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2026-051

CRPS / Morbus Sudeck

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Fallbeschreibung:

Nachdem ich mir den Mittelhandknochen gebrochen hatte, wurde ich operiert. Im Vorfeld der OP habe ich eine lokale Anästhesie erhalten, bei der die Anästhesistin langwierig die Nerven gesucht hat, welche die Hand versorgen und betäubt werden sollten. Während der OP habe ich aber Schmerzen verspürt, so dass ich doch eine Vollnarkose erhielt. Direkt nach der OP erhielt ich einen Verband. Nach 2 Wochen (nach dem Fädenziehen) erhielt ich einen festen Gipsverband. Nach 6 Wochen wurde der Gipsverband abgenommen. Meine Hand war dicker als je zuvor, ich konnte die Hand und die Finger nicht bewegen und auf der Hand waren viele „Borstenhaare“. Der Arzt, der den Gips abnahm, sagte nur „oh“, ich solle am nächsten Tag mit dem operierenden Arzt sprechen. Der schaute sich das am nächsten Tag an und sagte, ich soll Lymphdrainage und Ergotherapie erhalten und in 4 Wochen wieder kommen – keine Rede von einem CRPS/Morbus Sudeck. Der ambulant behandelnde Arzt gab mir die entsprechenden Verordnungen und sagte nur, dass wir uns in diesem Jahr noch öfter sehen werden – auch kein Hinweis auf CRPS/Morbus Sudeck. Erst die Physiotherapeutin, die die Lymphdrainage durchführte sagte mir, dass das aussieht wie ein Morbus Sudeck und der nicht harmlos ist und gezielt behandelt werden sollte. Sie gab mir den Rat, dass ich einen 3. Arzt aufsuchen sollte. Dieser führte noch eine Temperaturmessung der Hände durch: Die verletzte Hand war 5 Grad wärmer als die gesunde Hand. Er stellte erstmals die Diagnose „CRPS/Morbus Sudeck“, klärte mich auf und behandelte mich leitliniengerecht zusätzlich mit Medikamenten. Danach schwoll meine Hand ab, so dass sie so beweglich wurde, dass die Ergotherapie sinnvoll durchgeführt werden konnte. Das Krankenhaus schrieb erst nach 4 Wochen „Verdacht auf CRPS/Morbus Sudeck“ und nach 8 Wochen „CRPS/Morbus Sudeck“.

Gut gelaufen:

Der mich heute noch behandelnde Arzt, der die Medikamente verordnet hatte, hat meine Hand gerettet. Ich fühlte mich bei ihm als mündige Patientin.

Schlecht gelaufen:

Die lokale Anästhesie vor der OP war langwierig und hat nicht gewirkt. Es fand während der 6 Wochen, wo ich den Gips getragen habe, keine Kontrolle statt, ob der Gips eventuell zu eng sitzt. Die Diagnostik des CRPS/Morbus Sudeck durch das Krankenhaus war sehr spät, obwohl die Symptome direkt nach der Gipsabnahme eindeutig waren.

Verbesserungsvorschläge:

Es liegen nur wenige Studien zu CRPS/Morbus Sudeck vor. Die Ursache ist unklar. Das Krankenhaus, das die Operation und die Nachsorge durchführt, könnte eine Nachbeobachtungsstudie durchführen, wo die Gemeinsamkeiten der Patientinnen und Patienten mit CRPS/Morbus Sudeck herausgearbeitet werden könnten.

Weitere Infos:

Heute kann ich meine Hand – zwar mit Einschränkungen – wieder nutzen. Ein Arzt sagte mir, dass wegen des CRPS auch schon einer Patientin die Hand amputiert werden musste. Da bin ich ja noch relativ gut davon gekommen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), anderer Bereich, Krankenhaus, Normalstation, Operationssaal
Geschlecht: weiblich

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