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2026-156

Katastrophale hygienische Bedingungen und diverse andere Vorkommnisse

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Fallbeschreibung:

Hygienemängel & Norovirus im Krankenhaus: CIRS-Fall

Nach einem Schlaganfall mit 95%iger Verengung der Halsschlagader wurde mir in einer 5stündigen Operation diese Verengung entfernt.

Im Aufwachraum hörte ich mehrere Unterhaltungen des Personals genau vor meiner Türe, unter anderem wurde dort mit der Gesundheitsbeauftragten besprochen, dass die Wasserentnahmestelle in der Intensivstation als einzige in der ganzen Klinik verunreinigt ist.

Da ich noch nicht aufstehen konnte und an Schläuchen hing, bat ich die Pflegekraft nach einer Schüssel zum Urinieren. Diese behauptete felsenfest, ich hätte einen Katheder und brauche keine Schüssel, was aber definitiv nicht der Fall war. Ich war schwach, konnte kaum sprechen und musste dies mit der Pflegekraft erst mühsam ausdiskutieren, die mich behandelte, als wäre ich dement und nicht ganz richtig im Kopf!

Am nächsten Tag wurde ich nach einem Wurstbrot zum Frühstück wieder auf die Normalstation verlegt. Dort bekam ich in der Nacht heftigsten Durchfall, musste mich mehrmals erbrechen, obwohl ich nur gefrühstückt und mittags Nudeln mit Lachs gegessen hatte.

Daraufhin kam eine Pflegekraft, nahm unsere Handtücher aus dem Bad(!!!) und wischte damit grob das Erbrochene vom Boden vor meinem Bett auf. Am Morgen wurde eine Stuhlprobe entnommen und sofort eine Fischvergiftung vermutet.
Bei Tageslicht konnte man dann deutlich sehen, dass vor meinem Bett rundherum alles verspritzt war, Bett, Tisch, Stühle, Schrank, Wand… eine weitere Reinigung erfolgte jedoch bis zu meiner Entlassung am Freitag nicht! (Und auch nach Aussage meiner Mitpatientin übers folgende Wochenende nicht.)

Am Vormittag wollte mein Arzt mich dann direkt sofort nach Hause schicken, obwohl ich noch schwindelig war und nicht mal richtig laufen konnte. Als ich das verweigerte, weil ich (alt und alleine lebend) zuhause so nicht klarkommen würde, wurde nach langer Diskussion die Entlassung auf den nächsten Tag verschoben.

Erst am Folgetag erhielt ich zuhause einen Anruf, dass ich mit dem Noro-Virus infiziert bin. Bis dahin hatte ich natürlich schon mit einigen Menschen Kontakt, von denen ich zwei ebenfalls angesteckt hatte, ebenso zwei andere Patientinnen in der Klinik.
Nun war mir auch klar, weshalb man mich so schnell loswerden wollte!

Im Anschluss bekam ich einen Fragebogen bzgl. Noro-Virus vom zuständigen Gesundheitsamt.
Da für mich Schreiben zu dieser Zeit aufgrund des Schlaganfalls nicht möglich war, rief ich dort an. Man hörte mir jedoch nicht zu, sondern bestand auf einen ausführlichen schriftlichen Bericht – und so wurde dann einfach alles unter den Tisch gekehrt.
Soviel zur Meldepflicht!

PS: In einer ganzen Woche Aufenthalt wurden nicht ein einziges Mal die Türgriffe gereinigt und niemand – weder Ärzte, Personal noch Besucher – hat sich die Hände desinfiziert!

**[BESCHULDIGUNG]** Die Pflegekraft behandelte mich, als wäre ich dement und nicht ganz richtig im Kopf!
**[BESCHULDIGUNG]** Man hörte mir jedoch nicht zu, sondern bestand auf einen ausführlichen schriftlichen Bericht – und so wurde dann einfach alles unter den Tisch gekehrt.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Mein Arztbrief wurde nicht an meinen Hausarzt ausgestellt, den ich explizit angegeben hatte. Er lautete auf meinen Frauenarzt, der in einer zugehörigen Klinik tätig ist – warum auch immer. Ich habe dies sofort moniert, auch aus Datenschutzgründen. Mittlerweile sind bereits über zwei Monate seit dem Ereignistag vergangen und obwohl ich mehrmals telefonisch moniert habe, hat mein Hausarzt immer noch keinen Bericht !!! Nur gut, daß ich den falschen Bericht fotografiert habe, sonst hätten wir bis jetzt nicht einmal einen Medikationsplan! Der Sozialdienst hatte keine Zeit, um REHA oder sonstige weiterführende Hilfs-Maßnahmen zu besprechen. Auch wurde ich nicht einmal nach einer Patientenverfügung oder einem Organspendeausweis gefragt.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Empathie und vor allem ernst genommen zu werden! Nur, weil man sich nicht richtig ausdrücken kann, ist man nicht gleich dumm!

Weitere Infos:

Alles in allem war dies eine sehr traumatische Erfahrung für mich und ich fühlte mich alles andere als gut aufgehoben. Immer, wenn ich erwähnte, daß ich alleine lebe und meine gesamte Familie verstorben ist, bekam ich verwunderte Reaktionen und die selten dämliche Frage, ob es da nicht doch noch einen Bruder oder Schwester gibt… Teils wurde ich behandelt, als wäre ich dement, eine Mitarbeiterin schrie mich konsequent an, als wäre ich schwerhörig und ich bekam direkt Angst, daß mir meine Mündigkeit und Selbständigkeit abgesprochen wird. Ob ich beim nächstenmal nochmal den Notarzt rufe oder einfach liegenbleibe, kann ich nach dieser Erfahrung nicht mit Sicherheit sagen!

