Ich bin nach meiner 1. Coronainfektion nicht wieder gesund geworden. Meine behandelnde Hausärztin nahm die Symptome nicht ernst und meinte ich müsse Geduld haben, wie bei einer Gruppe. Ich hatte schwere Atemnot, konnte kaum reden, ohne das Gefühl zu haben, dabei zu ersticken. Selbst die einfachsten Bewegungen, wie z.b. langsames Gehen, Bücken, etwas anheben usw. versetzte mich in Luftnot. Nach ca. 6 Wochen und auf mein Drängen, bekam ich endlich ein Cortison-Spray und eine Überweisung zum Pneumologen und zum Kardiologen. Bei beiden Ärzten wurde natürlich nichts gefunden, also kam die Diagnose vom Pneumologen – Depressionen. Nur weil ich weiterhin die Dyspnoe hatte und eine Belastungsintoleranz aber keine Auffälligkeiten in der Diagnostik. Ich sollte mal viel Sport treiben. Das tat ich auch, bis zum sprichwörtlichen „Umfallen“. Denn ich hatte keine Depression, sondern eine Fatigue. Und diese war nach 6 Monaten, nach der Covid-Infektion, auch in bekannter Klinik diagnostiziert worden. Dieser Befundbericht wurde leider von meiner Hausärztin ignoriert, keine Therapieempfehlungen angewendet und keine Medikationen ausprobiert. Selbst eine Rehabilitation-Maßnahme wurde von ihr nur unter erheblicher zeitlicher Verzögerung genehmigt. Selbst eine fortlaufende Krankschreibung wollte sie mir nicht mehr ausstellen und gab eigenwillig bei meiner Krankenkasse an, ich könne wieder halbtags arbeiten. Dabei war sie auch nicht einmal an einer Zusammenarbeit mit einer Long-Covid -Ambulanz interessiert, die mittlerweile auch die Diagnose „Post-Covid“ gestellt hatte. Es erfolgten auch weiterhin keine Untersuchungen durch meine Hausärztin wegen der anhaltenden Symptome und selbst das ärztliche Gespräch wurde immer kürzer. Man fühlte sich wirklich unerwünscht, es gab keine Therapieempfehlungen und wirklich keinerlei Hilfe. Alles musste ich selbst recherchieren, Überweisungen zu Fachärzten einfordern, genauso wie Verordnungen zur Atemtherapie. Als ich dann das 2. Mal an Covid erkrankt und wieder sofort erhebliche Luftnot hatte, rief ich in der Hausarztpraxis an. Dort fiel zwar am Telefon auf, dass ich kaum Luft hatte aber da keine Tests mehr vorgeschrieben waren, bekam ich den Rat zu Hause zu bleiben und mich auszuruhen. Eine bekannte Allgemeinärzte kannte meine Situation und bat mich in ihre Praxis zur Testung, Vergabe des Paxlovid-Präparates (aufgrund meiner Covid-vorgeschichte sogar dringend angeraten) und nach einer Untersuchung auch noch zur Akuteinweisung ins Krankenhaus, zum Thorax-röntgen (was bis dahin immer noch nicht von meiner Hausärztin angeordnet wurde). Seit meinem Hausarztwechsel fühle ich mich endlich ernstgenommen. Wir erarbeiten zusammen Behandlungs-und Therapiestrategien und können endlich kleine Fortschritte verzeichnen. Außerdem füllen wir Unterlagen der Krankenkasse, einen weiteren Antrag für eine Rehabilitationsmaßnahme und Versicherungsunterlagen gemeinsam aus, da ich aufgrund erheblicher kognitiver Beschwerden damit meine Probleme habe. Selbst von meiner Krankenkasse bekam ich keine Unterstützung und unschöne Briefe und Anrufe, warum ich schon wieder krank geschrieben bin und warum es keine Therapieplanung gibt? Dabei musste ich selbst für die Kostenübernahme eines Medikamentes noch kämpfen, obwohl mir vorab eine Zusage erteilt wurde. Die Zusage meiner Rentenversicherung, für eine 2. Rehabilitationsmaßnahme habe ich zwar schon, der Termin liegt aber noch in weiter Ferne.
Ich habe eine Selbsthilfegruppe gefunden, mit der ein wunderbarer Austausch stattfindet. Dort habe ich so viel mehr über meine Erkrankung gelernt, den Umgang, das Pacing, die Bürokratie (Anträge und Widersprüche usw.), Medikationen, Therapieversuche und vieles mehr. Ein wahrer Segen.