2025-013
Vorzeitige Entlassung wegen Fallpauschale
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Bin nach einem Surz im Krankenhaus eingeliefert worden, Diagnose Oberschenkelfraktur, OP am Tag nach der Einlieferung.
Schwierige OP, recht hoher Blutverlust, schwierige Schmerzbehandlung, da ich als langjährige Schmerzpatientin bereits Opiate einnehmen. Bereits sehr wenige Tage nach OP äußerte sich der erste Arzt über eine Entlassung.
Da ich in den vergangenen Monaten bereits eine andere Fraktur, auch geschraubt, erlitten habe. Im Verlauf des Jahres bereits mehrmals schwer auf immer das gleiche Knie gestürzt bin. In dieser Zeit gesundheitlich abgebaut habe bis zu einem Pflegegrad 2, also relevante Vorschädigungen existieren und nach der OP noch keine weitere therapeutische Behandlung stattfand, hat mich der Entlassungstermin sehr beunruhigt.
Bei Nachfrage bei einem weiteren Chirurgen hieß es, die Aufenthaltsdauer läge, wegen des komplizierten Bruches, bei 10 -14 Tagen. Leider ist seit dem die Entlassung das ständige Thema bei Ärzten und Pflegepersonal. Selbst meinem Mann wurde der Termin bestätigt. Seit meinem Widerspruch gegen diese, für mich vorzeitige Entlassung, wird im Hintergrund gemobbt. Ständige Bemerkungen bezüglich mangelnder Mobilität meinerseits, abfällig Bemerkungen bezüglich meiner Schmerzempfindens, kein Kontakt zum Pflegepersonal.
Gestern stundenlang niemand auf dem Zimmer gewesen, keine Bereitschaft zur Hilfestellung. Mit dem Rollstuhl vors Fenster gefahren und dann ist gegen späten Nachmittag erstmalig eine Schwester aufgetaucht, wort- und grußlos für die Thrombosespritze.
Hatte mich Zwischenzeit selbst zurück ins Bett befördert, mit sehr gefährlichen Momenten bezüglich erneuerten Stürze. Unterm Strich geht es darum mich „rauszuekeln“, da ich auf Grund der Fallpauschale kein Geld mehr für das Krankenhaus erwirtschafte.
Eine schwere Operation nach einem Knochenbruch ist körperlich und seelisch belastend – umso mehr, wenn man das Gefühl hat, dass die eigene Genesung nicht ausreichend im Mittelpunkt steht. Wenn Betroffene den Eindruck gewinnen, dass wirtschaftliche Überlegungen den Behandlungsrhythmus bestimmen, und sich dabei nicht ernst genommen fühlen, ist das eine außerordentlich belastende Situation.
Im deutschen Krankenhaussystem werden Behandlungskosten häufig über sogenannte Fallpauschalen (DRG – Diagnosis Related Groups) abgerechnet: Das Krankenhaus erhält für eine bestimmte Diagnose einen festgelegten Betrag, unabhängig davon, wie lange der Aufenthalt tatsächlich dauert. Dadurch kann wirtschaftlicher Druck entstehen, Entlassungen früh anzustreben. Gleichzeitig haben Patient:innen das Recht, so lange stationär versorgt zu werden, wie es medizinisch notwendig ist. Diese Entscheidung liegt nicht allein beim Krankenhaus.
Wer sich in einer vergleichbaren Lage befindet, hat mehrere Möglichkeiten, die eigene Situation aktiv zu gestalten – auch aus dem Krankenhausbett heraus.
Erfahrungen wie diese können auf mehr-patientensicherheit.de anonym berichtet werden – jeder Bericht trägt dazu bei, dass solche Situationen sichtbar werden und sich langfristig etwas verändert. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, vertrauliche Beratung – auch in laufenden Krankenhausaufenthalten – unter der kostenlosen Rufnummer 0800 011 77 22.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Eine Frau berichtet, wie ihr Wunsch nach Sterilisation wiederholt abgelehnt und bagatellisiert wurde. Ein CIRS-Fall über Patientenrechte und Selbstbestimmung.
Fall lesen →Ein CIRS-Fall über Datenschutzverletzung in der Therapie, Stigmatisierung und verweigerte Weiterbehandlung – mit gravierenden Folgen für Beruf und Privatleben.
Fall lesen →Nach einem Auffahrunfall wurde ein Patient beim Durchgangsarzt nicht als BG-Fall anerkannt. Was bei der Versorgung schiefläuft.
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Fall lesen →Eine Patientin berichtet von 25 Jahren Fehldiagnostik, Medical Gaslighting und mangelnder Anerkennung chronischer Schmerzen. Was das System verbessern muss.
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Fall lesen →CIRS-Fall: Patientin mit Dissoziativer Identitätsstörung erlebt Ablehnung ihrer Diagnose im Krankenhaus. Was das für die Patientensicherheit bedeutet.
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Die Betriebskrankenkassen:
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