2024-1525
Leugnung von Existenz einer evidenzbasierten, im ICD-11 anerkannten Krankheit
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Meine Freundin hat eine Dissoziative Identitätsstörung, da sie bereits ihr ganzes Leben lang extreme Gewalt, unter anderem durch ihre Familie, erfahren hat.
Die Diagnose wurde von mehreren, voneinander unabhängigen Fachleuten gestellt.
Aktuell wird sie in der Psychiatrie des sektorzugehörigen Krankenhauses behandelt, da sie in Folge der vielen, extrem belasteten Symptomatiken eine Benzodiazepin-Abhängigkeit entwickelt hat.
Auf der Station, wo sie behandelt wird, wird ihr immer wieder von den Pflegemitarbeitenden Simulation der Symptome (z.B. dissoziative Krampfanfälle, Persönlichkeitswechsel) vorgeworfen. Auch die zuständige Oberärztin weigert sich, die Diagnose anzuerkennen. Stattdessen wurde meiner Freundin von Beginn an, ohne jegliche Diagnostik, eine Borderline Persönlichkeitsstörung zugeschrieben. Der zuständige Oberarzt sagte zu meiner Freundin in der Visite, sie solle nicht von Persönlichkeits-Anteilen sprechen, da es die Dissoziative Identitätsstörung nicht gebe.
Wenn Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung (kurz: DIS – eine Erkrankung, bei der das Bewusstsein, die Identität oder das Gedächtnis einer Person in voneinander getrennten Zuständen erlebt werden kann) stationär behandelt werden, ist das eine vulnerable Situation, die großes Vertrauen erfordert. Dass eine bestehende, fachärztlich mehrfach bestätigte Diagnose im Behandlungsteam nicht anerkannt wird und Betroffene mit dem Vorwurf der Simulation konfrontiert werden, kann das Vertrauen in die Versorgung erheblich erschüttern und bestehende Beschwerden verstärken.
In einem solchen Fall gibt es für die betroffene Person selbst oft nur sehr begrenzten Handlungsspielraum – insbesondere dann, wenn sie sich in einer psychiatrischen Einrichtung im stationären Rahmen befindet, an schweren Symptomen leidet und auf die Versorgung durch eben jene Personen angewiesen ist, deren Verhalten belastend wirkt. Das ist wichtig anzuerkennen.
Als Angehörige oder nahestehende Person gibt es Möglichkeiten, die betroffene Person zu unterstützen und auf die Situation aufmerksam zu machen.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenfreie und vertrauliche Beratung für Patient:innen und Angehörige – telefonisch, online und in regionalen Beratungsstellen. Weitere Informationen zu Patientenrechten, Beschwerdemöglichkeiten und ähnlichen Fällen finden Sie auch auf mehr-patientensicherheit.de.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Eine Frau berichtet, wie ihr Wunsch nach Sterilisation wiederholt abgelehnt und bagatellisiert wurde. Ein CIRS-Fall über Patientenrechte und Selbstbestimmung.
Fall lesen →Ein CIRS-Fall über Datenschutzverletzung in der Therapie, Stigmatisierung und verweigerte Weiterbehandlung – mit gravierenden Folgen für Beruf und Privatleben.
Fall lesen →Nach einem Auffahrunfall wurde ein Patient beim Durchgangsarzt nicht als BG-Fall anerkannt. Was bei der Versorgung schiefläuft.
Fall lesen →Falsche Angaben in Arztberichten von Institutsambulanzen können gefährlich sein. Ein CIRS-Fall zeigt, wie Patientensicherheit gefährdet wird.
Fall lesen →Eine Patientin berichtet von 25 Jahren Fehldiagnostik, Medical Gaslighting und mangelnder Anerkennung chronischer Schmerzen. Was das System verbessern muss.
Fall lesen →Eine Patientin mit Borderline und schwerer Darmerkrankung wird jahrelang nicht ernst genommen. Ein CIRS-Fall über Diskriminierung und Versorgungslücken.
Fall lesen →Eine Patientin schildert, wie ihre Symptome nach dem Absetzen der Pille nicht ernst genommen wurden. Was dieser CIRS-Fall für die Patientensicherheit bedeutet.
Fall lesen →Eine Patientin wartete fast 10 Jahre auf ihre Rheuma-Diagnose. Der Fall zeigt, wie Symptome bei Frauen zu schnell als psychisch abgetan werden.
Fall lesen →Eine Patientin berichtet von drohender Frühentlassung nach komplizierter Oberschenkelfraktur-OP – und den Folgen für ihre Sicherheit.
Fall lesen →Eine Patientin schildert zwei schwere Fehldiagnosen: Guillain-Barré-Syndrom und perforierte Appendizitis wurden nicht erkannt. Ein Fall über Gender Bias in der Medizin.
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Die Betriebskrankenkassen:
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