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Schlaganfall und eine anschließende Operation sind einschneidende Erlebnisse – körperlich wie emotional. Wenn in dieser vulnerablen Phase zusätzliche Belastungen auftreten, kann das tiefe Verunsicherung und das Gefühl hinterlassen, nicht ausreichend geschützt gewesen zu sein. Solche Erfahrungen verdienen es, ernst genommen zu werden.

Der geschilderte Fall zeigt, dass es in Kliniken zu einer Häufung unterschiedlicher Probleme kommen kann: hygienische Mängel (darunter eine bakteriell verunreinigte Wasserentnahmestelle auf der Intensivstation und ausbleibende Reinigung nach einer Infektionssituation), eine Infektion mit dem Norovirus (einem hochansteckenden Magen-Darm-Erreger), ein falsch adressierter Arztbrief sowie Schwierigkeiten beim Durchsetzen eigener Bedürfnisse in geschwächtem Zustand. Besonders herausfordernd ist, dass viele dieser Situationen in einem Moment auftraten, in dem die betroffene Person kaum die Kraft hatte, sich zu artikulieren oder Widerstand zu leisten – allein lebend und ohne Angehörige, die hätten einspringen können.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich im Krankenhaus in einer ähnlichen Lage befindet, kann einige der folgenden Möglichkeiten nutzen – je nach eigenen Kräften und Umständen:

  • Eigene Wahrnehmung klar benennen: Wenn eine Information über den eigenen Körper nicht gehört wird – etwa ob ein Katheter vorhanden ist oder nicht – kann es helfen, ruhig aber bestimmt zu wiederholen: „Ich bitte Sie, das bitte noch einmal zu überprüfen. Ich spüre keinen Katheter.“ Das eigene Körperwissen ist relevant und darf eingebracht werden.
  • Hygienische Auffälligkeiten ansprechen: Wer beobachtet, dass Türgriffe über längere Zeit nicht gereinigt werden, Desinfektionsmittelspender leer sind oder nach einer Infektionssituation keine Reinigung erfolgt, kann das direkt beim Pflegepersonal oder der Stationsleitung ansprechen – auch schriftlich per Notiz, wenn das Sprechen schwerfällt.
  • Die eigene Entlassung aktiv mitgestalten: Bei Unsicherheit darüber, ob man zu Hause zurechtkommt, ist es möglich, die Entlassung ausdrücklich zu hinterfragen und nach dem Sozialdienst zu fragen – einem Beratungsangebot der Klinik, das bei der Planung von Nachsorge, Rehabilitation (Reha) und Unterstützung im Alltag hilft. Eine mögliche Formulierung: „Ich lebe allein und fühle mich noch nicht sicher auf den Beinen. Kann ich bitte den Sozialdienst sprechen, bevor die Entlassung geplant wird?“
  • Den Arztbrief vor Entlassung prüfen lassen: Es ist möglich, noch im Krankenhaus nachzufragen, an wen der Arztbrief adressiert ist und ob die gewünschte Ärztin oder der gewünschte Arzt (z. B. die Hausärztin oder der Hausarzt) korrekt eingetragen ist. Ein Foto des Briefes – wenn er ausgehändigt wird – kann helfen, wichtige Informationen zu sichern.

Worauf Sie achten können

  • Norovirus ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig – das bedeutet, Kliniken sind gesetzlich verpflichtet, Ausbrüche dem Gesundheitsamt zu melden. Wer selbst Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen möchte, aber nicht schreiben kann, darf auch telefonisch Auskunft geben; eine Verständigung über den bevorzugten Kommunikationsweg ist möglich.
  • Als alleinlebende Person ohne Angehörige kann es sinnvoll sein, vorab eine Vertrauensperson zu benennen – etwa eine Freundin, einen Freund oder eine Person aus dem sozialen Umfeld – die im Krankenhaus als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner fungiert und im Zweifelsfall Fragen stellen oder Informationen entgegennehmen kann.
  • Wer nach einem Krankenhausaufenthalt feststellt, dass wichtige Dokumente fehlen oder falsch ausgestellt wurden (z. B. der Arztbrief), kann das Patientenbüro oder die Patientenaufnahme der Klinik schriftlich kontaktieren und um Korrektur bitten – mit Verweis auf das Recht auf vollständige Dokumentation.
  • Bei anhaltenden Problemen oder dem Gefühl, nicht gehört worden zu sein, ist eine Beschwerde über das klinikinterne Beschwerdemanagement oder extern über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) möglich – diese berät kostenlos und unabhängig.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, unabhängige Beratung für Menschen, die Fragen zu ihren Rechten im Gesundheitssystem haben oder Unterstützung nach belastenden Erfahrungen suchen – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenfrei, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Eigene Erfahrungen – auch schwierige – können auf mehr-patientensicherheit.de anonym gemeldet werden und helfen dabei, dass andere Patientinnen und Patienten von ähnlichen Situationen profitieren können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus, Aufwachraum, Intensivstation
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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