Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-043

Lungenentzündung durch Krankenhaus- und Heimaufenthalt – Folge Sepsis und verstorben

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Nosokomiale Pneumonie und Sepsis: Tödliche Komplikationen

Nach einer stationären Wundbehandlung hat mein Vater eine schwere Lungenentzündung im Krankenhaus entwickelt. Körperlich hat ihn das sehr geschwächt und er war seitdem bettlägerig.

Eine Rückkehr nach Hause war nicht mehr möglich. In der folgenden Kurzzeitpflege im Heim konnte er seine Kräfte nicht wiedererlangen und sein Allgemeinzustand verschlechterte sich deutlich.

5 Wochen nach Pneumonie entwickelte er erneut eine Pneumonie/ Sepsis im Heim und musste auf der Intensivstation eine Woche intubiert beatmet werden.

Zunächst hat er sich davon gut erholt. Er ist jedoch 2 Wochen später an den Folgen der im Krankenhaus und Heim erworbenen Infektionen gestorben.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Mehrfach stürzte mein Vater im Krankenhaus und Heim im Beisein von Pflegepersonal, die Ihn zur Mobilisierung ermutigt hatten. Durch mangelnde Lagerung und Pflege entwickelte mein Vater einen Dekubitus im Krankenhaus während der Pneumonie.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Der Verlust eines Vaters unter solchen Umständen ist ein tief erschütterndes Erlebnis – der Schmerz darüber ist kaum in Worte zu fassen. Fälle wie dieser zeigen, wie schnell sich der Zustand älterer und geschwächter Patient:innen im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung verschlechtern kann: Eine im Krankenhaus erworbene Infektion (Fachbegriff: nosokomiale Infektion) kann einen bereits geschwächten Organismus erheblich belasten. Hinzu können weitere Komplikationen kommen – darunter Stürze während der Mobilisierung sowie ein Dekubitus (Druckgeschwür, das durch anhaltenden Druck auf die Haut entsteht, wenn Betroffene längere Zeit liegen). In einer solchen Situation hatten weder der Patient noch seine Angehörigen realistischen Spielraum, in alle Abläufe einzugreifen – das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Angehörige können aktiv das Gespräch mit dem Pflegeteam und der Stationsleitung suchen, um über den aktuellen Zustand informiert zu bleiben – zum Beispiel mit der Frage: „Welche Maßnahmen sind geplant, um Druckstellen und Stürze zu verhindern?“ Solche Fragen sind legitim und hilfreich.
  • Wenn ein naher Angehöriger bettlägerig ist, ist es möglich, gezielt nach einem Lagerungs- und Umlagerungsplan zu fragen. Regelmäßige Umlagerung – mindestens alle zwei Stunden – ist eine anerkannte Maßnahme zur Vorbeugung von Druckgeschwüren.
  • Bei geplanter Mobilisierung (dem schrittweisen Aufstehen und Bewegen) kann gefragt werden, wie viel Unterstützung dabei vorgesehen ist und ob eine sturzpräventive Begleitung sichergestellt ist.
  • Angehörige können sich gegenseitig in der Begleitung abwechseln, um möglichst oft präsent zu sein – nicht als Ersatz für professionelle Pflege, sondern als zusätzliche Unterstützung und aufmerksame Beobachtung.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenverfügung ermöglichen es, im Voraus festzulegen, wer im Ernstfall Entscheidungen treffen darf und welche Behandlungswünsche bestehen – auch für Situationen auf der Intensivstation.
  • Eine Notfallkarte mit wichtigen Diagnosen, Medikamenten und einem Ansprechpartner kann bei einer Krankenhausaufnahme wertvolle Zeit sparen und die Kommunikation erleichtern.
  • Es ist möglich, sich vorab über Patientenrechte zu informieren – etwa das Recht auf Auskunft, auf Einsicht in die Krankenakte und auf eine zweite ärztliche Meinung.
  • Wer sich unsicher fühlt oder das Gefühl hat, dass auf Bedenken nicht eingegangen wird, kann eine Patientenfürsprecherin oder einen Patientenfürsprecher hinzuziehen – diese Funktion ist in vielen Krankenhäusern eingerichtet und kostenlos nutzbar.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie Fragen zu Ihren Rechten als Angehörige haben oder Unterstützung bei der Aufarbeitung einer belastenden Erfahrung suchen, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und vertraulich zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, Ihre Erfahrungen anonym zu teilen – damit andere von ähnlichen Situationen erfahren und sich besser vorbereiten können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team