Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-1508

Arzt verweigert Betreuung bei Coronainfektion

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

COVID-19: Verzögerte Behandlung führt zu Krankenhauseinweisung

Hausarzt verweigerte persönliche Betreuung von Coronapatient. Paxlovid wurde trotz schneller Verschlechterung und hohem Lebensalter nicht verschrieben. Erkrankung verschlechterte sich und Patient musste hospitalisiert werden. Hausarzt verweigerte persönliche Nachsorge.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein älterer Mensch schwer erkrankt und die gewohnte ärztliche Anlaufstelle keine persönliche Betreuung anbietet, ist das für Betroffene und Angehörige eine belastende Erfahrung. In dem hier beschriebenen Fall verschlechterte sich der Gesundheitszustand einer älteren Person im Verlauf einer Coronainfektion so stark, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig wurde – trotz einer medikamentösen Behandlungsoption, die frühzeitig hätte eingesetzt werden können.

Paxlovid ist ein antivirales Medikament (es wirkt gegen Viren), das bei bestimmten Risikogruppen den schweren Verlauf einer Coronainfektion abschwächen kann – vorausgesetzt, es wird innerhalb der ersten Tage nach Symptombeginn verschrieben. Bei Menschen im höheren Lebensalter gehört diese Option zur anerkannten Behandlungsmöglichkeit. In Situationen, in denen eine Praxis keine persönliche Konsultation anbietet, ist es für Angehörige oft schwer einzuschätzen, welche Schritte als nächstes möglich sind.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

In ähnlichen Situationen gibt es für Angehörige und Begleitpersonen verschiedene Wege, aktiv Unterstützung einzuholen.

  • Wenn die Hausarztpraxis keine zeitnahe Betreuung anbietet, ist es möglich, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 zu kontaktieren. Dort kann auch eine Einschätzung zur Dringlichkeit und zu Behandlungsmöglichkeiten wie Paxlovid eingeholt werden.
  • Bei einer raschen Verschlechterung des Zustands – etwa Atemnot, starker Verwirrtheit oder anhaltend hohem Fieber – ist eine Einschätzung über den Notruf 112 möglich. Eine solche Einschätzung ist kein Zeichen von Überreaktion, sondern kann entscheidend sein.
  • Angehörige können beim Gespräch mit der Praxis gezielt nach der Behandlungsoption mit antiviralen Medikamenten fragen und dabei auf das Alter und die schnelle Verschlechterung hinweisen – zum Beispiel: „Mein Vater ist 75 Jahre alt, seine Symptome verschlechtern sich seit gestern deutlich – kommt eine Behandlung mit Paxlovid für ihn in Frage?“
  • Eine zweite ärztliche Meinung einzuholen ist jederzeit möglich – etwa über eine andere Arztpraxis, eine Notaufnahme oder telemedizinische Dienste.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Es kann hilfreich sein, im Voraus zu wissen, welche Anlaufstellen außerhalb der Hausarztpraxis in der eigenen Region verfügbar sind – etwa Bereitschaftspraxen oder telemedizinische Angebote.
  • Eine Notfallkarte oder Patientenkurzakte – mit Vorerkrankungen, Medikamenten und Risikohinweisen – erleichtert es im Ernstfall jedem behandelnden Arzt und jeder Ärztin, schnell eine fundierte Entscheidung zu treffen.
  • Eine Vorsorgevollmacht gibt Angehörigen die rechtliche Möglichkeit, im Ernstfall auch formelle Schritte – etwa die Anforderung von Informationen oder die Einwilligung in Behandlungen – zu übernehmen.
  • Wer Angehörige im höheren Lebensalter betreut, kann sich vorab über Risikogruppen und zugelassene Frühbehandlungen bei Infektionskrankheiten informieren – zum Beispiel über das Robert Koch-Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen in einer ähnlichen Situation Unterstützung suchen, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie eigene Erfahrungen anonym melden und damit dazu beitragen, dass ähnliche Situationen künftig besser erkannt werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: keine Angabe

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team