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2026-063

Lungenentzündung nicht ernst genommen – Folge Sepsis

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Fallbeschreibung:

Sepsis nach übersehener Lungenentzündung – CIRS-Fall

Mein Mann war zweimal innerhalb von 10 Tagen in unserer Hausarzt Praxis mit starker Husten, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und Fieber. Er wurde nicht untersucht und keine Blutwerte wurden abgenommen. Er wurde einfach wieder nach Hause geschickt und „Sie sollen sich schonen und Tee trinken“ gesagt bekommen.

Am 14. Tag ging ich mit ihm und verlangte dass man uns ernst nimmt. Blut wurde genommen und die Hausärztin rief am Abend an (Abends 20:00), dass wir direkt in die Notaufnahme sollten. Mein Mann hatte 102mg/l CRP (eine Sepsis). Er verbrachte eine ganze Woche im Krankenhaus und erholte Gott sei Dank gut. Aber in der Notaufnahme wurde sogar ein Vorhofflimmer festgestellt, aufgrund der Entzündung.

Ich fasse es nicht, wie wenig Hausärzte sich teils für ihre Patienten interessieren.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn jemand mit ernsthaften Beschwerden mehrfach eine Arztpraxis aufsucht und sich nicht ausreichend untersucht fühlt, ist das eine belastende Erfahrung – für Betroffene und ihre Angehörigen gleichermaßen. Situationen wie diese zeigen, wie wichtig es sein kann, wenn eine nahestehende Person aktiv für eine erkrankte Patientin oder einen erkrankten Patienten eintritt.

CRP (C-reaktives Protein) ist ein Blutwert, der auf Entzündungen im Körper hinweist. Ein stark erhöhter Wert kann ein Zeichen für eine schwere Infektion oder eine Sepsis (eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion) sein. Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die in diesem Fall als Folge der schweren Entzündung aufgetreten ist.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn Angehörige das Gefühl haben, dass Beschwerden nicht ernst genommen werden, gibt es einige Möglichkeiten, wie sie die Situation aktiv mitgestalten können:

  • Es ist möglich, die erkrankte Person zu Arztterminen zu begleiten und die eigene Wahrnehmung klar zu schildern – zum Beispiel: „Mein Mann hat seit zehn Tagen Schüttelfrost und hohes Fieber. Ich mache mir große Sorgen und bitte darum, dass Blut abgenommen wird.“
  • Beschwerden lassen sich zu Hause schriftlich festhalten – mit Datum, Symptomen und deren Verlauf. Diese Notizen können helfen, bei einem Arzttermin ein vollständiges Bild zu vermitteln.
  • Wenn Beschwerden sich verschlechtern oder über einen längeren Zeitraum nicht besser werden, kann eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden – etwa in einer anderen Praxis, einer Notaufnahme oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117).
  • Es ist möglich, gezielt nach konkreten Untersuchungen zu fragen, zum Beispiel: „Wäre eine Blutuntersuchung in diesem Fall sinnvoll?“ – Fragen dieser Art sind berechtigt und helfen dabei, gemeinsam mit dem medizinischen Personal eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung ermöglichen es Angehörigen, im Ernstfall rechtlich abgesichert für die erkrankte Person zu handeln und Entscheidungen zu treffen.
  • Eine persönliche Notfallkarte mit wichtigen Diagnosen, Medikamenten und Kontaktpersonen kann in akuten Situationen wertvolle Zeit sparen.
  • Es empfiehlt sich, im Vorfeld zu klären, wann der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) und wann der Notruf (112) die richtige Anlaufstelle ist – damit im Ernstfall schnell gehandelt werden kann.
  • Wer das Gespräch mit der behandelnden Praxis suchen möchte, um Erlebtes zu besprechen, kann dies tun – viele Praxen sind offen für Rückmeldungen, und ein solches Gespräch kann dazu beitragen, die Versorgung für andere Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Unterstützung suchen, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und neutral zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihren Fall anonym melden und so dazu beitragen, dass andere von Ihren Erfahrungen lernen können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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