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2025-350

Nosokomiale Infektion – dann Pflegefall

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Fallbeschreibung:

Schwiegermutter (85) wurde mit Harnwegsinfekt und durch Fieber verursachten Sturz ins Krankenhaus überwiesen. Bis dahin war sie noch mobil und hat sich selbst versorgt und nahm keine Medikamente. Das 3-Bett-Zimmer war geruchstechnisch sehr unangenehm. Sie sollte zum Ende der Woche entlassen werden und in die Kurzzeitpflege kommen. Als wir sie dort besuchen wollten erfuhren wir, das sie weiterhin im Krankenhaus ist, diesmal auf der Intensivstation mit Covid-Infektion. Nach 3 Tagen wurde sie trotz Lungenentzündung wieder in das 3-Bett-Zimmer verlegt. War hier schon kaum mehr ansprechbar, sehr schläfrig und desorientiert. Eine Woche später kam Sie in die Kurzzeitpflege. Nach Anweisung vom Krankenhausarzt musste sie nun 2 verschiedene Blutdruckmittel, sowie zwei verschiedene Diuretika und ein Diabetes/Herzmittel einnehmen. Die Pflegekräfte wiesen uns auf den Dekubitus am Gesäß hin. Tagsüber war sie teilnahmslos und schläfrig und nachts muss sie laut Zimmergenossin geschrien haben. Nach ein paar Tagen musste Sie gefüttert werden. Ein Medikamentencheck ergab, das diese Kombination von Medikamenten nicht verordnet werden sollte und zu starken Wechselwirkungen führen können wie Müdigkeit, Delir etc. Der zuständige Arzt erlaubte dann eine Reduzierung der Medikamente, allerdings wurde Sie bereits 8 Stunden später in ein anderes Krankenhaus eingeliefert, wieder mit Lungenentzündung. Der Dekubitus war mittlerweile massiv blutig und entzündet, sie nimmt keine Nahrung mehr zu sich und bekommt Infusionen. Man hat uns bereits darüber informiert, dass hier bereits palliativ gehandelt werden muss. Der Medizinische Dienst hat es in dieser gesamten Zeit nicht geschafft, eine Begutachtung durchzuführen obwohl wir massiv nachgefragt haben.

Gut gelaufen:

Die Pflegekräfte waren sichtlich bemüht und reagierten auch auf unsere Bemerkungen. Trotz massiver Arbeitsbelastung waren sie doch eher Kontaktpersonen.

Schlecht gelaufen:

Die Leitlinien sind absolut nicht mehr im Interesse und zum Wohl des Patienten. Ärzte reagieren entweder gar nicht oder sehr arrogant. Die Betreuung durch medizinischen Dienst oder Krankenkassen ist vollkommen realitätsfremd und extrem bürokratisch. Man bekommt das Gefühl der Patient ist nur ein „Vorgang“ oder Nummer.

Verbesserungsvorschläge:

Jeder Mitarbeiter in den Medizinischen Bereichen, Krankenkassen, Politiker sollten für einen Monat in einem Heim, Krankenhaus oder Arztpraxis arbeiten, dann müsste man so eine Frage gar nicht stellen.

Weitere Infos:

Diese 6 Wochen waren für uns die Hölle. Trotzdem hatten wir die Möglichkeit täglich nach ihr zu schauen und Probleme aufzuzeigen. Wir fragen uns, was passiert mit Patienten die keine Angehörigen haben?

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus, Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege, Pflege
Geschlecht: weiblich

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