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2024-1534

Start mit MTX: Aufklärung bezüglich Überprüfung Impfstatus vergessen

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Fallbeschreibung:

MTX-Therapie: Impfstatus vor Behandlungsbeginn prüfen

Rheumatoide Arthritis nach COVID-Erkrankung, 74 Jahre – Behandlung mit Kortison erfolglos, daher Start mit MTX.
Keinerlei Aufklärung und Information über die dadurch resultierende starke Herabsetzung des Immunsystems und die dringend erforderliche vorherige Überprüfung des Impfstatus, obwohl von der ersten Besprechung bis zum Behandlungsstart 8 Wochen Zeit waren.
Nachdem die Behandlung begonnen wurde sind diverse Ärzte aus anderen Praxen fassungslos, dass nicht vor Behandlungsstart wenigstens Grippe, COVID und Pertussis aufgefrischt wurden.
Eigentlich sei sogar die Empfehlung, dass sich zusätzlich auch Familienmitglieder/enge Kontaktpersonen zum Schutz der MTX-Behandelten, gegen Grippe etc. impfen lassen… Weder Hausarzt noch behandelnder Rheumatologe haben darauf hingewiesen.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Unbedingt Ärzt*innen nochmal breit informieren, dass vor Verschreiben von MTX unbedingt Impfungen aufgefrischt werden müssen!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine neue Behandlung zu beginnen ist für Betroffene und Angehörige oft mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden. Wenn wichtige Informationen im Vorfeld fehlen, können sich daraus Risiken ergeben, die bei rechtzeitiger Aufklärung vermeidbar gewesen wären – ohne dass daran eine einzelne Person die Schuld trägt.

Methotrexat (MTX) ist ein Medikament, das unter anderem bei rheumatoider Arthritis eingesetzt wird. Es dämpft das Immunsystem – also die körpereigene Abwehr – erheblich. Das kann dazu führen, dass Infektionskrankheiten, gegen die ein Impfschutz besteht, deutlich gefährlicher verlaufen als bei Menschen mit einem voll funktionsfähigen Immunsystem. Bestimmte Impfungen lassen sich nach Beginn einer immunsuppressiven (das Immunsystem hemmenden) Therapie zudem nicht mehr ohne Weiteres nachholen. Deshalb empfehlen medizinische Fachgesellschaften, den Impfstatus vor dem Beginn einer solchen Behandlung zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn ein Medikament mit Wirkung auf das Immunsystem neu verschrieben wird, ist es möglich, gezielt nach dem Impfschutz zu fragen – auch dann, wenn das Thema von ärztlicher Seite nicht angesprochen wurde.

  • Vor dem Beginn einer immunsuppressiven Therapie kann aktiv nachgefragt werden, ob der eigene Impfstatus im Vorfeld geprüft werden sollte – zum Beispiel: „Muss ich vor dem Start mit diesem Medikament etwas bezüglich meiner Impfungen beachten?“
  • Es ist möglich, den Hausarzt oder die Hausärztin zusätzlich einzubeziehen – auch wenn die Behandlung von einer Fachpraxis (z. B. Rheumatologie) geleitet wird. Eine enge Abstimmung zwischen beiden kann dazu beitragen, dass wichtige Vorbereitungsschritte nicht übersehen werden.
  • Angehörige und enge Kontaktpersonen können ebenfalls fragen, ob für sie eine Impfempfehlung besteht – denn Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind mittelbar geschützt, wenn ihr direktes Umfeld keinen Krankheitserreger weitergibt. Eine Frage wie „Gibt es Impfungen, die für meine Angehörigen sinnvoll wären, um mich zu schützen?“ ist berechtigt und hilfreich.
  • Wenn zwischen dem Aufklärungsgespräch und dem Behandlungsstart mehrere Wochen liegen, ist es möglich, diese Zeit gezielt zu nutzen und offene Fragen schriftlich festzuhalten – etwa mithilfe einer einfachen Liste, die beim nächsten Termin mitgebracht wird.

Worauf Sie achten können

  • Wurde vor Beginn der Behandlung erklärt, welchen Einfluss das neue Medikament auf das Immunsystem hat?
  • Wurde der Impfstatus – z. B. für Grippe, COVID-19, Keuchhusten (Pertussis) oder andere Erkrankungen – überprüft oder eine Überprüfung empfohlen?
  • Wurden auch enge Kontaktpersonen auf mögliche Impfempfehlungen hingewiesen?
  • Ist geklärt, an wen man sich wenden kann – Fachpraxis oder Hausarztpraxis –, wenn nach Behandlungsbeginn Fragen zum Infektionsschutz entstehen?

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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