Ich wußte, nicht, wo mein Fall am besten hingehört, also habe ich die allgemeine Kategorie gewählt.
Ich war ungeplant stationär im Krankenhaus auf der dermatolog. Station.
Wie katastrophal es mit der Verpflegung lief, habe ich bereits in einem anderen Bericht erwähnt.
Leider war das nicht der einzige Bereich mit erheblichem Verbesserungspotential.
Meine Arznei gegen die Gürtelrose bekam ich per Infusion, statt wie sonst mittels Tablette.
Wegen chron. schweren Eisenmangel-Anämie bekomme ich seit mehr als 7 Jahren von meiner Hausarztpraxis regelmäßig (mehrmals pro Quartal: mal alle 3 Wochen, mal wöchentlich, je nach HB-Wert) Eiseninfusionen. Daher weiß ich aus Erfahrung, wie es laufen sollte.
Die Klinikärzte in der Notaufnahme hatten ein absolutes Faible für Zugänge im Handrücken- fragen Sie mich nicht, wieso? Ich wüsste es selbst gern!
Leider waren die Ärzte nicht in der Lage, die Vene zu treffen, sondern stießen die Nadel seitlich in die Vene, statt von oben der geraden Linie der Ader zu folgen.
Folglich war der Zugang nach der 1. Infusion Aciclovir im Eimer. Es war auch nicht wirklich hilfreich, daß die Schwestern/Pfleger diese „Durchspülflüssigkeit“ mit aller Kraft durch meine Venen jagten, statt mit Gefühl. Ich hatte den Eindruck, mit jedem Spülen verstopft der Zugang immer mehr. Bei der folgenden Infusion ging auch mit roher Gewalt nichts mehr. Also wurde der Zugang gezogen, auf den Arzt gewartet, der ganz sanft einen Zugang in die rechte Armbeuge legte. Der Zugang saß auf Anhieb, es tat nichts weh und die Infusion lief super durch. Keine 24 h später (ich erhielt alle 8 Stunden eine Infusion) verhunzte die Pflegekraft den Zugang, indem sie schnell-schnell an dem Zugang rum-ruckelte, als wäre es die Schaltung vom Panzer. Erst fühlte ich Nässe in der Armbeuge, dann lief es rosa, dann dunkelrot.
Ich klingelte nach der Pflege. Fluchend zog sie den Zugang.
Stunden später kam die Ärztin vom Dienst, begutachtete meine Arme und entschied sich für den 2. Handrücken. Der andere Handrücken war noch völlig blau von de letzten Zugang.
Es tat extrem weh (bei meiner Hausarztpraxis spüre ich davon nichts, wenn die stechen!), dann meinte sie, der Zugang sitzt und startete die Infusion. Nur, nichts tat sich. Da lief gar nichts.
Sie ruckelte und malträtierte meine linke Hand, als sei die aus Knete, aber es half nichts. Das einzige, was sie bewirkte, war, daß ich neue Schmerzen bekam.
Also suchte sie den Unterarm links nach einer Vene ab. Einen Zugang in die Armbeuge legen wollte sie partout nicht- Warum auch immer?
Schließlich entschied sie sich für eine Stelle, legte die Nadeln und die Infusion begann in Zeitlupe. 5 Stunden später war das Zeug immer noch nicht drin im Körper, sondern erst zu ⅔. Sonst dauerte diese Aciclovir-Infusion 35 Minuten bis 1½ Stunden. Am nächsten Tag bekam ich dann endlich die lang ersehnte Eiseninfusion: während meines 1wöchigen Klinikaufenthaltes war mein HB von 10 auf 9 und dann auf 8 gesunken.
So ist das halt, wenn man hämophil ist! ich kann ja auch nichts dafür, daß Ärzte das nicht ernst nehmen, nur weil Frauen das seltener haben! Ich hab mir das nicht ausgedacht und mir die 3 Notfallausweise auch nicht selbst gebastelt. Und irgendeinen Grund wird es bestimmt haben, daß mir die Gerinnungsambulanz freiwillig Gerinnungsfaktor und Cyklokapron in rauen Mengen verordnet, oder ?
Bestimmt nicht deshalb, weil das Zeug unter die Leute soll…
Jedenfalls war zum Zeitpunkt der Eiseninfusion schon klar, daß ich am nächsten Tag entlassen werde und keine weitere Infusion geplant sei.
