2025-077
Entlassung und Wiederaufnahme aus Abrechnungsgründen
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Meine Frau entwickelte während eines längeren Aufenthalts einen Dekubitus. Laut Aussage der Chirurgie sollte dieser chirurgisch behandelt werden. Dies wurde jedoch nicht während ihres Aufenthalts gemacht. Stattdessen wurde meine Frau am Dienstag entlassen und per Krankentransport nach Hause gebracht um dann einen Tag später, am Mittwoch, erneut per Krankentransport abgeholt und in die Klinik gebracht zu werden.
Laut Pflegepersonal ist dieser Aufwand und diese Geldverschwendung nötig, da dann die Operation besser abgerechnet werden kann.
Wenn Menschen bereits im Krankenhaus behandelt werden und eine weitere medizinische Maßnahme notwendig wird, gehen Betroffene und Angehörige in der Regel davon aus, dass diese im laufenden Aufenthalt stattfindet. Es kann jedoch vorkommen, dass Patient:innen entlassen und kurz darauf erneut aufgenommen werden – mit allem, was das an körperlicher Belastung und organisatorischem Aufwand mit sich bringt. Gerade für ältere oder geschwächte Menschen sind solche Transporte und Unterbrechungen anstrengend und können als belastend erlebt werden.
Hintergrund solcher Abläufe sind häufig abrechnungstechnische Regelungen im deutschen Krankenhauswesen: Bestimmte Behandlungen lassen sich unter bestimmten Bedingungen gesondert abrechnen, wenn sie als eigenständiger stationärer Aufenthalt geführt werden. Ob und wann das zulässig ist, unterliegt gesetzlichen Vorgaben und wird von den Krankenkassen geprüft.
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger eine solche Situation erleben, gibt es Möglichkeiten, Fragen zu stellen und Klarheit einzufordern.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung zu Fragen rund um Behandlung, Abrechnung und Patientenrechte – telefonisch, online und in regionalen Beratungsstellen. Weitere Informationen und ähnliche Fallberichte finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de, wo Sie auch eigene Erfahrungen anonym melden können.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Eine gehbehinderte, demente Patientin wurde ohne Information der Angehörigen entlassen. Was schiefging und wie Entlassungen sicherer werden.
Fall lesen →Ein Patient forderte frühzeitig Entlassmanagement an – doch Sozialdienst und Anschlussversorgung blieben aus. Ein Fall über strukturelle Lücken im Krankenhaus.
Fall lesen →Ein 89-Jähriger wurde mit unerkannter Schluckstörung entlassen. Kommunikationslücken und Versorgungsbrüche zeigen, wo Patientensicherheit gestärkt werden muss.
Fall lesen →Nach einer Darm-OP trotz Wassereinlagerungen entlassen – mit schwerer Folge: massive Atemnot und Notaufnahme. Ein CIRS-Fall über Entlassungsmanagement.
Fall lesen →Nach einer transitorischen globalen Amnesie allein entlassen: Dieser CIRS-Fall zeigt, warum Orientierungsstörungen nach TGA ernst genommen werden müssen.
Fall lesen →Ein pflegebedürftiger Patient wird ohne Information der Familie entlassen. Der Notdienst verweigert Hilfe. Ein CIRS-Fall über Lücken in der Versorgung.
Fall lesen →Ein Patient kam nachts mit Harnverhalt in die Notaufnahme. Trotz geplanter Operation am selben Tag wurde er entlassen. Was lief schief?
Fall lesen →Ein Patient mit Wirbelknochenbruch wurde ohne Rückenschiene entlassen. Was dabei schiefging und welche Risiken entstanden – ein realer CIRS-Fall.
Fall lesen →Fehlende Medikamente, falsche Rezepte, keine Nachsorge: Ein CIRS-Fall zeigt, was beim Entlassungsmanagement schiefgehen kann.
Fall lesen →Ein Patient wurde trotz ärztlicher Hospizempfehlung ins betreute Wohnen entlassen. Was dabei schiefging und was das für die Patientensicherheit bedeutet.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team