Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-1289

Unbegleitete Entlassung nach TGA

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

TGA: Risiken bei unbegleiteter Entlassung aus der Notaufnahme

Bei der Patientin wurde in der NA eine akute TGA festgestellt. Nach einigen Stunden nach Abklingen der ersten Symptome wurde die Patientin ohne Begleitung einfach entlassen. Patienten mit TGA sind üblicherweise noch tagelang schlecht orientiert und verwirrt, das war auch im konkreten Fall so. Dass wir außer im mitgegebenen Arztbrief so erwähnt. Insgesamt unverantwortlich!

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Entlassung trotz noch vorhandener schlechter Orientierung ohne Begleitperson und ohne Taxi Zwang.

Verbesserungsvorschläge:

Wenn schon keine stationäre Aufnahme erfolgt, darf ein TGA Patient keinesfalls ohne Begleitung entlassen werden, da Desorientierung und Verworrenheit noch weiter anhalten.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine plötzliche Gedächtnislücke, Verwirrung und Desorientierung – das Erleben einer Transitorischen Globalen Amnesie (TGA, eine vorübergehende Störung des Gedächtnisses und der Orientierung) ist für Betroffene und Angehörige oft sehr beängstigend. Dass eine solche Situation auch nach der akuten Phase noch Nachsorge erfordert, ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar – weder für Betroffene noch für alle Beteiligten.

Bei einer TGA können Orientierungsprobleme und Verwirrtheit noch mehrere Tage nach dem eigentlichen Ereignis anhalten – auch wenn sich die Person nach außen hin bereits besser zu fühlen scheint. Eine Entlassung aus der Notaufnahme in dieser Phase ohne geeignete Begleitung kann daher eine schwierige Situation für Betroffene darstellen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Angehörige spielen in solchen Situationen eine besonders wichtige Rolle – gerade dann, wenn die betroffene Person selbst nicht in der Lage ist, ihre eigene Situation vollständig einzuschätzen.

  • Angehörige können das medizinische Personal direkt ansprechen und nach dem weiteren Vorgehen fragen – zum Beispiel: „Meine Mutter wirkt noch verwirrt. Was genau ist bei einer Entlassung gerade zu beachten?“ – Das öffnet ein Gespräch, ohne Druck auszuüben.
  • Es ist möglich, ausdrücklich nachzufragen, ob eine stationäre Aufnahme in Betracht kommt – oder welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssten.
  • Wenn eine Entlassung erfolgt, kann darum gebeten werden, dass der Transportweg gemeinsam organisiert wird – etwa durch ein Taxi oder einen Fahrdienst, den das Krankenhaus vermitteln kann.
  • Der mitgegebene Arztbrief (ein Dokument mit Diagnose und Behandlungsempfehlungen) enthält oft wichtige Hinweise für die Weiterversorgung – Angehörige können ihn gemeinsam mit der Hausarztpraxis besprechen, auch kurzfristig und telefonisch.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht ermöglicht es einer Vertrauensperson, in Gesundheitsfragen zu entscheiden, wenn die betroffene Person das selbst vorübergehend nicht kann – die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt Vorlagen kostenlos bereit.
  • Eine Notfallkarte oder ein Notfallblatt im Portemonnaie kann wichtige Informationen enthalten – etwa Kontaktpersonen, bekannte Erkrankungen und die Hausarztpraxis.
  • Angehörige können vorab besprechen, wer im Notfall erreichbar ist und als Begleitperson einspringen kann – auch wenn es hoffentlich nie gebraucht wird.
  • Wenn nach einer Entlassung Unsicherheit über den Gesundheitszustand besteht, ist es möglich, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) zu kontaktieren oder erneut eine Notaufnahme aufzusuchen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger eine solche Situation erlebt haben, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Ihre Erfahrung kann außerdem anderen helfen: Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, Fälle anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Patientensicherheit beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team