Trotzdem wurde der Zugang nicht gezogen, sondern drin belassen und „gespült“. Der Pfleger wendete dabei soviel Kraft/Gewalt auf, daß ich vor Schmerz schrie. Der linke Unterarm tat seitdem weh und tut es bis heute, 5 Tage später… weil die Schmerzen immer stärker wurden, bat ich um Entfernung des Zugangs. Laut Pflege müßten das die Ärzte entscheiden, nicht ich. Zufällig kam die Ärztin abends nochmal zu mir. Ich sprach sie auf den Zugang und die Schmerzen an und sie sagte, daß die Entfernung kein Problem sei, die Pflege wüßte, daß ich am Folgetag entlassen werde. Doch es war gerade Übergabe, also mußte ich weiter warten, mit zunehmenden Schmerzen. Inzwischen begann der Unterarm, oval anzuschwellen! Nachts, schlich ich aus dem Zimmer zum Schwesternzimmer, weil ich die Schmerzen nicht mehr aushielt. Erst auf mehrfaches fragen/betteln wurde der Zugang schließlich nachts gezogen.
Die Schmerzen blieben und steigerten sich. Zudem bildete sich über der Schwellung eine Rötung aus, mit deutlicher Überwärmung. Das ist nun seit 5 Tagen so. Am nächsten Vormittag bekam ich die Papiere von der Pflege. Ich sprach sie auf die Schwellung mit den starken Schmerzen an. Das sei nichts, wurde mir versichert, ich könne gehen.
Trotzdem verlangte ich, nochmal die Ärztin zu sprechen. Auch deshalb, weil das Entlassungsrezept Fehler aufwies.
Widerstrebend kam sie meiner Bitte nach. Die Ärztin kam auch, korrigierte das Rezept und schaute den Arm an. Behandelt wurde dieses neue Problem leider auch von ihr nicht. Also ging ich nachhause, bzw. zum Bus. Taxi kann ich mir nicht leisten.
Zuhause nahm im Verlauf der nächsten 2 Tage sowohl die Schwellung als auch die Rötung und die Schmerzen zu. Der Arm war richtig heiß, ich hatte „nur“ erhöhte Temperatur.
Ich überlegte hin und her, ob ich in die Rettungsstelle gehe oder nicht, entschied mich jedoch dagegen, gerade wegen den schlechten Erfahrungen bisher. Ich wollte nicht nochmal stationär aufgenommen werden.
Montag war ich beim Hausarzt, der mir erklärte, das der Pfleger meine Vene zum platzen gebracht hat, indem er diese Durchspülflüssigkeit mit aller Kraft in meine schmalen Venen drückte. Diese Paravasation sei durchaus gefährlich.
Sowas können auch zu Gewebsuntergang führen. Lustig, genau das hatte ich auch befürchtet…
Jetzt hoffe ich, daß es irgendwie mal besser wird. Nur sieht der Arm immer noch nicht normal aus. Nutzen kann ich ihn auch nicht. Ich kann weder meinen BH an-/ausziehen, noch mir die langen Haare mit beiden Händen waschen, weil der linke Arm bei jeder Bewegung weh tut. Auch bei den Klamotten muß ich aufpassen, da durch die Schwellung die Ärmel zu eng sind.
Ich weiß nicht, ob die Vene wieder zusammen wächst, oder wie der Körper das sonst von allein „repariert“. Dazu bekam ich keine Information.
Jedenfalls bin ich gründlich bedient von Krankenhäusern.
– Schulung der Ärzte: „wie lege ich einen Zugang?“, Mit Zusatzmodul „wie lege ich einen Zugang, der länger als 1mal hält?“
– Schulung des Pflegepersonals: wie Sorge ich dafür, daß der Zugang auch öfter als 1-2mal genutzt werden kann
– hört den Patienten zu
-> Nicht alle Patienten, die chronisch krank, schwer behindert, und Frührentner sind, simulieren! Manche sind wirklich so krank, auch wenn sie geistig fit sind. Das eine hat mit dem anderen absolut nichts zu tun!
– Hört in der Vorlesung zu oder bildet euch weiter!
-> Ja, es gibt tatsächlich Frauen, die Willebrand Typ 3 haben, dadurch einen Faktor 8-Mangel haben und damit hämmophil sind. Das ist kein Märchen. Die Laborwerte und Symptome lügen nicht.