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2025-187

Verzögerte Verlegung bei Nierenstein: Ein Fallbericht mit kritischem Verlauf (Urosepsis)

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Fallbeschreibung:

Nierenstein & Urosepsis: Verzögerte Verlegung als Risiko

An einem Wochenende wurde meine Frau aufgrund starker Rücken- und Unterleibsschmerzen vom Rettungsdienst in die Klinik gebracht. Bereits bei der Anamnese durch die Notärztin wurde der Verdacht auf Nieren- oder Gallenerkrankung geäußert. Ein sofort durchgeführtes CT bestätigte, dass ein Nierenstein vorlag.
Es wurde ihr mitgeteilt, dass sie durch ein Sieb urinieren müsse, um zu überprüfen, ob der Stein abgeht. Sollte dies bis Anfang der Woche nicht der Fall sein, würde eine Verlegung in eine andere Klinik erfolgen, da das Krankenhaus keine entsprechenden Eingriffe (z. B. Zertrümmerung) durchführen könne.

Bis Anfang der Woche ging der Stein nicht ab, doch meine Frau wurde nicht verlegt. Stattdessen verschlechterte sich ihr Zustand zusehends. Sie berichtete von blutigem Urin und stärkeren Schmerzen bis unter die Brust, die ihr das Atmen im Liegen erschwerten. Sie wurde später auf die Chirurgie verlegt, jedoch nicht aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit, sondern weil auf der Station kein Platz war.
Am Folgetag wurde sie schließlich auf die Intensivstation verlegt, da bei ihr eine Urosepsis diagnostiziert wurde. Diese schwerwiegende Infektion führte dazu, dass sie in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde. Dort erlitt sie einen septischen Schock und musste notoperiert werden, um den Nierenstein zu entfernen.

Die Operation ergab, dass der Nierenstein eine Urinstauung verursacht hatte, die wiederum eine Infektion mit Bakterien ins Blut brachte. Aufgrund der Sepsis musste meine Frau in ein künstliches Koma versetzt werden und erhielt verschiedene therapeutische Maßnahmen. Ihr Zustand wurde von den behandelnden Ärzt*innen als lebensbedrohlich eingestuft, und es ist ungewiss, ob und in welchem Zustand sie das Koma überstehen wird.

Ich bin der festen Überzeugung, dass diese tragischen Ereignisse durch ein schnelles und adäquates Handeln vermieden werden können.
Es stellen sich für mich folgende Fragen:
• Warum wurde meine Frau in ein Krankenhaus ohne urologische Fachabteilung eingeliefert, obwohl die Notärztin den Verdacht auf einen Nierenstein äußerte?
• Warum wurde sie nicht bereits Anfang der Woche in eine geeignete Klinik verlegt, obwohl die Notwendigkeit dazu bekannt war?
• Inwieweit hat das verzögerte Handeln zu ihrer jetzigen lebensbedrohlichen Situation beigetragen?

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Fall beschreibt eine außerordentlich belastende Situation – für die betroffene Frau ebenso wie für ihren Angehörigen, der hilflos miterleben musste, wie sich ihr Zustand verschlechterte. Wenn ein zunächst erkanntes Problem sich zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung entwickelt, hinterlässt das tiefe Spuren und viele offene Fragen.

Nierensteine können, wenn sie den Abfluss des Urins blockieren (sogenannte Harnstauung), eine aufsteigende Infektion auslösen, die in seltenen Fällen zu einer Urosepsis führt – einer lebensbedrohlichen Reaktion des Körpers auf eine Infektion, die sich im Blut ausbreitet. In dieser Situation befand sich die betroffene Frau stationär in einer Klinik, sodass die Möglichkeiten des Eingreifens für sie selbst und ihren Angehörigen begrenzt waren. Dennoch gibt es für Begleitpersonen Wege, in kritischen Momenten aktiv zu werden.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn sich der Zustand einer nahestehenden Person im Krankenhaus sichtbar verschlechtert, ist es möglich, als Begleitperson aktiv das Gespräch zu suchen – auch mehrfach und nachdrücklich.

  • Veränderungen klar benennen: Neue oder stärker werdende Symptome – zum Beispiel blutiger Urin, zunehmende Schmerzen oder Atembeschwerden – können direkt und konkret an das Pflegepersonal oder die zuständige Ärztin bzw. den zuständigen Arzt weitergegeben werden. Eine mögliche Formulierung: „Meine Frau hat seit gestern blutigen Urin und kann flach kaum noch atmen – ich mache mir große Sorgen, kann das bitte jemand anschauen?“
  • Aktiv nach dem Behandlungsplan fragen: Wenn eine Verlegung oder Maßnahme angekündigt wurde und nicht stattfindet, ist es möglich, nachzufragen: „Es war besprochen, dass meine Frau verlegt wird – wann ist das geplant?“ Das ist kein unangemessenes Auftreten, sondern berechtigte Nachfrage.
  • Eine höhere Stelle ansprechen: Wenn Sorgen auf der Ebene des Pflegepersonals keine Reaktion auslösen, kann die diensthabende Oberärztin oder der Oberarzt – oder der ärztliche Bereitschaftsdienst – direkt um ein Gespräch gebeten werden.
  • Dokumentieren: Es kann hilfreich sein, Datum, Uhrzeit und Inhalt wichtiger Gespräche kurz zu notieren – etwa welche Maßnahmen angekündigt wurden und was tatsächlich geschah. Das schafft Klarheit und ist bei späteren Fragen eine wertvolle Grundlage.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht (rechtliches Dokument, das einer Vertrauensperson erlaubt, im Ernstfall medizinische Entscheidungen mitzutreffen) und ein Patientenbrief können vorab verfasst werden – unabhängig vom Alter.
  • Es ist möglich, vorab festzulegen, wer im Krankenhaus als Ansprechperson benannt wird und Auskunft erhalten darf – das erleichtert die Kommunikation im Ernstfall erheblich.
  • Eine Notfallkarte mit wichtigen Vorerkrankungen, Medikamenten und Allergien kann dem Rettungsdienst und dem Krankenhauspersonal helfen, schnell ein vollständiges Bild zu gewinnen.
  • Wer weiß, dass er oder sie an Nierensteinen leidet, kann mit einer Ärztin oder einem Arzt vorab besprechen, welche Kliniken in der Region eine urologische Fachabteilung haben – und diese Information griffbereit halten.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger nach einem solchen Erlebnis Fragen haben oder nicht wissen, wohin Sie sich wenden können, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr) vertrauliche Beratung an. Ihre Erfahrung können Sie außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden – damit andere von ähnlichen Situationen lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus, Intensivstation
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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