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2024-1502

soviel Voreingenommenheit und Vermeintlichkeit, weil ich eine Frau bin

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Fallbeschreibung:

Fehldiagnosen bei Frauen: Guillain-Barré und Appendizitis übersehen

Dieser Bericht in seiner Kurzform bezieht sich auf ein regionales Krankenhaus. Eigentlich bin ich entsetzt, was so der normale Standard in einem normalen Krankenhaus in Deutschland ist. Seine Würde und seine Selbstbestimmung gibt man unten am Eingang ab. 2014 konnte ich plötzlich weder Laufen noch irgendetwas und hatte schwere Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen, dem Atemmuskulatur und Herzaussetzer. Im KH wurde NICHTS untersucht, stattdessen bekam ich eine Psychotherapeutin an die Seite, die mir etwas vom Vermeidungsstrategie und Ablenkung erzählte. Wie sich später rausstellte , hatte ich ein akutes Guillain-Barré-Syndrom aufgrund einer vorausgegangenen Borreliose. Zwei Jahre später wurde ich mit akutem Abdomen vom Notdienst wieder in dieses KH gebracht. In der Notaufnahme wurde nichts untersucht, aber ich habe ein Rezept mit Pantoprazol bekommen. Zwei Tage später hatte ich perforierte Appendizitis. Ich denke, dieses Nichtstattfinden und Nichternstnehmen hatte eindeutig mit meinem Geschlecht und meinem vermeintlich sensiblen Wesen zu tun.

Gut gelaufen:

Dort nichts. Ein anderes KH was zumindest dann die Appendizitis operiert hat, hat alles richtig gemacht, wofür ich dankbar bin.

Schlecht gelaufen:

Das man einer Frau per se sofort eine psychische Störung zutraut und daraufhin keinerlei Untersuchungen anberaumt.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Körperliche Beschwerden werden manchmal nicht so ernst genommen, wie es notwendig wäre – und das kann schwerwiegende Folgen haben. Erfahrungen wie diese, in denen sich Betroffene nicht gehört oder nicht ausreichend untersucht fühlen, sind belastend und können das Vertrauen in die medizinische Versorgung nachhaltig erschüttern.

Forschung und Fallberichte zeigen, dass Frauen bei bestimmten Beschwerden häufiger als Männer mit einer psychischen Ursache in Verbindung gebracht werden – auch dann, wenn eine körperliche Erkrankung vorliegt. Dieser Mechanismus ist in der Medizin unter dem Begriff „Gender Bias“ (geschlechtsbezogene Voreingenommenheit) bekannt und wird zunehmend diskutiert. Er kann dazu führen, dass notwendige Untersuchungen verzögert oder gar nicht eingeleitet werden.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer medizinischen Situation nicht ausreichend wahrgenommen fühlt, hat verschiedene Möglichkeiten, die eigene Stimme zu stärken.

  • Es ist möglich, gezielt nach konkreten körperlichen Untersuchungen zu fragen und diese einzufordern – zum Beispiel: „Welche körperlichen Ursachen wurden bisher ausgeschlossen, und durch welche Untersuchungen?“ Diese Frage kann helfen, das Gespräch auf die somatische (körperliche) Abklärung zu lenken.
  • Eine Begleitperson kann in der Notaufnahme oder auf Station unterstützend wirken – sie kann Beobachtungen schildern, Fragen stellen und im Gespräch mit dem medizinischen Personal präsent sein.
  • Wenn das Gefühl entsteht, dass Beschwerden nicht ernst genommen werden, ist es möglich, ausdrücklich um eine ärztliche Zweitmeinung oder um die Hinzuziehung einer Fachärztin bzw. eines Facharztes zu bitten.
  • Eigene Beobachtungen schriftlich festzuhalten – wann welche Symptome aufgetreten sind, wie stark und in welchem Zusammenhang – kann dabei helfen, die Beschwerden klar und nachvollziehbar zu schildern.

Worauf Sie achten können

  • Werden Ihre Beschwerden konkret und körperlich untersucht, bevor eine mögliche psychische Ursache besprochen wird?
  • Erhalten Sie eine nachvollziehbare Erklärung dafür, welche Diagnosen bereits geprüft und warum andere ausgeschlossen wurden?
  • Haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen – und werden diese vollständig beantwortet?
  • Fühlen Sie sich als Person ernst genommen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Auftreten?

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, können Sie diese anonym auf mehr-patientensicherheit.de berichten – Ihre Schilderung kann dazu beitragen, Versorgungsprobleme sichtbar zu machen und anderen zu helfen. Unabhängige Beratung und Unterstützung bietet auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenfrei).

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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