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2026-131

Organisatorisches Übersehen von STIKO-Impfvorgaben vor Start einer B-Zell-Therapie (Ofatumumab)

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Fallbeschreibung:

Impfcheck vor B-Zell-Therapie: Lücken rechtzeitig erkennen

Nach meiner MS-Erstdiagnose wurde mir von einem Neurologen die hochwirksame B-Zell-Therapie Kesimpta (Ofatumumab) empfohlen. Meine Nachfrage, ob ich vorab weitere Impfungen benötige, wurde verneint. Er nahm mir noch einmal Blut ab, um auf vergangene Infektionen zu prüfen und schloss seinen Bericht an meinen Hausarzt damit ab, dass der Impfschutz vollständig wäre und keine Infektionskrankheiten (HIV, Tuberkulose etc.) vorlägen.

Nachfolgend wechselte ich zu einer wohnortnahen Neurologin, die mir ebenfalls zu Kesimpta riet, aber feststellte, dass der erste Neurologe es versäumt hatte, meinen Hepatitis-B-Titer zu bestimmen, und dass die notwendigen Indikationsimpfungen (Meningokokken, Gürtelrose) fehlten. Da ich auf den Termin bei der 2. Neurologin 5 Wochen warten musste, verlor ich viel Zeit, die ich für eben jene Impfungen hätte nutzen können.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine neue Diagnose wie Multiple Sklerose (MS) ist für Betroffene eine große Belastung – und der Wunsch, schnell mit einer wirksamen Behandlung zu beginnen, ist völlig verständlich. Vor dem Start bestimmter Medikamente, sogenannter B-Zell-Therapien, die das Immunsystem gezielt beeinflussen, sind jedoch bestimmte Voruntersuchungen und Impfungen notwendig. Werden diese beim Übergang zwischen verschiedenen Behandlungsstellen nicht lückenlos geprüft, kann wertvolle Zeit verloren gehen, bevor die Therapie beginnen kann.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer vor dem Start einer immunsuppressiven Therapie – also einer Behandlung, die das Immunsystem abschwächt – steht, kann sich aktiv über notwendige Vorbereitungsschritte informieren.

  • Vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie ist es möglich, gezielt nachzufragen, welche Blutuntersuchungen und Impfungen laut aktuellen Impfempfehlungen (z. B. der STIKO, der Ständigen Impfkommission) vorab notwendig sind. Eine konkrete Formulierung dafür könnte sein: „Welche Impfungen und Laborwerte sind laut STIKO-Empfehlung vor dem Start dieser Therapie erforderlich?“
  • Wechselt man die behandelnde Praxis oder Fachärztin bzw. den Facharzt, kann man aktiv darauf hinweisen, dass bereits Voruntersuchungen eingeleitet wurden – und gemeinsam klären, welche Schritte noch ausstehen. Ein schriftlicher Überblick der bisherigen Befunde ist dabei hilfreich.
  • Es ist möglich, sich einen persönlichen Impfausweis und eine Liste der durchgeführten Blutuntersuchungen zu allen Arztterminen mitzunehmen, damit neue Behandlungsstellen schnell den aktuellen Stand einschätzen können.
  • Wenn die Zeit bis zum nächsten Facharzttermin länger dauert, kann man die Hausarztpraxis einbeziehen und fragen, ob bestimmte Voruntersuchungen oder Impfungen bereits in dieser Wartezeit vorbereitet werden können.

Worauf Sie achten können

  • Vor Beginn einer B-Zell-Therapie oder ähnlicher immunsuppressiver Behandlungen empfehlen sich laut STIKO bestimmte Indikationsimpfungen – darunter zum Beispiel gegen Meningokokken (Hirnhautentzündung) und gegen Herpes zoster (Gürtelrose). Es ist möglich, diese konkret anzusprechen.
  • Eine Bestimmung des Hepatitis-B-Titers (ein Blutwert, der zeigt, ob ausreichend Impfschutz gegen Hepatitis B besteht) gehört zu den empfohlenen Vorbereitungsmaßnahmen. Es ist möglich, gezielt danach zu fragen, ob dieser Wert bereits bestimmt wurde.
  • Zwischen den letzten Impfungen und dem Start einer immunsuppressiven Therapie ist in der Regel ein Mindestabstand einzuhalten – wie lang dieser ist, lässt sich bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfragen.
  • Bei einem Praxiswechsel kann man aktiv nachfragen, ob die neue Praxis alle relevanten Vorbefunde erhalten hat und ob die Behandlungsplanung nahtlos fortgesetzt werden kann.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)
Geschlecht: weiblich

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