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2024-123

Harnwegsinfekt nicht erkannt

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Fallbeschreibung:

Harnwegsinfekt nicht erkannt: Risiken des Urin-Teststreifens

Nach mehreren Harnwegsinfekten, weiß man schon, wenn man eine so schlimme Harnwegsinfektion hat, dass sie nicht mehr weggetrunken werden kann. Als es mal wieder so weit war, musste ich zum Hausarzt. Nach Teststreifen-Test meiner Urinprobe, sagte mir der Arzt, dass ich keine Harnwegsinfektion hätte und schickt mich nach Hause. Die Schmerzen wurden unerträglich und ich musste am nächsten Tag (WE) zum Notdienst. Der Arzt dort schüttelte den Kopf über den Kollegen… der offensichtlich nicht wusste, dass ein negatives Teststreifen-Testergebnis einer Urinprobe nicht zwingend bedeutet, dass KEINE Harnwegsinfektion vorliegt! Bei mir war es mittlerweile so schlimm, dass ich sogar Blut im Urin hatte… welches hätte verhindert werden können!

Gut gelaufen:

Der Notdienst schenkte meiner Aussage Glauben!!!

Schlecht gelaufen:

Unwissenheit bei einer der häufigsten Krankheiten! Der Arzt wusste nicht mal, welche Bakterien angezeigt werden und welche nicht!

Verbesserungsvorschläge:

6 Wissenstests pro Jahr – analog der Piloten! Auch diese müssen 4 x im Jahr in den Simulator und werden 2 x im Jahr auf Strecke in der Praxis beobachtet!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wer unter wiederkehrenden Harnwegsinfektionen leidet, kennt die typischen Beschwerden oft sehr genau – und weiß, wann etwas nicht stimmt. Es kann belastend und verunsichernd sein, wenn die eigene Wahrnehmung und das Testergebnis auseinanderfallen und Beschwerden trotzdem schlimmer werden.

Zur medizinischen Einordnung: Ein Teststreifen-Test (sogenannter Urinteststreifen oder Urinstix) ist eine schnelle Methode zur ersten Einschätzung. Er weist bestimmte Stoffe im Urin nach, die auf eine Infektion hindeuten können – erfasst aber nicht alle Bakterienarten, die einen Harnwegsinfekt verursachen können. Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion daher nicht zuverlässig aus. Für eine genauere Diagnose gibt es weitere Möglichkeiten, etwa eine Urinkultur (dabei wird der Urin im Labor auf Bakterienwachstum untersucht).

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Folgende Möglichkeiten können dabei helfen, im Gespräch mit medizinischem Fachpersonal die eigene Situation besser einzubringen.

  • Wer häufig Harnwegsinfekte hat, kann beim Arztgespräch gezielt nach einer weiterführenden Diagnostik fragen – zum Beispiel: „Ich habe das schon mehrfach erlebt und kenne meine Symptome gut. Wäre eine Urinkultur zur Absicherung möglich?“
  • Es ist möglich, die eigene Krankheitsgeschichte kurz zu schildern – etwa wie frühere Infektionen verliefen und welche Symptome diesmal aufgetreten sind. Diese Information kann für die Einschätzung hilfreich sein.
  • Wenn Beschwerden nach einem Arztbesuch nicht besser werden oder sich verschlechtern, kann erneut ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden – auch außerhalb der regulären Praxiszeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116 117).
  • Nach einer Konsultation, bei der Zweifel bestehen, ist es möglich, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen – das ist ein legitimes Recht von Patient:innen.

Worauf Sie achten können

  • Ein negatives Teststreifen-Ergebnis schließt einen Harnwegsinfekt nicht automatisch aus – bei anhaltenden oder stärker werdenden Beschwerden ist eine weitere Abklärung möglich.
  • Symptome wie Blut im Urin, Fieber oder starke Schmerzen im Rücken oder in der Flanke können auf eine ernstere Infektion hinweisen und sind ein Anlass, rasch ärztliche Hilfe zu suchen.
  • Die eigene Einschätzung zählt: Wer die eigenen Beschwerden kennt und benennt, gibt dem medizinischen Fachpersonal wichtige Hinweise für die Diagnose.
  • Bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten kann es sich empfehlen, das Thema in einem ruhigen Moment mit einer Hausarztpraxis zu besprechen – um für künftige Episoden einen klaren Plan zu haben.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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