2026-183
falsche Diagnose & Behandlung bei Borreliose
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Ich hatte Lyme-Borreliose mit monatelangen subfebrilen Temperaturen und starker Abgeschlagenheit. Im Krankenhaus hat man mir eine Nierenbeckenentzündung und eine drohende Sepsis angedichtet. Ich bekam vollkommen umsonst ein Röntgen vom Unterleib mit Kontrastmittel. Musste viele Stunden Urinierung unterdrücken, gleichzeitig aber viel trinken, um irgendeine Untersuchung zu machen. Eine Blasenspiegelung wollte man auch noch ständig machen und am liebsten noch meine Harnröhre operieren, obwohl es überhaupt keinen Grund dazu gab. Zu der Spiegelung musste ich mehrfach starken Widerstand leisten, obwohl es mir ohnehin grottenschlecht ging. Die subfebrile Temperatur wurde als psychologisches Problem dargestellt, da 37,8 Grad ja kein Fieber wäre. Dass meine persönliche normale Körpertemperatur aber mein Leben lang bei 36,8 lag (einem ganzen Grad weniger!), und mir dauernd zu warm war, hat keinen interessiert. Dass es mir nach einer Woche mit dem falschen Antibiotikum für Borreliose. kein Stück besser ging, hat auch keinen interessiert. Ich hatte mich nach dieser Horror-Woche (auch durch enorme emotionale Misshandlung durch den Arzt und die Krankenschwestern der Tagschicht) selbst entlassen. Die Pflegekraft und der Pfleger aus der Nachtschicht waren das einzige freundliche Personal.
Eine Woche stationärer Aufenthalt mit starker körperlicher Erschöpfung, schmerzhaften Untersuchungen und dem Gefühl, nicht gehört zu werden – das ist eine außerordentlich belastende Erfahrung. Wenn Symptome einer Erkrankung einer anderen Diagnose zugeordnet werden, kann dies dazu führen, dass Behandlungen durchgeführt werden, die nicht zum eigentlichen Problem passen, während das ursprüngliche Leiden unbehandelt bleibt.
Lyme-Borreliose ist eine durch Zeckenstiche übertragene Erkrankung, die sich auf sehr unterschiedliche Weise äußern kann – unter anderem durch anhaltend leicht erhöhte Körpertemperatur (sogenanntes subfebriles Fieber) und ausgeprägte Erschöpfung. Da diese Symptome unspezifisch sind, also bei vielen verschiedenen Erkrankungen auftreten können, kommt es in manchen Fällen zu Fehleinschätzungen. Hinzu kommt, dass die individuelle Körpertemperatur von Person zu Person verschieden ist – was für eine Person normal ist, kann für eine andere bereits ein deutliches Zeichen einer Erkrankung sein.
Wer sich in einer ähnlichen Lage befindet, kann verschiedene Möglichkeiten nutzen, um aktiv zur eigenen Versorgung beizutragen.
Erfahrungen wie diese können auch im Nachhinein noch sehr belasten – emotionaler wie körperlicher Art. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung für Menschen, die Fragen zu ihren Rechten oder zu erlebten Behandlungssituationen haben. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen sowie die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Nach dem Einsetzen einer Zahnbrücke traten schwere Beschwerden auf. Ein CIRS-Fall über Zahnzement, ungeklärte Symptome und Beweissicherung.
Fall lesen →Eine Patientin mit Herzschrittmacher erhielt trotz Hinweis vier Ultraschall-Narbenbehandlungen. Was dieser CIRS-Fall für die Patientensicherheit bedeutet.
Fall lesen →Nach einer schweren Sehnenoperation fehlten körperliche Untersuchung und Reha-Plan. Ein CIRS-Fall zeigt, wie wichtig strukturierte Nachsorge ist.
Fall lesen →Eine Patientin schildert schwere Komplikationen nach einem Arztbesuch beim Gynäkologen. Erfahren Sie, wie Betroffene reagieren können.
Fall lesen →Nach einer Handoperation blieb CRPS (Morbus Sudeck) wochenlang unerkannt. Ein CIRS-Fall über verzögerte Diagnose und die Folgen für Betroffene.
Fall lesen →Nach inverser Schulterprothese wurde in der Reha zu früh mit 10 kg trainiert. Starke Schmerzen blieben ungehört. Ein wichtiger Fall für Patientensicherheit.
Fall lesen →Eine Typ-1-Diabetikerin berichtet von unkontrolliertem Blutzucker über 300 mg/dl im Krankenhaus. Was tun, wenn Patienten nicht gehört werden?
Fall lesen →Nach Röntgenbestrahlung gegen Fersensporn entwickelte ein Patient Hammerzehen und starke Krämpfe. Wie fehlende Kommunikation Vertrauen zerstört.
Fall lesen →Eine ältere Frau stirbt zwei Wochen nach einem Sturz. Verzögerte Diagnose, unbehandelte Entzündung – was lief schief? Ein CIRS-Fall zur Patientensicherheit.
Fall lesen →Ergotherapie-Praxis lehnt Langzeitpatienten ab – Schlaganfall-Betroffene stehen ohne Versorgung da. Was Patienten jetzt tun können.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team