie zu bekommen.
Es war sehr belastend, zu sehen, wie er litt und was er dort alles erlebt hat. Nur durch einen Pfleger, der meinen Vater kannte, ist es nach anderthalb (!) schier unendlich langen Wochen gelungen, ihn aus der Psychiatrie nach Hause zu holen.
Gut gelaufen:
Leider nichts.
Schlecht gelaufen:
Es wurde überhaupt nicht in Erwägung gezogen, dass sein auffälliges Verhalten mit dem Medikament zu tun haben könnte (inzwischen weisen wir bei jedem Krankenhausaufenthalt darauf hin, dass ihm Medikamente mit diesem Wirkstoff nicht verabreicht werden sollen!). Auch hört man von Desorientierung von älteren Menschen, wenn sie sich im Krankenhaus befinden oder nach der Narkose wieder aufwachen. Auch in dieser Hinsicht hat man die Ursache für sein Verhalten nicht untersucht.
Verbesserungsvorschläge:
Keine voreilige Einweisung in die Psychiatrie!!
Und die Ärzt*innen in der Psychiatrie sollten besser den Einzelfall prüfen anstatt auf ihrer vorgefertigten Meinung zu beharren.
Weitere Infos:
Mein Vater hat seither natürlich sehr große Angst vor einem Krankenhausaufenthalt; was sein Verhalten dort u.U. wieder hysterisch werden lässt. Und die Erlebnisse in der Psychiatrie haben sich tief eingeprägt und verfolgen ihn bis heute.
Infos zum Fall:
Perspektive:
Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter:
70-79 Jahre
Art der EInrichtung:
Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht:
männlich