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2024-229

Nichterkennen eines CRPS Typ 2 (komplexes regionales Schmerzsyndrom)

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Fallbeschreibung:

CRPS nach OSG-Prothese: Späterkennung und Folgen

Nach Implantation einer OSG Prothese entstand ein CRPS Typ 2 (komplexes regionales Schmerzsyndrom) mit eindeutigen Anzeichen. Es wurde mehrfach nach der OP und bei den Kontrollterminen auf die Probleme hingewiesen. Leider wurde das CRPS erst nach über 3 Jahren in einer Reha Klinik erkannt. Für diese Erkrankung viel zu spät mit Folgen die ein Leben lang bleiben.

Gut gelaufen:

Die eigentliche OP ist gut verlaufen.

Schlecht gelaufen:

Das nicht Erkennen des CRPS obwohl die Symptome eindeutig waren.

Verbesserungsvorschläge:

Ärzte bzw. Operateure sollten immer wieder auf die Möglichkeit eines CRPS hingewiesen werden. Bei postoperativen oder posttraumatischen Problemen an Füßen und Händen sollte immer auch an ein CRPS gedacht werden. Insbesondere weil ein frühzeitiges Erkennen folgenschwere Beeinträchtigungen verhindern bzw. mildern kann. Ein CRPS im Endstadium ist für den Betroffenenen eine extrem schmerzhafte, omnipräsente und psychisch schwer zu ertragende Erkrankung.

Weitere Infos:

Seminare mit Ärzten die ein CRPS behandeln und Patienten die über ihren Verlauf berichten sollten für Ärzte angeboten werden.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation, die technisch gut verläuft, und dennoch folgen Monate oder Jahre voller Schmerzen und Unsicherheit – das ist eine Erfahrung, die körperlich wie seelisch sehr belastend sein kann. In diesem Fall entwickelte sich nach einer Sprunggelenksoperation ein CRPS Typ 2 (komplexes regionales Schmerzsyndrom – eine schwere Schmerzerkrankung, bei der das Nervensystem nach einem Eingriff oder einer Verletzung dauerhaft überaktiv bleibt), das trotz wiederholter Hinweise auf die Beschwerden über drei Jahre lang nicht erkannt wurde.

Ein CRPS kann nach Operationen oder Verletzungen – besonders an Händen und Füßen – entstehen. Die Symptome sind vielfältig: anhaltende, oft brennende Schmerzen, Schwellungen, Verfärbungen der Haut oder Temperaturveränderungen an der betroffenen Stelle. Weil diese Anzeichen auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, wird ein CRPS manchmal erst spät eingeordnet. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser lassen sich die Folgen in der Regel begrenzen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einer Operation anhaltende oder ungewöhnliche Beschwerden bemerkt, kann auf verschiedene Weisen dazu beitragen, dass diesen gezielt nachgegangen wird.

  • Symptome konkret und schriftlich festhalten: Es kann hilfreich sein, Beschwerden in einem kurzen Tagebuch zu dokumentieren – mit Datum, Art der Schmerzen, betroffener Stelle und begleitenden Auffälligkeiten wie Schwellung oder Verfärbung. So lassen sich Muster leichter erkennen und beim Arztgespräch klar benennen.
  • Beim Arztgespräch aktiv nachfragen: Wenn Beschwerden nach einer Operation nicht besser werden oder sich verändern, ist es möglich, direkt nachzufragen: „Könnte das, was ich beschreibe, auch auf ein CRPS hindeuten?“ Das öffnet das Gespräch für eine breitere Einschätzung.
  • Eine zweite Meinung einholen: Bei anhaltenden ungeklärten Beschwerden nach einem Eingriff ist es jederzeit möglich, eine zweite ärztliche Einschätzung – etwa in einer Schmerzambulanz oder bei einer auf Nervenschmerzen spezialisierten Praxis – einzuholen.
  • Einen Termin in einer Schmerzambulanz ansprechen: Schmerzambulanzen sind auf die Abklärung und Behandlung komplexer Schmerzzustände spezialisiert. Eine Überweisung dorthin kann bereits früh im Behandlungsverlauf angeregt werden.

Worauf Sie achten können

  • Anhaltende oder zunehmende Schmerzen nach einer Operation, die nicht zum erwarteten Heilungsverlauf passen, können ein Hinweis sein, dass weitere Abklärung sinnvoll ist.
  • Begleitende Zeichen wie Schwellung, ungewöhnliche Wärme oder Kälte, Hautverfärbungen oder veränderte Beweglichkeit an der operierten Stelle sind konkrete Beobachtungen, die sich lohnen, dem Behandlungsteam zu schildern.
  • Wenn eigene Hinweise auf Beschwerden mehrfach nicht zu einer Erklärung geführt haben, ist es möglich, eine Überweisung an eine andere Fachrichtung – etwa Neurologie oder Schmerzmedizin – anzusprechen.
  • Informationen über das CRPS – zum Beispiel über die Deutsche Schmerzgesellschaft oder das Netzwerk Patientensicherheit – können helfen, das eigene Erleben besser einzuordnen und gezieltere Fragen zu stellen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Fragen zu Ihren Rechten als Patient:in haben, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und neutrale Unterstützung an. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem eigene Erfahrungen anonym melden und damit dazu beitragen, dass andere Betroffene besser geschützt werden.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: weiblich

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