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2026-031

Falschen Impfstoff verabreicht bekommen

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Fallbeschreibung:

Falscher Impfstoff verabreicht: RSV statt Gürtelrose

Ich wollte mich in meiner Hausarztpraxis gegen Gürtelrose impfen lassen. Habe das auch so mit der Ärztin besprochen. Die Impfung wurde dann im Nachbarraum durch eine Angestellte, die sehr gestresst wirkte, durchgeführt. Als ich in meinem Impfausweis nachschaute, stellte ich fest, dass ich anstelle der Impfung gegen Gürtelrose eine gegen RSV erhalten hatte. Für diese habe ich aber keine Aufklärung bekommen. Außerdem macht die Impfung im März rein zeitlich nach heutigem Wissensstand wenig Sinn.

Gut gelaufen:

Nichts ist dabei positiv gelaufen.

Schlecht gelaufen:

Die Ärztin oder ihre Angestellte haben nicht sorgfältig gehandelt.

Verbesserungsvorschläge:

Ganz einfach: Prüfen, welche Impfung, wem verabreicht werden soll. Kritisch mitdenken, wenn eine Impfung nicht zur Saison passt.

Weitere Infos:

Ich hätte mir eine Entschuldigung der Ärztin gewünscht. Sie meinte nur, dass ja nichts Schlimmes passiert sei und die Impfung ohnehin empfohlen werde. Da solle ich mich nicht beschweren.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Impfung ist ein medizinischer Eingriff, der Vertrauen erfordert – und der mit der Person, die ihn erhält, abgestimmt sein muss. Wenn statt des besprochenen Impfstoffs ein anderer verabreicht wird, ohne dass darüber aufgeklärt wurde, ist das eine belastende Erfahrung, die das Vertrauen in die Versorgung erschüttern kann.

In Arztpraxen werden Impfungen häufig arbeitsteilig organisiert: Die Ärztin oder der Arzt führt das Aufklärungsgespräch, die eigentliche Verabreichung übernimmt anschließend eine medizinische Fachangestellte. Dabei kann es – etwa bei Zeitdruck oder Kommunikationspausen zwischen den Beteiligten – zu Verwechslungen kommen. Für die betroffene Person ist eine solche Situation kaum vorhersehbar.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Es gibt einige Möglichkeiten, wie Patientinnen und Patienten – wenn sie möchten – aktiv zur Sicherheit bei Impfungen beitragen können.

  • Den Impfstoff vor der Verabreichung erfragen: Direkt bevor die Spritze gesetzt wird, ist es möglich zu fragen: „Welchen Impfstoff verabreichen Sie mir jetzt genau?“ Das gibt die Gelegenheit, eine Verwechslung noch rechtzeitig zu bemerken.
  • Den Beipackzettel oder die Verpackung ansehen: In vielen Praxen wird der Impfstoff in der Originalverpackung mitgebracht. Es ist möglich, kurz auf den Namen des Präparats zu schauen und diesen mit dem besprochenen Impfstoff zu vergleichen.
  • Den Impfausweis direkt nach der Impfung prüfen: Wie in diesem Fall beschrieben, kann ein Blick in den Impfausweis unmittelbar nach der Impfung Unstimmigkeiten aufdecken – und eine Klärung noch vor dem Verlassen der Praxis ermöglichen.
  • Nachfragen, wenn etwas nicht passt: Wer unsicher ist oder das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, kann das direkt ansprechen – zum Beispiel: „Ich hatte erwartet, heute gegen Gürtelrose geimpft zu werden – können Sie das kurz bestätigen?“

Worauf Sie achten können

  • Wurde ich vor der Impfung über den konkreten Impfstoff und seine Wirkung aufgeklärt – und hatte ich die Möglichkeit, Fragen zu stellen?
  • Stimmt der Name des Impfstoffs, der verabreicht wird, mit dem überein, der im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen wurde?
  • Ist der Eintrag im Impfausweis vollständig und korrekt – einschließlich Impfstoffname, Datum und Chargennummer (die individuelle Kennung des Impfstoffbehälters)?
  • Habe ich nach einer unerwarteten Impfung die Möglichkeit gehabt, eine Erklärung und – wenn gewünscht – eine Entschuldigung zu erhalten?

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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