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2025-345

Keine Rücksicht auf Infektionsrisiko

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Fallbeschreibung:

Infektionsschutz im Krankenhaus: Maskenpflicht nicht eingehalten

Ich im Rahmen einer Studie zur Immunadsorbtion stationär im Krankenhaus.
Ich leide an einer Postinfektiösen Erkrankung ME/CFS, bis jetzt hat jede Neuinstallation meinen Zustand erheblich verschlechtert. Weder das Medizinische Personal noch andere Angestellte des Krankenhauses haben sich an das Hinweisschild an meiner Zimmertür gehalten und Maske getragen. Durch die Immunadsorbtion war mein Immunsystem zusätzlich geschwächt.

Gut gelaufen:

Es wurde ein Hinweisschild an meiner Tür angebracht, das in meinem Raum eine Maske zu tragen ist.

Schlecht gelaufen:

Es wurde sich von den meisten Angestellten keine Maske getragen. von Ärzt*innen, bis Reinigungskräften.

Verbesserungsvorschläge:

Postinfektiösen Erkrankung brauchen mehr Aufmerksamkeit. Es braucht Aufklärung über die Risiken für Betroffene, wenn sie sich erneut mit einem Virus infizieren.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn Menschen mit einer schwerwiegenden Erkrankung ins Krankenhaus kommen, bringen sie oft ein tiefes Wissen über ihren eigenen Körper und ihre Risiken mit. Es ist belastend, wenn Schutzmaßnahmen, die eigens für sie eingerichtet wurden, im Alltag nicht verlässlich umgesetzt werden.

In diesem Fall war eine Patientin mit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom – eine schwere postinfektiöse Erkrankung, die das Nerven- und Immunsystem betrifft) zur Immunadsorption (ein Verfahren, bei dem bestimmte Antikörper aus dem Blut gefiltert werden) stationär aufgenommen. An ihrer Zimmertür befand sich ein Hinweisschild, das alle Eintretenden zum Tragen einer Maske aufforderte. Dieses Schild wurde von einem Großteil des Personals – von Ärztinnen und Ärzten bis zu Reinigungskräften – nicht beachtet. Da das Verfahren das Immunsystem vorübergehend schwächt und bei ME/CFS jede neue Infektion den Krankheitsverlauf erheblich verschlechtern kann, war das Infektionsrisiko für diese Patientin besonders hoch.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit einem erhöhten Infektionsrisiko stationär behandelt wird, kann auf verschiedene Wege darauf hinwirken, dass Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

  • Es ist möglich, das Schutzanliegen beim Aufnahmegespräch oder zu Beginn des Aufenthalts ausdrücklich anzusprechen und darum zu bitten, dass es in der Patientenakte sowie in der Übergabe an alle betreuenden Teams dokumentiert wird – nicht nur auf einem Schild an der Tür.
  • Eine direkte, freundliche Ansprache beim ersten Betreten des Zimmers kann helfen: „Ich habe eine Erkrankung, bei der mich jede Infektion ernsthaft zurückwerfen kann. Dürfte ich Sie bitten, eine Maske zu tragen?“ – Das ist kein Anspruch auf Gehorsam, sondern eine Möglichkeit, das eigene Bedürfnis sichtbar zu machen.
  • Wenn eine Begleitperson vorhanden ist, kann diese die Kommunikation mit dem Personal übernehmen oder unterstützen – besonders dann, wenn die Patientin oder der Patient durch Erschöpfung oder Schmerzen selbst nur eingeschränkt handlungsfähig ist.
  • Es ist möglich, das Pflegepersonal oder die Stationsleitung gezielt anzusprechen und um Unterstützung bei der Durchsetzung der Maßnahme zu bitten – zum Beispiel mit dem Hinweis, dass das Schild bislang wenig Wirkung gezeigt hat.

Worauf Sie achten können

  • Liegt Ihre Erkrankung und das damit verbundene Infektionsrisiko schriftlich in Ihrer Akte vor – nicht nur mündlich besprochen?
  • Sind alle Berufsgruppen, die Ihr Zimmer betreten (Pflege, Reinigung, Therapie, ärztlicher Dienst), über die erforderlichen Schutzmaßnahmen informiert?
  • Gibt es eine feste Ansprechperson auf Station, an die Sie sich wenden können, wenn Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden?
  • Haben Sie die Möglichkeit, eigene Masken mitzubringen und Besucherinnen, Besuchern sowie Personal anzubieten – als niedrigschwelliges Angebot?

Sie sind nicht allein

Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Unterstützung suchen, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und neutrale Beratung an. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie eigene Erlebnisse anonym melden und damit dazu beitragen, dass solche Situationen sichtbar werden und sich Versorgung verbessert.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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