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2024-334

Oberschenkelhalsbruch nicht erkannt – Folge: Notoperation in zweiter Klinik

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Fallbeschreibung:

Oberschenkelhalsbruch übersehen – Verzögerung mit Folgen

Meine Mutter ist gestürzt und hatte schlimme Schmerzen. Der Krankenwagen kam und brachte sie ins Krankenhaus. Sie hatte ein MRT und der Arzt sagte mir noch am Telefon, es wäre nichts gebrochen. Da es kurz vor Weihnachten war, war auch kein Arzt erreichbar. Sie wurde nach Hause geschickt.

Sie lag 8 Tage nur im Bett, konnte sich nicht mehr bewegen und hatte furchtbare Schmerzen. Wir haben dann einen Arzt angerufen, der ins Haus kam. Er hat sie sofort in ein anderes Krankenhaus einliefern lassen.

Nach einem MRT wurde sie sofort notoperiert. Oberschenkelhalsbruch. Wie kann so etwas passieren? Ein Arzt kann kein Röntgenbild lesen? Hätte den Arzt und das Krankenhaus gerne verklagt, aber meine Mutter möchte das nicht.

So eine Sauerei. Haben eine alte Frau mit Schmerzen einfach wieder nach Hause geschickt. Dem ersten Krankenhaus habe ich gesagt, sie sollen sie aufnehmen, sie hat doch so große Schmerzen. Mir wurde gesagt, es ist kein Bett frei.

Gut gelaufen:

Der Arzt, den wir angerufen hatten, ist abends noch spät gekommen.

Schlecht gelaufen:

Keine Versorgung an und zwischen den Feiertagen. Hoffen sie, dass sie an den Feiertagen nie krank werden, sonst haben sie schlechte Karten.

Verbesserungsvorschläge:

Die Versorgung mit Ärzten an und zwischen Feiertagen. Wieso haben alle zu? Notdienst überlastet, keine Betten im Krankenhaus frei.

Weitere Infos:

Meiner Mutter geht es besser, aber sie hat durch das lange Liegen offene Fersen, die sehr schmerzhaft sind. Ich bin stinksauer. Wie kann das in Deutschland sein? Da läuft irgendwas schief in unserem Gesundheitssystem.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ältere Menschen nach einem Sturz starke Schmerzen haben und sich kaum bewegen können, ist das eine ernste Situation – für die Betroffenen selbst und für ihre Angehörigen. Es ist verständlich, dass eine solche Erfahrung, besonders über mehrere Tage hinweg, tief belastend ist und viele Fragen aufwirft.

Ein Oberschenkelhalsbruch (ein Bruch des Oberschenkelknochens nahe der Hüfte) kann in bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder MRT in seltenen Fällen schwer zu erkennen sein – etwa wenn der Bruch sehr fein ist oder ungünstig liegt. Zusätzlich kann an Feiertagen die Erreichbarkeit von Fachärztinnen und Fachärzten eingeschränkt sein, was die Versorgungssituation erschwert. In einer Situation wie dieser gab es für die betroffene Frau selbst keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Die Erfahrung aus diesem Fall zeigt, wie wichtig aufmerksame Angehörige sein können. Wer begleitet oder unterstützt, kann auf verschiedene Weise hilfreich sein:

  • Wenn nach einer Entlassung starke Schmerzen anhalten und die betroffene Person sich nicht bewegen kann, ist es möglich, erneut ärztliche Hilfe einzufordern – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116 117 erreichbar, auch an Feiertagen.
  • Es ist möglich, in der Notaufnahme oder telefonisch ausdrücklich auf anhaltende oder stärker werdende Schmerzen hinzuweisen und konkret zu fragen: „Welche Warnzeichen sollen wir beobachten, und wann sollen wir zurückkommen?“ Eine solche Nachfrage kann helfen, klare Handlungshinweise zu erhalten.
  • Wenn eine Diagnose mitgeteilt wird, ist es möglich nachzufragen, auf welcher Untersuchung sie beruht und ob eine fachärztliche Beurteilung – etwa durch eine Orthopädin oder einen Orthopäden – stattgefunden hat.
  • Bei anhaltenden Beschwerden nach einer Entlassung kann eine Zweitmeinung in einer anderen Einrichtung eingeholt werden. Das ist ein legitimes und in Deutschland anerkanntes Recht von Patientinnen und Patienten.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenbrief (ein Dokument mit wichtigen Gesundheitsinformationen wie Vorerkrankungen, Medikamenten und Allergien) können helfen, dass Angehörige im Notfall schnell und sicher handeln und sprechen können.
  • Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) lässt sich gut sichtbar notieren – sie ist rund um die Uhr erreichbar und vermittelt auch Hausbesuche, wenn die betroffene Person nicht transportfähig ist.
  • Wer ältere Angehörige regelmäßig begleitet, kann im Vorfeld mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen, wie im Notfall – auch über Feiertage – vorzugehen ist und welche Anlaufstellen empfohlen werden.
  • Druckstellen und offene Wunden durch längeres Liegen (sogenannte Dekubitus-Wunden) lassen sich durch regelmäßige Umlagerung und Hautbeobachtung verringern. Wer eine bettlägerige Person pflegt, kann beim Pflegestützpunkt oder der Hausarztpraxis nach konkreten Hinweisen fragen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie Fragen zu Ihren Rechten als Angehörige oder zur Qualität einer Behandlung haben, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 kostenlose und neutrale Beratung an. Erfahrungen wie diese können außerdem auf mehr-patientensicherheit.de gemeldet werden – damit andere von solchen Situationen erfahren und das Gesundheitssystem langfristig sicherer werden kann.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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