Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-919

Zwei unterschiedliche Diagnosen

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Therapiezugang verweigert: Wenn Diagnosen nicht übereinstimmen

Ich wohne an der Stadtstatt Grenze.
Für eine Behandlung benötigte ich ein Erstgespräch. Das führte ich bei einem Psychol. durch. Leider war kein Behandlungstermin bis zum Ende dessen Berufstätigkeit frei.

Für eine Behandlung in einem benachbarten Bundesland benötigte ich erneut! ein Erstgespräch!! Dort ebenfalls keine freien Termine und Ablehnung, da man meinte eine von der Neurologin / von dem Neurologen mit Überweisung empfohlene Traumatherapie sei nicht zielführend.

Ich verzichte somit auf weiteren Stress mit der Terminbettelei, Telefonieren, Kosten und Zeit für weitere Termine. Das macht mich zusätzlich fertig.

Gut gelaufen:

nicht krank werden. Als Kassenpatient wird man nur herumgeschubst, abgerechnet, was dem Patienten nichts gebracht hat. Die erste Frage bei einer Arztsuche ist immer! „Kassenpatienten oder privat?“

Schlecht gelaufen:

Die Organisation im Staat – jedes Land für sich… Warum kommt es zu 2 unidentische Diagnosen 1 x Traumabehandlung ja 1x nein!?

Verbesserungsvorschläge:

Anerkennung der ersten Diagnose!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn man an der Grenze zweier Bundesländer lebt und Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung sucht, können bürokratische Hürden und unterschiedliche fachliche Einschätzungen zusammentreffen – eine Situation, die körperlich und emotional sehr belastend sein kann. Der Aufwand durch wiederholte Erstgespräche, lange Suche und widersprüchliche Rückmeldungen ist real und darf nicht kleingeredet werden.

In diesem Fall gab es für die Betroffene keinen einfachen Ausweg: Kassenärztliche Versorgungsengpässe, unterschiedliche Diagnoseeinschätzungen und länderübergreifende Zuständigkeitsgrenzen lagen außerhalb ihres Einflussbereichs. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer vergleichbaren Lage befindet, kann auf einige Wege zurückgreifen, die den Zugang zur Versorgung erleichtern könnten.

  • Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (erreichbar unter der bundesweiten Nummer 116 117) sind verpflichtet, innerhalb bestimmter Fristen einen Erstgesprächstermin zu vermitteln – auch für Psychotherapie. Es ist möglich, dort ausdrücklich auf den eigenen Wohnort an einer Landesgrenze hinzuweisen und zu fragen, welche Terminservicestelle zuständig ist.
  • Bei unterschiedlichen fachlichen Einschätzungen – etwa ob eine bestimmte Therapieform sinnvoll ist – kann eine weitere Meinung (eine sogenannte Zweitmeinung) bei einer anderen Fachperson eingeholt werden. Das ist ein anerkanntes Recht von Kassenpatient:innen.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose Beratung zu Versorgungsfragen und kann dabei helfen, Rechte gegenüber Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen geltend zu machen – zum Beispiel mit dem Satz: „Ich suche Unterstützung dabei, einen Psychotherapieplatz zu erhalten, und weiß nicht, an wen ich mich wenden soll.“
  • Wenn die Krankenkasse informiert wird, dass trotz ernsthafter Bemühungen kein Therapieplatz gefunden werden konnte, ist es unter Umständen möglich, die Kosten einer Privatpraxis erstatten zu lassen – die sogenannte Kostenerstattung. Die eigene Krankenkasse kann darüber Auskunft geben.

Worauf Sie achten können

  • Alle Erstgespräche, Ablehnungen und Kontaktversuche schriftlich oder in einer einfachen Liste festhalten – das kann bei einer späteren Kostenerstattung oder Beschwerde hilfreich sein.
  • Bei der Terminservicestelle (116 117) nachfragen, ob bei Wohnlage an einer Landesgrenze auch die Terminservicestelle des Nachbarbundeslandes zuständig sein kann.
  • Die eigene Krankenkasse aktiv nach dem Verfahren zur Kostenerstattung bei nachgewiesenem Therapiemangel fragen.
  • Bei widersprüchlichen Einschätzungen verschiedener Fachpersonen ist es möglich, die behandelnde Neurologin oder den behandelnden Neurologen um eine schriftliche Begründung der Überweisung zu bitten – das kann bei weiteren Gesprächen als Grundlage dienen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät kostenlos und vertraulich zu Fragen rund um Patientenrechte und Versorgungszugang – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenfrei, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Wenn Sie eigene Erfahrungen mit schwieriger Versorgungssituation teilen möchten, ist das auf mehr-patientensicherheit.de anonym möglich – jeder Bericht kann dazu beitragen, das System besser zu verstehen und zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Psychotherapiepraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team